DJ Bobo in Bern

DJ Bobo feiert mit der aktuellen „Mystorial Tour“ sein 25-jähriges Jubiläum und machte damit Halt in der Postfinance Arena in Bern. Eigentlich sollte das eine Party und tolles Konzert-Erlebnis werden. Nicht so wirklich für mich.

Nachdem kleinen Showcase im Westside Bern letzten September hatte es mich doch wieder gepackt. Ich hatte Lust DJ Bobo wieder live zu sehen. Die letzte Show, die ich gesehen hatte, war 2012 im Hallenstadion gewesen. Ich bin mit der Sitzplatzordnung, die es seit einigen Jahren bei Bobo gibt, ja nicht so glücklich. Die Sitzplätze sind mir generell einfach zu teuer. CHF 100-199 für einen guten Sitzplatz… bzw. das Problem ist schon, dass es überhaupt nur noch Sitzplätze gibt. Ausser bei der Postfinance Arena, da gab es tatsächlich noch Stehplätze.

Schlechte Platzwahl

Gut, das war aber schliesslich doch eine ganz blöde Idee. 🙁 Die Stehplätze in der Postfinance Arena sind nämlich echt für gar nix! Zumindest für mich nicht. Ich hatte da tatsächlich mit meiner Höhenangst zu kämpfen. Aber auch sonst sind sie eher blöd. Mir war klar, dass die Stehplätze hinter bzw. oberhalb der Sitzplätze waren. Mir war aber nicht klar gewesen, dass diese Stehplätze SO hoch oben und SO steil sind. Die Stufen sind ausserdem eher schmal und der ganze Stehplatzbereich war so vollgestopft, dass man nicht viel Platz zum Bewegen hatte.

Von oben runter gesehen, verdeckten die Scheinwerfer die halbe Sicht auf die Leinwand und der Sound war auch nicht sonderlich toll. Einen Feldstecher hätte ich mitnehmen sollen. Links und rechts der Bühne gab es nämlich keine Leinwände mit der Show. Die Tänzer und Musiker sahen aus wie Ameisen….

Ich stellte mich dann halb oben an die Absperrstangen, die vereinzelt dazwischen standen. So drohte ich wenigstens nicht abzustürzen 😛 Als sich das Stadion langsam füllte, ging das dann mit der Höhe recht gut.  Ich hätte mich also mit meinem Platz abfinden können. Hätte sich da diese nervige Gruppe Männer und Frauen nur nicht direkt hinter mich gestellt. Die brachten echt das Verderben. Sie führten sich nicht nur auf, als wären sie an einem Hockey-Match oder sonst wo, sie konnten vor allem ihre Klappen einfach nicht halten.

Support aus Thun

Bereits vor 20 Uhr startete ein junger Musiker aus Thun ein kurzes Set. Leider habe ich den Namen überhaupt nicht verstanden. Cove oder sowas, kann das sein? Der Sound war eher leise und hallte ziemlich. Dazu unterhielt sich die Gruppe hinter mir lautstark während des ganzen Sets, dass man erst recht kaum was verstand. Auf die Bitte, das Gespräch nach dem Konzert fortzusetzen, reagierten sie mit Unverständnis und fuhren einfach genauso laut fort. Vor allem die beiden Frauen schrien sich gegenseitig fast an. Auch ein späteres zweites Mal darauf hinweisen, zeigte keine Wirkung.

Der junge Mann stand alleine mit Gitarre auf der grossen Bühne. Er sei vor Jahren mal beim Supertalent gewesen. Er sei aber nach Bobo’s Meinung noch zu jung gewesen. Wie ich mitbekam, spielte er in seinem Set vor allem Cover, unter anderem „Kiss“ von Prince.

Mit Bobo auf Zeitreise

Bis danach das DJ Bobo Konzert startete verging ziemlich viel Zeit. Über den etwa halbstündigen Rückblick mit ständigen Werbeunterbrechungen beklagte sich nicht nur die Gruppe hinter mir. Ich hätte diesen viel zu langen Rückblick auch weg gelassen.

Die Band startete schliesslich das Intro. Während die Zeitmaschine weiter drehte und weitere Rückblicke auf der Leinwand zu sehen waren, tauchte am Ende Bobo durch eine Luke am Boden auf und stand allein in der Mitte der Bühne. Im passenden Outfit startete er mit seinem Toursong „Mystorial“ die Zeitreise.

