Argoviafäscht 2014

Ich glaub, seit ich vor zwei Jahren am Argoviafäscht war, ist nicht nur das Gelände umgestellt worden (dort wo der Backstage-Eingang an der Strasse war, stand nun ein Fahrradpark), sondern das Gelände ist auch gewachsen. Oder empfand ich das nur so? Die Bühne stand ja nun auch auf der anderen Seite. Aber eigentlich war das jetzt auch viel praktischer. Man konnte direkt auf die Bühne zu rennen 😉

 

Ok, nicht, dass das jetzt unbedingt nötig gewesen wäre. Aber wir hatten uns einen sehr guten Platz (in der 1. Reihe natürlich, direkt in der Mitte) ergattert, den wir auch nur ungern wieder hergegeben hätten. Als ich um 13 Uhr rum am Gelände ankam, da sassen ein paar Wenige bereits beim VIP bzw. normalen Eingang. Die ersten fünf waren dann schon mal wegen Pegasus da – ausgerüstet mit den Pegasus-Taschen (die kriegt man übrigens an den Pegasus-Konzerten am Merch-Stand). Klar mussten wir das fotografisch festhalten…

Pegasus Bags @ Argoviafäscht
Pegasus-Facebook-Post

Und schliesslich standen wir dann auch alle nebeneinander in der 1. Reihe. Fing also schon mal sehr lustig an. Diejenigen, die dachten, sie wären dann über den VIP-Eingang schneller drin, hatten wohl Pech gehabt. Der wurde nämlich scheinbar ewig lange gar nicht aufgemacht.

Das Argoviafäscht ist genial! Für gerade mal CHF 20.00 kriegt man dort Top Acts! Nachdem der Einlass um 14 Uhr gestartet war und wir an unserem Platz sassen, vertrieben wir uns die Zeit mit viel Trinken und Süssigkeiten. Die rund 1,5 Stunden zogen sich schon ziemlich lang. Auf dem Festivalgelände gabs mehr als einen Süssigkeiten-Stand, Bars, Food- und Getränkestände. Ausserdem gabs sogar ein Karussell. Ja, und was weiss ich was noch alles dort stand. Bis kurz vor Beginn um 16 Uhr war recht wenig Publikum dort. Erst als das Konzert begonnen hatte, wurde es dann voller.

Ich war gespannt auf die Rag Dolls. Ich hatte die noch nie live gesehen, mir gefielen aber die Lieder, die ich vom Radio kannte, sehr gut. „Bought & Sold“ ist einer dieser Songs z.B., den sie an dem Tag auch spielten. Als erstes fiel dann schon mal der Plüsch-Kermit am Miktroständer von Bassist Läli Spring auf. Und so auffallend wie der Kermit, war er selber auch. Die Frisur so wild wie er selber. Unglaublich, was der für ne Energie durch die ganze halbe Stunde Show hindurch hatte, in der die Oltener Indie-Rocker spielten. Ich fand, die drei gingen auf der riesen Bühne fast etwas verloren, aber der Auftritt war schon gut. Wäre es mal wert ein ganzes, richtiges Konzert von ihnen zu sehen.

Rag Dolls
Rag Dolls

Als zweiter Act traten Labrassbanda auf. In grünen ‚Lederhosen‘ machten sie schon mal Soundcheck und irgendwie war ich von Anfang an skeptisch. Irgendwas zwischen Volksmusik, Reggae, Punk… Sie seien mal Support Act von die Ärzte sowie die Toten Hosen gewesen. Und nein, die sind definitiv nichts für mich. So 1-2 Stücke, aber eigentlich fand ich es irgendwann nervig. Der Frontmann unterbrach immer wieder, weil die Leute nicht so mitmachten, wie er gerne gehabt hätte. Und da machten die ersthaft einen „Circle of Death“ und überhaupt. Der Drummer fand ich allerdings toll. Aber sonst 😛 Einmal reicht. Die muss ich nicht nochmal sehen. Fand, das passte auch so gar nicht zum Rest des Programms. Hätten Sie die mal irgendwie gegen Schluss spielen lassen und nicht zwischen Rag Dolls und Stefanie Heinzmann. Nicht?

'Cirlce of Death'
‚Cirlce of Death‘

Ja, zum Glück kam dann Stefanie Heinzmann. Sie sagt ja mindestens immer einmal zu viel „so schön“. Ist euch vielleicht auch schon aufgefallen? 😉 Als ich das vor der Show gegenüber den anderen beiden erwähnte, haben die mich komisch angeguckt. Ich musste dann defintiv grinsen, als sie irgendwann merkten, dass es tatsächlich Steffis Lieblingsworte sein mussten. Aber abgesehen davon mag ich ihre Shows unglaublich gerne. Super sympathische Powerfrau mit toller Band. Ich find vor allem an so Festivals und Openair passt ihre Show immer super und sorgt für eine tolle Stimmung. Da auf dem Birrfeld wars nicht anders. „Diggin‘ in the dirt“, „My man’s a mean man“, „Show me the way“ oder dann das Alex Clare Cover „Too close“ mit Hackbrettbegleitung. Steffi und ihre Fonky Fonks – hat wieder super viel Spass gemacht.

