1. Seaside Festival 2017 in Spiez – Tag 2

Status Quo Seaside Festival Spiez

Am Wochenende vom 25./26. August 2017 fand in der Spiezer Bucht das 1. Seaside Festival statt. Ich durfte an beiden Festivaltagen dabei sein. Lest über das Festival, den Aufbau des Geländes und die Konzerte des 1. Festivaltages hier:

1. Seaside Festival 2017 in Spiez – Tag 1

Der zweite Festivaltag stand dem ersten überhaupt in nichts nach. Nachdem der erste Tag vor allem mit eher jüngere Bands im Bereich der Popmusik das Publikum begeisterte, stieg der Altersdurchschnitt mit dem Rockprogramm am zweiten Tag doch stark an. Naja, war zu erwarten.

Legendäre Rockbands wie Span, The Hooters, Manfred Mann’s Earth Band, Krokus sowie Status Quo waren im Programm. Alles Bands, die weit vor meiner Geburt gegründet wurden 😉 Also sorry, falls ich doch viele davon schlichtweg davor nicht kannte 😉 Der Abschluss machte Lokalmatador Trauffer. Ja, ich hatte mich da auch erst mal gewundert, wie das wohl werden würde. Vom Musikstil her hätte ich Trauffer wohl ins Programm vom Vortag eingebaut.

Mit dem Schiff ans Festival

Seid ihr schon mal mit einem Schiff an ein Festival? Ich bin am zweiten Festivaltag direkt von daheim nach Spiez mit dem Kursschiff gefahren. Rund 400m von meiner Haustür entfernt steht schliesslich eine Haltestelle. Ginge natürlich von rund um den Thunersee her ebenfalls 😉

Eine Schiffsfahrt ist viel schöner und spannender als mit Bus und Zug, also bei dem herrlichen Sommerwetter auf jeden Fall. Ausserdem gab es keinen grossen Unterschied in der Anreisezeit. Habe übrigens auch gehört, dass die Musiker auch teils kleine Seerundfahrten auf demkleinen Festivalschiffchen MS Jolimont gemacht haben.

Am Vortag war ich aber wie viele andere im Zug angereist. Nach Hause ging es nach den Konzerten dann mit dem bereit gestellten Extrazug, sowie dem Moonliner. Der STI-Fahrer in Thun war wohl sehr überrascht, dass auf ‚meiner‘ Strecke plötzlich so viele den Nachtbus benutzten. „Wollt ihr alle mit?“ – ähm, ja?! Und am Vortag war ihm sogar noch das Ticketdruckerpapier ausgegangen. 😉

Die Konzerte

Nach einer etwas verschärfteren Sicherheitskontrolle als am Vortag (aber besser ein Check zu viel als einer zu wenig, mein ich!) und weiterer Entdeckungstour übers noch nicht ganz so volle Gelände, ging es auch bereits wieder los mit den Konzerten.


Span
Reggae statt Rägä“ gab es an der ersten Show des Tages. Teilweise auf jeden Fall. Wobei Regen gab es während des ganzen Festivals zum Glück keinen. Anders als etwa eine Woche zuvor, hielt das Wetter stand und die Spiezer Bucht wurde nicht auf den Kopf gestellt. Nass wurde man höchstens durchs Schwitzen 😉Die Mundartrocker von Span eröffneten den ersten Festivaltag. Wie am Vortag war auch an diesem frühen Nachmittag bereits ein Grossteil des Publikums zum 1. Konzert des Tages angereist. Es war heiss, die Stimmung aber vom ersten Ton an wieder sehr gut und super entspannt. Genau wie am Vortag kamen und gingen die Leute von Konzert zu Konzert. Wer wollte, schaffte es bei seinen Favoriten doch einfach nach vorn.

Mal sangen Span über den „Rosegarte“, mal ging es „Stägeli ufe, Stägeli abe“ und natürlich durfte der „Louenesee“ nicht fehlen. Da kriegte ich auch bei um die 30°C Gänsehaut als sich die ganze Zuschauermenge in einen Chor verwandelte.

Seit über 40 Jahren ist Span nun unterwegs. Da passte das Polo Hofer Cover am Ende „Uf däm länge Wäg“ auch sehr gut.