Begleitet wird Bobo natürlich auch auf dieser Tour wie gewohnt von seiner Band, diversen Sängern sowie vielen Tänzern. Darunter sind wieder seine Frau Nancy, Jesse Ritch sowie Choreograph Curtis mit dabei. Curtis, der seit Anfang an dabei war, stand an dem Abend allerdings zum zweitletzten Mal auf der Bühne. Ausserdem mit dabei ist die deutsche Percussion-Gruppe Greenbeats.

Während der ersten paar Songs war alles ein wenig schleppend. Die Show wurde aber vor allem zu Beginn recht schlicht gehalten. Ab „La vida es“ schien das Ganze dann in die Gänge zu kommen. Wunderschön vor allem als dabei eine Ballerina hinten auf dem Piano tanzte.  Mit den älteren und besser bekannten Lieder wie „Together“, „Where is your love“ oder „Chihuahua“ kam das Publikum immer mehr in Stimmung. Bobo setzte sich mal ans ‚fliegende‘ Piano oder holte einen Zuschauer für ein Überraschungsgeschenk auf die Bühne. Tanzchoreographien und Lichtshow waren wie immer sehr eindrücklich.

Leider unterhielt sich die Gruppe hinter mir immer noch lautstark. Auch andere Zuschauer fingen an sich zu nerven und beklagten sich über die Gruppe. Allerdings natürlich nicht direkt bei ihnen selber. Als es dann wieder etwas ruhiger wurde, „Love ist he Price“ nach ca. der Hälfte der Show gespielt wurde, war’s mir einfach zu blöd. Ich verliess meinen Platz.

Erstmal was trinken, mich beruhigen.  Ich stellte schnell fest, dass der Sound, wie erwartet, auf dem mittleren Boden definitiv viel besser war. Auch die Sicht war klar besser. Von dort durfte man aber leider nicht zuschauen. Ich überlegte mir einen Moment, ob ich nicht einfach nachhause gehen sollte. Ich entschied mich dann aber doch um. Da stand ich dann oben bei den Stehplätzen einfach hinten und hörte zu.

Das Beste kam zum Schluss

Der zweite Teil gefiel mir von der Liederauswahl einiges besser. Auch wenn ich es nur hörte und nicht sah. Ich kriegte so allerdings bis kurz vor der Zugabe den grössten Teil der Show nicht so wirklich mit. Mir fielen dabei die vielen Kinder auf, die zum Teil desinteressiert, genervt und gelangweilt neben ihren Eltern sassen. Manche wohl, weil sie eh nichts sahen, andere weil sie gar keine Lust hatten dort zu sein. Solche Situationen gibts natürlich an anderen Konzerten auch, aber beim Bobo hat es natürlich immer besonders viele Kinder. Sie taten mir irgendwie leid. Man sollte Kinder einfach nicht jung an Konzerte mitnehmen, oder was meint ihr?

Zwischendrin stand Bobo mitten im Publikum. Er führte Spiele und Choreographien mit den Zuschauern durch. Erst ab der Zugabe, als sich bereits viele Leute auf den Heimweg machten und grosse Lücken im Publikum entstanden, fand ich für die letzten paar Lieder noch einen geeigneten Platz. Die Stimmung war zu dem Zeitpunkt super. Die Sicht auf diese Distanz war es zwar nicht wirklich, aber trotzdem war damit die Zugabe irgendwie der beste Teil des ganzen Abends.

Naja, das war wohl irgendwie ein Zeichen. Ich hab mir die Download-Karte für die Audio- und Videoaufzeichnung gekauft. Werde mir das Konzert also in Ruhe am TV nachschauen und es wohl auch in Zukunft mit DJ Bobo so handhaben. Falls ihr allerdings live dabei sein möchtet, findet ihr alle Infos unter www.djbobo.ch

 

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2 Kommentare

  1. Oh je Sarah, das schmerzt schon beim lesen. Es gibt an Konzerten nichts schlimmeres als es nicht geniessen zu können. Und die Vollpfosten hinter dir, das Thema hatten wir ja schon :/
    Und die Preise sind ja echt happig!

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