Adamo im Stadtkeller Luzern

Es sind schon zwei Jahre her seit Adamo, ehemaliger Akkordeonspieler bei Trauffer oder auch ChueLee , sein erstes Album „Uf’s Ganze“ veröffentlicht hat. Nachdem ich letzten Herbst auf dem Bundesplatz einen ersten Eindruck in die Live-Shows des Luzerner Musikers bekommen habe, konnte ich an diesem Donnerstagabend in Luzerner Stadtkeller an einem kompletten Konzert dabei sein. Mit seiner Band hat Adamo während rund 2 Stunden die Bühne gerockt und das Publikum verzaubert.

Der Stadtkeller in Luzern ist zwar ein schönes Lokal mit nettem Personal und unglaublich lecker aussehenden Desserts, aber mit der ganzen Tischordnung und Bestuhlung halt nicht gerade mein bevorzugtes Konzertlokal. Stehen allerdings die richtigen Musiker und Bands auf der Bühne, machen die das schnell mal wett. So auch Adamo und seine 3-köpfige Band. Unterstütz von den Brüdern Herb und Winnie Bucher an Gitarre und Bass sowie Pädu Ziswiler am Schlagzeug sorgte Adamo für einen abwechslungsreichen Konzertabend.

Bodenständig und mit viel Humor

Mit dem mitreissenden, Country angehauchten „Chom met“ starteten sie ihr Konzert um 20.30 Uhr und fuhren mit „Ig Flüge los“ sowie „Sexy“ fort. An Silvester sei eine Polin auf ihn zugekommen, die fand, dass sie nicht nur „Sexy“ singen sollten sondern auch sexy sein. Somit drehten sich die drei Frontmusiker mit den Rücken gegen das Publikum um, um so sexy wie möglich ihre Hintern zu schwingen.

Adamo führte bodenständig und mit viel Humor durch das zwei Set-Programm. So, wie ich ihn auch damals bei Trauffer als „Handörgeler“ schon nicht anders kannte. Ja, es ist wirklich nicht mehr das selbe, seit er bei Trauffer weg ist. Schön also, dass er mit seiner eigenen Band weiterhin auf den Schweizer Bühnen steht. 🙂

Adamo’s Mundartsongs bewegen sich im Volkrock-Bereich mal mit mehr Country Einfluss, dann wieder einiges rockiger. Ja, einige Lieder sind teils nahe an der Schlagergrenze. Halt so ein Mischmasch, das man auch bei Trauffer nicht richtig einordnen kann. Die Lieder handeln vom Leben und was ihn bewegt. Sie sind leicht und unbeschwert, aber auch mal tiefgründig und melancholisch, aber doch immer sehr positiv. So wie etwa „Es chont guet“, bei dem er sich sicher war, dass wenn bei Krankheit oder etwa finanziellen Problemen nicht wieder alles gut geworden wäre, wir alle an diesem Abend ja nicht da gewesen wären. Nicht aufgeben lautet die Devise.

Sie spielten mitreissende Rocksongs, aber auch wunderschöne Balladen. Mit „Monika“ hat auch Schlagzeuger Pädu ein Lied beigesteuert. Nur zurückhaltend meldete sich dazu ganz hinten im Saal eine Monika, als Adamo danach fragte. Unter „Börnaut“ sei nicht etwa die Krankheit zu verstehen, sondern es ist ein Töfflibuebe-Begriff von früher. Ich hatte definitiv kein Töffli und auch eher an die Krankheit gedacht. Was man an so Konzerten nicht immer alles dazulernt 😉

Rockiges zweites Set mit originellen Eigenkompositionen und tollen Covers

Mit dem George-Cover „Hie bini dahei“ ging es in eine kurze Pause. Das zweite Set rockte noch mehr als das erste, das Publikum mittlerweile auch aufgetaut und in guter Stimmung. Mit „Sommer“, das zu „Fasnacht“ wurde, feierte Adamo die vor allem auch in Luzern beliebte Karnevalszeit. Der mitreissende Titel „Luti Musig“ war sofort einer meiner Favoriten. Mit dieser perfekte Festival-Sommer-Hymne stieg wieder die Vorfreude auf den kommenden Sommer! 😀

Neben einigen weiteren neuen Lieder wie „Schutzängu“ und „Puri Liebi“ folgten nochmals einige Covers. Nur von der Akustikgitarre begleitet sang Adamo mit dem Schlagersänger René Bisang Trauffer’s wunderschöne Ballade „Letschtä Atemzug“ im Duet, das sie bereits für einen anderen Event einstudiert hatten. Rene’s tiefe, raue Stimme erinnerte mich etwas an Gölä. Eine tolle Version des Liedes. (Video hier)

Ausserdem spielte Adamo nur am Örgeli Polo Hofer und Schmätterband’s „Alperose“. Wie viele andere Schweizer Musiker haben Polo Hofer und Haney Amman auch ihn geprägt. Eine kleine Hommage also an die beiden im letzten Jahr verstorbenen Musiker. Aber er spiele das Lied halt auch einfach gerne.

Warten aufs neue Album

„Naturtalänt“ ab dem aktuellen Album „Uf’s Ganze“ beendete das Konzert. Auch wenn er bereits einige neue Songs zusammen hat und an dem Abend spielte, ist noch nicht wirklich klar, wann das zweite Album folgen wird. Ein solcher neuer Titel war auch „Fire“, der neben „Heimatliebi“ in der Zugabe den Abend beendete.

Ganz knapp reichte es noch bis zum letzten Ton mitzuhören, bevor ich den letzten Zug erwischen musste. Wow, ich hatte gar nicht erwartet, dass das so knapp werden könnte und Adamo mit seiner Band ein so abendfüllendes Programm spielen würde. Mit „nur“ einem Album. Aber eben, viele neue Songs stehen schon in den Startlöchern, worauf wir aber noch etwas warten müssen 😉 Hört bei Adamo rein und schaut mal bei ihm vorbei.

Infos und aktuelle Konzertdaten findet ihr auf www.adamo.ch

 

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