Cro im Hallenstadion Zürich

Ich hatte mir diesen Sommer den Live-Stream von Cro’s Auftritt am Frauenfeld Openair angehört und war ziemlich begeistert. Klang nach Spass, die meisten Songs gefielen mir auch gut. Nachdem ich  den Cro-Tag bei Joiz geguckt und das eine oder andere Interview gesehen hatte [Video Joiz: Cro live im Living Room], fand ich den schlaksigen Typen echt sympathisch. Da kam das Angebot im Joiz-Marktplatz dann total gelegen, um mir den deutschen Rapper mal live anzuschauen. Naja, ich war dann nicht so begeistert, wie ich das erwartet hatte.

Anscheinend war die Show in eine grössere Halle verlegt worden, das Hallenstadion war aber wohl doch fast etwas zu gross. Ein Teil der Sitzplätze war mit schwarzen Tüchern abgetrennt worden, damit die Halle nicht so gross und leer wirkte. Support war ein Deutscher Rapper, der sich DCVDNS nennt. Es war furchtbar! Das ist etwa noch nett ausgedrückt. Seine Songs waren total monoton. Man konnte knapp das eine Ende vom nächsten Anfang ausmachen. Der ganze Text wurde auf derselben Tonebene runtergeleiert. Er stand da, bewegte sich so gut wie gar nicht, ausser er lief zur Bühnenseite um zu trinken. Und ich dachte mir irgendwann: „Nimm die doofe Flasche nach vorn!“ Und wie er in seinen Texten zum Teil rappte, dass er das alles eigentlich hasse – die Auftritte, Interviews und was alles dazugehört – das wirkte also auch so. Wenn diese Texte ironisch waren, dann weiss ich auch nicht? Einer der schlimmsten Acts, den ich je über mich ergehen lassen musste. Ich versteh nicht, was manche an dem gut fanden? Da hör ich mir sogar lieber ne Stunde lang Calvin Harris an, wie damals bei Rihanna.

War ich froh als der weg war und Cro pünktlich mit Band und DJ die Bühne betrat, er hinter dem weissen Vorhang erschien. Der junge Rapper ist sympathisch und locker. Das ganze Konzert wurde natürlich von viel Gekreische und Geschreie begleitet. Er brachte sein Fans immer wieder ganz schön zum Ausflippen. Aber die ganzen Teenies waren auch ziemlich textsicher, vor allem natürlich bei Songs wie „Easy“ [Video hier] „Traum“ [Video hier] oder „Bad Chick“, die man etwa aus dem Radio kennt. Aber nicht nur. Ich war selber auch überrascht, wie viele Songs ich erkannte und schon gehört hatte. Es gab Konfettiregen, Feuerwerke und Feuerfontänen, die ganz schön einheizten da vorn. Und doch, ich ging etwas enttäuscht aus dem Konzert. Das Ganze fand ich schlussendlich nur ok.

Die Show wirkte öfters abgehackt. Da gab es diesen Knall mit Konfettiregen und darauf folgte – einfach gar nichts. Cro meint nur so ‚Ja, jetzt habt ihr grad einen schönen Konfettiregen gekriegt‘ – und darauf rannte der Panda irgendwie verplant über die Bühne, bevor es dann doch irgendwann mit dem nächsten Titel weiterging. Ob das hätte anders laufen sollen? Die Übergänge waren nicht unbedingt fliessend, egal ob es zum nächsten Song überging oder zu einem Gespräch mit dem Publikum. Vieles war recht schleppend. Zwischen „Rockstar“ und „Höhenangst“ [Video hier] wurde es plötzlich finster. Dass das zur Show gehörte war schnell klar. Die Phase, bis er den Standort gewechselt hatte und es zusammen mit seinem Gast Dajuan  weiterging, kam mir aber wie ne Ewigkeit vor. Viel zu lange.

Der beste Teil des Konzertes war der mit Teesy davor. Der Deutsche Sänger, Songschreiber und Rapper kam gegen Mitte des Konzerts zu Cro auf die Bühne und sie sangen „Lange her“ [Video hier], „SOS“ und „Strumgewehr“ zusammen. Davon war ich total begeistert! Tolle Stimme, etwas soulig, zusammen mit den Sprechgesängen von Cro war das total super.

Gut, es war Tourauftakt und da kanns sein, dass noch nicht alles ganz so läuft, wie es sollte. Gerade natürlich bei solchen ‚choreografierten‘ Shows kann schnell mal was schief gehen. Aber die Dynamik fehlte einfach und genau das erwähnte schliesslich Cro auch im Joiz-Interview nach der Show. Nach 4-5 Konzerten würde das bestimmt dann laufen und besser werden, meinte er. Kann ich jetzt natürlich nicht beurteilen, da ich kein späteres Konzert mehr gesehen habe. Einerseits hat man da ja Verständnis, andererseits ist das als Zuschauer irgendwie doch ärgerlich.

Mal gucken, vielleicht versuch ich’s später nochmal – als Vergleich gegen Mitte oder Ende einer Tour. So ne Festivalshow im Sommer vielleicht mal. Der Mann mit der Pandamaske find ich halt trotzdem irgendwie cool.

[Fotos in der Galerie]

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Toller Bericht! Du warst wohl nicht die einzige, die den Support Act nicht mochte. Ich war zwar positiv überrascht von ihm, aber es war das erste Konzert, bei dem ich Angst hatte, dass die ganze Halle gleich anfängt zu buhen! Wenn du kannst, musst du dir Cro unbedingt mal im Sommer an einem Openair ansehen. Ich habe ihn schon 3 mal an Openairs gesehen, und fand ihn dort um einiges besser als beim Konzert im Hallenstadion. 🙂

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