The Hooters
Auf Span folgten The Hooters, eine US-amerikanische Rockband aus Pennsylvania. Ja, ich hab die Band vorab kurz gegoogelt und das dann fortgeführt mit allen anderen, die ich nicht kannte 😉

Die Band verbreitete mit ihrem folkigen Rock und ihrer sympathischen Art schnell gute Laune. Sie konnten nicht nur mich unter anderem mit Mandoline, Melodica und Blockflöte begeistern. Ich erkannte dann sogar gleich die ersten Introtöne von „Johnny B“.

Weitere Songs waren etwa „500 Miles“, „25 hours a day“ oder „And we dance“ mit denen sie das Publikum mitrissen und zum Tanzen brachten. Ja, das eine oder andere Paar tanzte vor allem zu letzteren. Also so richtig, nicht wie etwa die Jungen heutzutage so rumhampeln (nein, ich kann ja auch nicht ‚richtig‘ tanzen 😉 ).

Die Band war gut gelaunt und zum Spassen aufgelegt. Dabei holte Frontmann Eric Bazilian auch immer mal wieder einige Brocken Deutsch hervor.

Die Situation, als die Zugabe folgte, war schliesslich so witzig: Erst gabs riesigen Jubel im Publikum, als nach den ersten Sekunden der 80er Jahre-Hit  „Major Tom“ (von Peter Schilling) erkannt wurde. Kurz darauf schienen die Konzertbesucher zu realisieren, dass er auch wirklich Deutsch singt – was nochmals eine Jubelwelle hervorbrachte. Da war das ganze Publikum plötzlich „völlig losgelöst“ 😉

Mannfred Mann’s Earth Band
Die englische Rockband wurde in den 1960er vom Südafrikanischen Musiker Manfred Mann gegründet und formte sich 1971 zur Mannfred Mann’s Earth Band. Sie feierten vor allem grosse Erfolge mit ihrer Version des Liedes „Do Wah Diddy Diddy“, den ihr bestimmt alle kennt. Der einzige Song, den ich von ihnen an dem Abend  allerdings kannte, war „Mighty Quinn“. Ach, ist der von denen? Ich wurde bald besserem belehrt. Auch Leadsänger Robert Hart unterhielt sich mit dem Publikum immer mal wieder mit ein paar Worten Deutsch. Allem in allem waren sie aber wohl die Band, die mir an dem Tag am wenigsten zusagte.

Krokus
„Schmeisst diese orangen Hüte weg. Die sind scheisse!“ forderte Krokus Bassist Chris von Rohr das Publikum auf. Das dachte aber überhaupt gar nicht daran ihre Migros-Sponsorenhut loszuwerden und nur vereinzelnd sah man welche davon fliegen. Frontmann Marc Storace hingegen wollte es vor allem einfach laut haben.

Während er zu „Rock City“, „Rockin in the free world“ oder „Bedside Radio“ über die Bühne heizte, sah man im Publikum auch die Kleinsten in Rockerpose auf den Schultern deren Eltern auf und ab hüpfen. Mit harten Gitarrenriffs und wilden Drumsoli begeisterte die Band die Zuschauer.

Nur als sie das Bob Dylan Cover  „Quinn The Eskimo“ ankündeten und den ersten Teil des Songs spielten, dachte ich, ich verhör mich grad. Das Lied hatte ich doch gerade eben erst gehört? Das war ein und der selbe Song, den Manfred Mann’s Earth Band gespielt hatten.

Die hatten doch bestimmt mitgekriegt, dass Manfred Mann’s Earth Band den gespielt haben? Haben die den bewusst in der Setlist gelassen? Die hätten den doch bestimmt ganz einfach durch einen anderen ersetzen können?

Also, ich hätte den wohl ausgetauscht, und ihr?

Status Quo
Schliesslich rockten Jung und Alt zu Status Quo. Die Band um den super sympathischen Frontmann Francis Rossi ist ja wirklich total Generationen übergreifend. Quo, wie sie genannt werden, sind seit 55 Jahren unterwegs und rocken auch in ihrem hohen Alter mehr als manch junge Band. Nach über 1 Jahr sind sie nach wie vor mit ihrer „Last Night of The Electrics“, also letzter elektronischen Tour, unterwegs. Hatte ich meine Chance, sie am Lakeland Festival in Erlach zu sehen, nicht wahrnehmen können, holte ich das nun nach.

