Ed Sheeran im Letzigrund Zürich

Wenn Ed Sheeran Wembley ausverkauft, muss für ihn das Letzigrund Stadion ja ein Klacks sein. So spielte er an diesem Wochenende auf seiner “Divide”-Worldtour auch gleich doppelt im ausverkauften Zürcher Stadion und begeisterte die Massen. Naja, eigentlich, wie er es immer tat, nur jetzt eben im grösseren Umfang.

Noch vor wenigen Jahren stand ich in ‘kleinen’ Konzertlokalen wie das Kaufleuten und das X-Tra in Zürich oder das KKL in Luzern, um Ed Sheeran live zu sehen. Schon damals begeisterte er die Zuschauer wie kein anderer. Einfach er, seine Gitarre und die Loopstation. Er berührte mit seinen Songs und brachte einen zum Lachen. Er war total liebenswert und bodenständig. Und er ist es heute noch.

Naja, das letzte Mal als er auf “Multiply”-Tour war und im Hallenstadion Halt machte, liess ich das Konzert aus. Ich hab mich mit der aktuellen Tour aber nun damit abgefunden, dass es nicht mehr kleiner werden wird und mich auf den Weg ins Letzigrund Stadion gemacht.

Graumarkt-Problem gelöst?

Mir war dabei klar, hinten stehen kam nicht in Frage. Golden Circle gab es keinen, also müsste ich mich auf jeden Fall früher anstellen. Aber bei der Hitze stundenlang in der prallen Sonne hocken? Uff. Ich war dann trotzdem bereits um 13.30 Uhr beim Letzigrund. Zugegeben, eigentlich total spät. Rund um das Stadion war nämlich schon ziemlich viel los, vor allem am Merch-Stand oder dem Ticket-Zelt.

Das Spezielle an den Ed Sheeran Tickets ist nämlich, dass sie personalisiert sind und beim Einlass genau mit ID kontrolliert werden. So hatten anscheinend viele noch Anliegen dazu – Namensänderung oder sonstige Probleme. Pro Änderung wurden CHF 15.00 verlangt und man musste mindestens eine Ausweiskopie des Ticketkäufers besitzen, um die Änderung machen lassen zu können. Ja, da war einem gut geraten, wenn man sich den Ticketkauf vorher ganz genau überlegt hatte. Man versteht, wenn sich da diese personalisierten Tickets nicht so richtig durchsetzen.

So personalisierte Tickets machen den Tickethändlern auf dem Graumarkt das Leben zwar einiges schwerer, das Problem an sich ist offensichtlich aber noch lange nicht vom Tisch. Einzige Lösung? Leute, kauft einfach diese überteuerten Tickets bei den Schwarzhändlern nicht!

Da hilft nur eins: Viel Wasser!

Trotz der vielen Leute vor Ort sassen nur wenige bereits direkt an den Eingängen. Viele waren nicht deutschsprachig und offensichtlich Fans, die von weiter her angereist waren. Die raren Schattenplätzchen, die die kleinen dünnen Bäumchen warfen, waren natürlich heiss begehrt und belegt. Manche schützten sich mit Regenschirmen oder Badetücher vor der Sonne. Alle anderen sassen etwa gegenüber im Garten des noch geschlossen Restaurants oder unter den Bäumen an der Strasse entlang im Schatten. Die Meisten hatten grosse Wasserflaschen mit dabei. Vis-à-vis hatte es sogar einen Brunnen, bei dem man nachfüllen konnte. Dazwischen kam dann aber auch die Sanität immer wieder mit grossen Wasserflaschen und Bechern vorbei. Das schien gut organisiert. Aber wenn sie schon erwarteten, dass Hunderte kippen würden, mussten sie ja wohl vorsorgen.

Anders war das aber später drinnen. Es kamen zwar vor der Show Getränkeverkäufer vorbei. Pro 5dl Flaschen, die in Becher umgeschüttet wurden, bezahlte man aber auch satte CHF 6 (!). An den Ständen angeblich CHF 5. Ich weiss, das sind normale Konzertpreise, aber bei der Hitze ist das schon echt heftig. Weil 5dl Wasser reichen bei diesen extremen Temperaturen definitiv nicht weit. Gut, ich hatte zum Glück Caprisonne mit dabei. Die durfte man reinbringen. Aber die waren irgendwann auch super lau und so Zuckergetränke sind nicht das idealste gegen Durst.

