Birdy in Zürich

Birdy tourt momentan mit ihrer Beautiful Lies-Tour durch Europa und machte gestern Halt im Zürcher Kongresshaus. Dank der Zürcher Kantonalbank und AllBlues Konzerte konnte ich sie nun auch zum ersten Mal live sehen. Das Konzert war auf jeden Fall anders, als ich es erwartet hatte.

Ich war noch nie im Kongresshaus gewesen und war schon aufgrund dessen ziemlich gespannt. Auf den ersten Blick schien alles recht chic. Ob wir da jetzt wohl etwas underdressed für waren? Aber das Publikum war total durchmischt und so eine Art Dresscode schien es nicht zu geben. Also Glück gehabt, hehe. Es war ein sehr schöner Saal, in dem Birdy an dem Abend ihr Konzert spielte. Mit Lichter an der Decke, die wie ein Sternenhimmel leuchten. Das Konzert war natürlich komplett bestuhlt. Wir sassen auf der Gallerie in der Mitte. Die Stühle waren jetzt nicht unbedingt die bequemsten und der eine Scheinwerfer auf der Bühne blendete uns ständig direkt ins Gesicht. Da hatten wir einfach Pech. Ansonsten sahen wir aber direkt auf die Bühne runter.

Der 22-jährige Britische Singer/Songwriter aus Birmingham, Lawrence Taylor, eröffnete den Abend. Mit seiner reifen, souligen Stimme sang er, sich mit einer E-Gitarre begleitend, Songs wie „Kisses in the dark“, „Waiting for your love“ oder „Robyn“. Die findet man teils auf seiner ersten, selbstproduzierten Debut-EP. Während seines kurzen Sets erinnerte er ziemlich an James Bay. Und es war so still in dem Saal, das war ungewohnt.

Jasmine van den Bogaerde, besser bekannt als Birdy, betrat um 21 Uhr mit ihrer 5-köpfigen Band die Bühne und setzte sich ans Piano. Sie glitzerte und funkelte. Von meinem Platz aus konnte ich während des ganzen Konzertes nicht so genau ausmachen, was sie da eigentlich trug. Dafür sass ich zu weit weg. Es war wohl eine Art Body mit Umhang oder durchsichtigem Glitzerkleid darüber. „Beyoncé-mässiges“ meinte meine Begleiterin. Ich hatte erwartet, dass Birdy das ganze Konzert über am Piano spielen und es ein ziemlich ruhiges Konzert mit eher leisen Songs werden würde. Da hatte ich mich aber sehr getäuscht.

Die Bühne wurde mal in blaues, mal in grünes oder rotes Licht getaucht. Zusammen mit den sanften Klängen von Geige und Flöte liessen diese alles sehr mystisch wirken. Das begann bereits beim ersten Lied. Sie wechselte das eine oder andere mal sogar vorn an den Bühnenrand und begleitete sich stattessen auf der Gitarre. Dass sie laute, kraftvolle, synthielastige Popsongs spielen würde, hatte ich nicht erwartet. Diese Titel seien vor allem auch auf ihrem neuen dritten Album „Beautiful Lies“zu finden, hab ich mich belehren lassen.

Über das ganze Set verteilt waren bestimmt 5-6 Songs gespielt worden, die ich allein durchs Radio kannte. Das waren etwa „Skinny Love“, das Bon Iver-Cover mit dem sie 2011 als 15jährige ihren ersten Hit feierte. Aber auch „People Help The People“, “Lost It All“, „Wild Horses“ oder „Wings“ waren mir bekannt. Beim Setlist googeln stellte ich sogar fest, dass offenbar selten eine gleich wie die andere ist. Definitiv ein Pluspunkt für sie. Meine Favouriten, „Keep Up Your Head“ sowie „Let It All Go“ – das Duet mit Rhodes, das sie im Kongresshaus zusammen mit ihrem Support Lawrence Taylor sang – gabs dann als Zugabe. Ich war erstaunt, wie genau sie nach 90min ihr Konzert beenedete.

Wart ihr auch am Konzert im Kongresshaus dabei? Oder habt sie sonst mal live gesehen?

Ich hatte „Let It All Go“ ja Stunden später noch immer im Ohr – bin mit eingeschlafen und wieder mit aufgewacht. Eine Kollegin mochte das Konzert gerne, meinte aber sie sei schon fast etwas zu perfekt gewesen. Es habe alles sehr wie auf der CD geklungen und kaum Unterschiede gegeben. Das kann man natürlich jetzt als gut oder schlecht sehen, nicht? Ich kann es nicht vergleichen, da ich ihre Alben nicht gehört habe, aber es klang schon auch oft makellos. Ich fand schlussendlich viele Songs sehr gleichtönend und vor allem, weil sie nicht so gesprächig ist, waren die Übergänge noch viel fliessender.  Es war schön Birdy live zu sehen, aber es bleibt für mich höchst wahrscheinlich ein einmaliger Besuch.

Falls ihr Birdy gerne mal selber sehen möchtet, findet ihr die ganzen Konzertdaten natürlich auf ihrer Webseite: www.officialbirdy.com. Die Infos zum Support Lawrence Taylor gibt es auf Facebook.

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