Stefanie Heinzmann
Stefanie Heinzmann

Dann endlich Pegasus. Vor zwei Jahren war ich auch schon da. Auch erste Reihe, allerdings standen damals andere Leute neben mir. 😉 Die Setlist sei ganz anderes gewesen als etwa am Vortrag in Aigle, lies ich mir sagen. Da war „Last Night On Earth“ der Schluss, aber das konnte ja unmöglich zu dem Zeitpunkt schon der letzte Song gewesen sein. Das Konzert war kurz, aber dann doch nicht ganz so kurz. Die fünf machten tolle Stimmung wie immer. Live sind sie halt einfach klasse. „Rise Up“, „Raise A Hand“, „Technology“, „Digital Kids“, „I Take It All“ und einige mehr wurden natürlich gespielt. Bevor Noah dann Skyline anstimmte hatte er die Idee, er könnte doch von der Bühne auf die Box runter springen, um näher am Publikum zu sein. Kann man natürlich machen. Und runter geht’s ja meistens immer. Nur, wie dann wieder zurück auf die Bühne? Urs hat ihm dann natürlich nicht nur die Gitarre runter gebracht, sondern stand dann auch schon mit einer Box bereit. Somit konnte der Pegasus-Leadsänger auch wieder ohne grosse Mühen auf die Bühne zurück. Ja, was würde er denn ohne Urs nur machen? 😉 Und war da nicht noch was mit nem Textpatzer? 😛 Wie auch immer, Pegasus hätten gerne länger spielen dürfen.

Pegasus
Pegasus

Bastian Baker folgte. Erstmal „Häh? Wie sie beginnen nicht mit „Colorful Hospital?“ Nach dem 3./4. Lied fand ich dann schon, dass die Setlist echt gut sei. Das Gekreische und Gedränge der Girlies um uns rum begann natürlich schon vor der Show und hörte auch nicht mehr auf. „Never in your town“ blieb mir natürlich danach auch wieder tagelang hängen. Den Ohrwurm krieg ich einfach immer kaum los. Die aktuelle Single „Dirty Thirty“ fehlte natürlich nicht und Hits wie „Lucky“ und „Tomorrow may not be better“ waren auch Teil der Setlist. Sie heizten ziemlich über die Argoviabühne, aber das beste Konzert von ihnen wars irgendwie nicht. Die Stimmung war ganz gut und wie gesagt, die Songauswahl war für so ein kurzes Set gut zusammengestellt. Aber irgendwas fehlte dann doch.

Bastian Baker
Bastian Baker

Wir verabschiedeten uns schliesslich aus der 1. Reihe. Die jungen Mädels hinter uns drängelten sich nach vorn als ginge es um Leben und Tod. Die wollen jetzt auch nur wegen „The Voice of Germany“ in der 1. Reihe stehen, dachte ich mir. Ob die die Songs von Rea Garvey, ehemaliger Reamonn Frontmann und eben „The Voice“-Juror, kannten? Ja, es war etwas schwierig durch die Menschenmassen zu kommen. Grölende und betrunkene Jugendliche, dazwischen Eltern mit ihren Kiddies, zum Teil echt kleinen Kindern. Einen Moment wünschte ich mir wohl dann doch fast, ich wär doch besser vorn in der ersten Reihe geblieben. Aber erst mal etwas essen und trinken tat gut. Schneller als erwartet stand dann Rea Garvey mit seiner Band auf der Bühne. Die Background-Sängerin ist seine Schwester – davon hat er übrigens sieben. Ich fand zwar die Songs, die ich bisher gehört habe gut, aber live war das ja gleich viel besser. Da war ich schon irgendwie überrascht und hätte nicht erwartet, dass es mir schliesslich so gut gefiel. Ausser die Songs „Can’t say no“ und „Supergirl“ kannte ich keine Songs, bis er dann noch „Crossroads“ anstimmte. Den Song von The Voice of Switzerland-Teilnemer Shem Thomas hatte er ja geschrieben. Ich sagte gleich, ‚oh jetzt kommt wohl Shem noch dazu‘. Meine Kollegin meinte, ne, der wolle er nun selber singen. Aber da holte Rea Shem schon auf die Bühne. Ich war nie sehr begeistert, wenn ich „Crossroads“ im Radio hörte, aber live fand ich den total klasse! Die Stimmung während des ganzen Konzertes war super schön und echt genial. Das einzige, was ich etwas nervig fand, war, dass er schliesslich zum Abschluss nochmals „Can’t say no“ spielte. Ich find das einfach eher blöd, wenn Songs wiederholt werden 😉 Bitte einfach immer einen zusätzlichen Song noch mitdabei haben und nicht wiederholen.

Rea Garvey @ Argoviafäscht

Das Argoviafäscht endete da dann für mich. Mit den letzten ordentlichen Zügen noch heim zu kommen war definitiv einfacher, als dann später in Bern eine Stunde auf den Moonliner zu warten. Es war ein super schöner Tag und es hatte sich absolut gelohnt hinzufahren. Ich bin jetzt schon sehr aufs nächstjährige Programm gespannt 🙂 Ob wir dann endlich Olly Murs kriegen, den ich mir so sehr wünsch?

 

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