Wer seinen Platz hatte, wollte den natürlich nicht aufgeben. Während man auf den Konzertstart wartete und alle dabei noch sassen, war es ja noch möglich mal kurz seinen Platz zu verlassen und Getränkenachschub zu holen. Die lieben Sitznachbarn hielten einen im Normalfall sogar den Platz frei. Aber sobald die Leute standen, gab es kaum ein Durchkommen mehr. Da gab es dann auch das eine oder andere riesen Theater, wenn der Partner sich vom Getränkeholen noch irgendwie an den ursprünglichen Platz zurück quetschte.

Die Security vorne im Graben verteilen zwar immer wieder Wasser. War man weiter hinten, hatte man aber natürlich das Nachsehen. Sie liessen die Becher nach hinten schicken, aber erstens waren es viel zu viele Leute bzw. zu wenige Becher. Zweitens blieben die meisten Becher dann doch bereits nach wenigen Reihen bei den ewig selben Leuten hängen. Die Grüppchen teilten sich dabei dann auch nicht etwa unter sich mal einen Becher, da musste natürlich jeder seinen eigenen kriegen. “Die da vorn sind so assi!” hörte man immer wieder…. Überrascht? Nicht so wirklich. So überlegt man sich aber plötzlich, wie schön wir es hier eigentlich haben, dass wir sonst immer einfach an frisches Wasser kommen…

Mal wieder Chaos-Einlass

Ok, ich frag mich tatsächlich jedes Mal, wieso ich mir das antu – und tu es dann trotzdem wieder. Aber wer ein Platz weit vorn will, muss sich das teilweise einfach über sich ergehen lassen. Und ja, auch wenn der jetzt nicht so schön war, ich hatte davor tatsächlich schon schlimmere Einlässe erlebt.

Etwa eine Stunde vor Türöffnung ging plötzlich rum, dass das Gitter vor den Schleusen stehen bleiben werde und die Leute nur auf der rechten Seite der Barrieren eingeschleust würden. Da entstand natürlich sofort Unruhe, alle sprangen auf und stellten sich in die Schlange. Ah, ok, jetzt verstand ich wohl auch, warum ziemlich keiner an der Barriere direkt vor den Schleusen gesessen war sondern mehr seitlich. Die, die wie ich vor den Gittern sassen, hatten alle geglaubt, die kämen dann weg. Hmm, mein Platz würde somit wohl ein paar Reihen weiter hinten sein, als erhofft.

Als etwa eine halbe Stunde vor Türöffnung die ersten Security-Leute auftauchen, gabs einen riesen Ansturm und die vordersten quetschen sich – als ginge es um Leben und Tod – zwischen Schleusen und Gitter, um ja die ersten beim Einlass zu sein. “Bitte nicht stürmen!”, meinte ein Security durchs Megaphone. “Zu spät!”, dachte ich mir und konnte nur mit den Augen rollen. Es war nämlich schon passiert. Und war ja irgendwie klar gewesen, dass das passieren würde.

So viele versuchten dann da noch reinzukommen. Auch von links und rechts drängten viele zusätzlich rein. Da stand man dann noch eine halbe Stunde eingequetscht in der Masse, bevor der Einlass wenigstens ein paar Minuten früher begann. Es wurde gedrückt und gedrängelt. Wurde man von hinten geschubst und stolperte deshalb in den vorderen, wurde der natürlich aggressiv. Hey sorry, ich kann echt nichts dafür! Viel fehlte nicht und ich wär aus der Menge raus.

Die Kontrolle der personalisierten Tickets ging dann zum Glück überraschend schnell. Es begannen aber sofort einige über die Gitter zu klettern, die vor den Schleusen standen, um schneller durchzukommen. Also, die Idee, dass die Konzertbesucher eingeschleust werden, ist ja gut. Aber da hätten viel mehr Gitter stehen sollen, die die Leute bereits eher in eine Schlange eingereiht hätten. Schon damals bei den Rolling Stones hätte man meinen können, die machten das zum ersten Mal…

Naja, einmal durch die Kontrollen durch schien sich alles zu beruhigen. Es standen auf dem ganzen Weg – von der Treppe oben bis runter vor die Bühne – in kurzen Abständen Security-Leute, die die Besucher ermahnten: “Nicht rennen!”. (Eigentlich verrückt, ich weiss…) Was soweit ganz gut zu funktionieren schien. Seitlich hätte man sich noch in die vorderen Reihen stellen können. Ich entschied mich dann aber für ein paar Reihen weiter hinten und die Frontalansicht. Was sich später als ein guter Platz rausstelle.

Von da an hiess es weitere 2,5 Stunden warten bis der Brite Jamie Lawson den Abend eröffnete.