Nach den ersten Songs und Erzählungen, fragte der mittlerweile 68jährige Rossi in seinem typisch britischen Akzent nach, wer denn überhaupt etwas Englisch verstehe. Er stellte überrascht fest, dass das wohl weniger waren, als erwartet. Aber es brauchte gar nicht allzu grosse Worte. Die Interaktion zwischen Band und Publikum funktionierte auch wortlos, teils durch Augenkontakt und natürlich durch ihre Musik.

Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Spiez erlebte aber eine mitreissende, spielfreudige Show mit einem Hit nach dem anderen. Dass ich den einen oder anderen Song ganz sicher kennen würde, war mir klar, aber am Ende war es wohl mindestens die halbe Setliste. „What You’re Proposing“, „Paper plane“, „I like the way you walk“ oder „In The Army“ sowie natürlich „Whatever You Want“ waren einige dieser Titel.

„Mein Mann weiss gar nicht, was er hier verpasst!“ meinte eine Zuschauerin hinter mir zu ihrer Begleiterin. Da konnte ich ihr also echt nur zustimmen. Da waren am Ende nicht nur die eingefleischten Status Quo Fans glücklich. Sie hatten auch neue dazu gewonnen.

Trauffer
Ich weiss nicht, ob es am Stilbruch lag oder weil manche die ersten Extrazüge erwischen mussten, dass sich das Festivalgelände dann doch etwas lichtete und die Zuschauermenge etwas kleiner wurde. Sicher ist aber auf jeden Fall, dass es mit Trauffer nochmals eine Runde Party gab, bevor das 1. Seaside Festival endete. Wie Lo & Leduc am Vortag, war das Konzert in Spiez auch für Trauffer Tourende.

Die Hüften schwingen mit dem „Zwätschgelisi“, einen kurzen Schnupf mit dem Publikum während „Sennesinger“ und es gab einen einen Jodlerkurs. Auch in Spiez fand Marc sein „Frl. Marty“. Die Band gab noch ein letztes Mal diesen Sommer Vollgas und wusste das heimische Publikum zu begeistern.

Hatte Trauffer für einmal nicht so „Müeh mit de Chüeh“, wollte sich dafür der „Heugümper“ auf Gitarrist Frank’s Mikrofon nicht so recht retten lassen. Dem gefiel es offensichtlich mittendrin dabei zu sein. Durch eine Gasse ging es dann noch nach hinten vors Bootshaus zu den VIPs. Checken, ob die denn überhaupt mitsangen. Die Choreografie zu „Dr Gipfu“ schien hingegen die Mehrheit zu kennen.

Die ganze Zugabeprozedur übersprangen sie schliesslich direkt. Da entdeckte Marc noch Regina, die sein Tattoo entworfen hatte, im Publikum. Für sie sowie ihre Freundinnen stimmten sie ein Geburtstagsständchen an, bevor das Konzert mit „zjung für mi“ abgeschlossen wurde.

Das 1. Seaside Festival ging damit zu Ende.

Es war ein toll organisierter 2-tägiger Event. Es spielten so viele tolle Bands. Vor allem vom zweiten Tag war ich super überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass mir diese Rockbands teils so gut gefallen. Meine musikalischen Highlights waren da sicher Rea Garvey am ersten Tag und The Hooters sowie Status Quo am zweiten. War der erste Tag zwar mit so einigen technischen Fehlern gespickt, schien am zweiten Tag alles gut zu laufen.

Auf jeden Fall herrschte an beiden Tagen eine super angenehme Stimmung. Einerseits schien das Publikum ruhig und relaxt, anderseits trotzdem gutgelaunt und in Feierlaune. Das Festivalgelände ist super schön. Es hat alles was es braucht und die Menschenmassen verteilten sich auch am ausverkauften Samstag sehr gut. Das war ein Festival genau so, wie ein Festival sein muss.

Da können wir doch auf ein nächstes Jahr hoffen und uns vorab schon freuen. 🙂

Wart ihr auch am Festiaval? Wie hat es euch gefallen und was war euer Highlight?

 

Infos zum Festival findet ihr auf www.seasidefestival.ch

Infos zu den Bands hier:

www.spanonline.ch
www.hootersmusic.com
www.manfredmann.co.uk
www.krokusonline.com
www.statusquo.com

 

 

Please follow and like us:

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*