Jamie Lawson begeisterte auch im Letzigrund

Jamie Lawson kennen einige vielleicht bereits. Er ist nicht nur bei Ed Sheeran’s Plattenfirma unter Vertrag, wie er selbst erzählte: “That’s why Ed Sheeran is my boss”. Jamie war letzten November bereits Support Act von James Blunt gewesen. Damals alleine. Nun stand er im Letzigrund mit einer dreiköpfigen Band auf der Bühne. Auch hier konnte er das Publikum schnell mitreissen und auf seine Seite ziehen.

Mit seiner charmanten Art und kleinen Bemerkungen hatte er immer wieder Lacher auf seiner Seite und begeisterte in einem rund 30 minütigen Set. Es gab ein Lied über Briefe, die nie versendet wurden und dessen Songtitel “Letter Never Sent” lautete. Auch das von der US-Serie “The Big Bang Theory” inspirierte “The only conclusion” fehlte nicht. Mit “It’s Cold in Ohio” gabs wenigstens in Gedanken etwas Abkühlung und “Wasn’t expecting that” hatten wohl die Meisten schon mal im Radio gehört. Die Songs sind übrigens auf seinen beiden Alben “Jamie Lawson” und “Happy Accidents” zu finden.

Anne ♥ Marie mag es unperfekt

Ich hatte echt noch nie von Anne Marie gehört – zumindest nicht bewusst – und wusste nicht, was mich erwartete. Nach einer kurzen Umbaupause betrat dann erstmal die dreiköpfige Band an Keyboard, Schlagzeug und Gitarre die mit Lichterketten dekorierte Bühne. Mit dem Herzli in ihrem Namen und der Deko erwartete ich irgendwie was kitschiges und so ein typisches “Girlie”. Ich lag dabei auch nicht mal wirklich falsch. 😉

Wie die 27-jährige die Bühne betrat und den ersten Song startete, machte ich grosse Augen und hätte sie in dem Moment sofort geskippt. Anne Marie trug eine karierte Radlerhose und ein sehr kurzes silbernes Top, das gerade knapp ihr schwarzer BH bedeckte. Nennt sich das Fashion? Sie schien so eine quirlige, kichernde Art zu haben, auf die die ganzen Teeniegirls am Konzert total standen, ich mich aber für nicht wirklich begeistern konnte.

Okay, das wär ja das eine, aber mir gefiel der Song halt auch nicht wirklich. Die Mädels um mich rum schienen aber beim Eröffnungssong “Ciao Adios” schon mal sehr textsicher zu sein. Es war wohl einer der bekanntesten Songs, denn diese textsicherheit liess dann doch recht schnell nach. Merkte man schon bei “Do it right” und “Alarm”.

Naja, wie sie selber in “Perfect” singt – keiner ist perfekt und muss es auch nicht sein. Jeder hat so seine Ticks und komische Angewohnheiten. Da konnte ich ihr auf jeden Fall zustimmen. Und wer sich mit der einen oder anderen Macke identifizieren konnte, sollte jeweils laut jubeln. Wie Jamie Lawson, hatte auch Anne Marie mit Ed Sheeran einen Song geschrieben, der sich “2002” nennt. Und für das darauffolgende “Trigger” sollten dann alle die Hände zu Pistolen formen und in die Luft recken.

Die Britische Sängerin aus Essex wurde vor allem durch die Zusammenarbeit mit dem Londoner Musikkollektiv Rudimental bekannt. Somit performte sie natürlich auch den gemeinsamen Song “Let Me Live”, bei dem im Original auch Major Lazer (eine US-Gruppe bestehend aus DJs und Produzenten) sowie Mr. Eazi (ein nigerianischer Sänger) mitarbeitete. Der bekannteste Song aus ihrem Set war wohl allerdings der Clean Bandit Titel “Rockabye”, bei dem auch der jamaikaner Sean Paul mitgearbeitet hatte.

Mit “Friends” verabschiedeten sich die Band und Anne Marie schliesslich von der Bühne. Naja, die sehr synthie lastige Musik ist irgendwie nicht so wirklich meins, aber ich fand sie am Schluss okay. Sie hat ne gute Stimme. Nur von der schrecklichen Radlerhose würde ich ihr dringend abraten. Das fand ich an Kim Kardashian schon echt nicht cool. Aber Fashion ist halt genauso Geschmackssache wie Musik 😉

Nicht ohne ‘bea’

Endlich nach 20.30 Uhr erschien Ed Sheeran auf der Leinwand. Er wurde aus dem Backstage raus auf die Bühne nicht nur von einer Kamera begleitet, sondern natürlich auch von seinem Bodyguard Kevin Myers. Und das Publikum war ausser sich.

Kennt ihr eigentlich Kevin’s Instagram Account schon? Ständig an seiner Seite nennt “Securitykev” Ed “bea – before everyone else”. Das heisst so viel wie “vor allen anderen” und ist im englischen Sprachgebrauch so die Bezeichnung für die wichtigste Person im Leben. Mit sehr viel Humor und noch viel mehr Ironie berichtet Kev vom Leben mit Ed. Ziemlich durchgeknallt, aber die beiden sind soooooo witzig!

Vom kleinen Konzertlokal ins Stadion

So schnappte sich Ed seine Gitarre, leitete schon mal den ersten Song ein, während er sich auf die zusätzliche kleinere Bühne, eine Art Podest, stellte. So total allein auf der Bühne, soll man ihn ja auch sehen. Natürlich halfen die riesigen Leinwände dabei auch mit. Mit einem meiner Favoriten, dem mitreißenden “Castle On The Hill”, legte er los.

Ja, egal ob im kleinen Kaufleuten oder im grossen Letzigrund Stadion, es sind jeweils Ed, seine Gitarre und die Loopstation. Mehr braucht es auch gar nicht. Und während die kunterbunten Visuals über die riesigen Leinwände flimmerten, dachte ich mir einen Moment, dass er das Publikum easy auch ohne diese vielen, teils schon fast hypnotisierenden, Bilder begeistern würde. Das war einfach ein netter Nebeneffekt 😉 Ok, ja, mehr als nett. Ich hab diese ganzen Visuals total geliebt! ♥

Mit “Eraser”, dem Eröffnungstrack des aktuellen Albums “Divide”, ging es weiter. Rhythmisch rappte er zu seinem selbstaufgenommen Beat, den er im Loop laufen leiss, und rannte auch mal von der einen zur anderen Bühnenseite. 2011 ist Ed zum ersten Mal in der Schweiz aufgetreten, damals am “Energy Stars For Free”. Das sei der grösste Gig zu der Zeit gewesen, erzählte er. Ansonsten spielte er in kleineren Lokalen wie eben etwa das Kaufleuten.

Sieben Jahre später füllt er nun sämtliche Stadien dieser Welt – oftmals sogar doppelt. Im März 2017 startete Ed seine aktuelle “Divide”-Welttournee, die noch bis März 2019 dauern soll. Es ist seine dritte Welttour. Damals beim ersten Schweizer Konzert spielte er auch seinen Überhit “The A-Team”, der das ganze ins Rollen brachte und ihm zu seinem riesen Erfolg verhalf. Der durfte natürlich somit auf keinen Fall fehlen und liess das Letzigrund schon ab dem dritten Song lauthals mitsingen.

Bitte macht es nicht so wie Ed

Nach dem Mix von “Don’t”/“New Man” hatte er eine Bitte an sein Publikum und setzte somit ein paar Regeln. Wenn er nämlich an Konzerte gehe, dann starre er meist einfach nur auf die Bühne. Er getraue sich einfach nie, ausgelassen zu tanzen und es bliebe meistens beim Mitwippen. Wenn er dann vor allem bei Festivals die ganzen Leute beobachtete, wie sie sich unbeschwert gehen liessen, war er fast etwas neidisch. Er wurde dadurch dann selbst aber auch etwas mutiger und glaubte, dass er das vielleicht doch auch könne.

Wir sollten es also auf keinen Fall wie er machen und müssten uns auch keine Gedanken machen. Die ganzen Zuschauer seinen nicht gekommen, um die Leute um sich rum beim Tanzen zu beobachten. Sie wollten nur ihn sehen. Also einfach tanzen und so laut wie möglich mitsingen. Ja, dem Motto ist Ed über all die Jahre treu geblieben: Es muss nicht richtig klingen, sondern einfach laut. Wer die Worte nicht kennt, erfindet einfach welche. Er habe die kommenden zwei Tag auch frei. Es sei also egal, wenn er die Stimme verliere. Und wir hatten ja noch den Sonntag.

Gut, beim darauffolgenden “Dive” ging es noch nicht so wild zu und her. Aber die wunderschöne Ballade wurde durch ein erstes Lichtermeer untermalen.

Boyfriends und Superdads

Was Ed übrigens auch absolut klar war, ist, dass 98% offensichtlich super viel Spass hatten, während die restlichen 2% der Zuschauer nicht ganz freiwillig vor Ort waren. Einerseits seien das die Boyfriends, die mehr von der Freundin gezwungen wurden, mitzugehen und Ed nicht wirklich ihr Ding sei. Andererseits waren da die Superdads, die dafür sorgten, dass ihre Kids wieder sicher nach Hause kamen. Letztere diskutierten dann auch eher mit den anderen Superdads über das überteuerte Bier.

Ed wollte dass 100% mitmachten! Er war sich sicher, dass die Freundinnen mit den Boyfriends zusammen noch viel mehr Spass haben würden. Er hoffte auch, dass ihnen der eine oder andere Song zusagen würde. Vielleicht war das etwa auch “Bloodstream”? Das mit Rudimental produzierte Lied kam nicht nur wegen dem blutroten Hintergrund etwas düsterer und aggressiver rüber.

So ungezwungen, ehrlich und bodenständig ist wohl kein anderer Superstar. Und wenn die ganzen Boyfriends und Superdads dabei nicht zumindestens etwas schmunzeln mussten und zusätzliche Sympathie für den rothaarigen Briten empfanden, dann weiss ich auch nicht.

Lasst die Musik sprechen

Etwa im zweiten Teil der Show hatte Ed nicht mehr ganz so viel zu sagen und zu erzählen. Neben einigen Aufforderungen zum Mittanzen und Singen, dem Anfeuern des Publikums, liess er vor allem seine Songs und die dazugehörigen Bilder sprechen. Die ganzen Bilder und Visuals im Hintergrund waren so unglaublich toll. Teils richtig hypnotisierend.

Während zwischen den Songs jeweils das Cover des aktuellen Albums “Divide” zu sehen war, änderen die LED Wände von Song zu Song. Etwa beim darauffolgenden “Happier” flakerten die Bilder teils daumenkinoartig und wie aus einem alten Film im Hintergrund. Dazu erstrahlte das Stadion im Lichtermeer.

Es folgte “I’m A Mess” mit kunterbunten comic/grafiti-artigen Grafiken, Bilder und Schriftzügen, die offensichtlich Bedeutung in seinem Leben haben. Das waren “plus” und “divide” Zeichen seiner Albencover, Smilies, Schriftzüge und Strassenschilder oder auch Pingu mit seinem Säckli auf dem Rücken. Es wurde auch der Teddy sowie der riesige Löwenkopf, die er sich tättowiert hat, gezeigt. Natürlich alles in kunterbunt.

Es war wohl dann keine Überraschung, dass die Grossaufnahmen bei “Tenerife Sea” türkisblau gefärbt waren und beim wilden “Galway Girl” sich alles ganz im Zeichen von Irland färbte. Es ging danach bereits wieder ruhiger weiter. Ein Highlight war etwa Ed’s Mix aus dem Song “Feeling Good” sowie dem “Herr der Ringe”-Soundtrack “I see fire”. Zum Thema passend erschien der riesige Drache auf der Leinwand.

Dann folgte auf “Thinking Out Loud” ein weiterer Mix bestehend aus “One” und dem wunderschönen “Photograph”. Wie im offiziellen Musikvideo wurden auch im Stadion Fotos aus Ed’s Kindheit eingeblendet. Gefühlvoll gab Ed mit dem wunderschönen “Perfect” darauf eine letzte Ballade zum Besten, bevor er mit “Nancy Mulligan” wieder ins Irische über ging und Tempo aufnahm. Auch da war die Leinwand passend zu den fröhlichen Klängen kunterbunt eingefärbt.

Ed beendete schliesslich mit “Sing” die Show, kehrte aber natürlich für eine Zugabe zurück. Immerhin hatte er seinen erfolgreichsten Song noch nicht gespielt. So betrat er die Bühne zum Abschluss in einem Trikotshirt der Schweizer Fussball Nationalmannnschaft. Die Nr. 3 und sein Name standen auf dem Rücken drauf. Ein Fangeschenk vom Vortag. So spielte er “Shape Of You”. Definitiv nicht mein Favorit, aber man merkte sofort, wie die meisten Zuschauer darauf gewartet hatten.

Zum Abschluss drehte Ed dann mit “You need me, I don’t need you” nochmals so richtig auf. Erst griff er heftig in die Saiten. Dann schnappte er sich während des Songs eine Schweizer Flagge, mit der er über die Bühne wirbelte, mit den Fans sang und sich praktisch die Lunge raus rappte.

Begleitet von riesigen Jubel verliess er nach den letzten verabschiedenden Worten endgültig die Bühne. Es dauerte einen Moment  bis die Stadionlichter angingen, das Publikum “erwachte” und realisierte: Es ist endgültig vorbei.

Begeistert bewegte sich die riesige Menschenmasse langsam aus dem Stadion. Hie und da mal noch ein Foto oder Video von dem eindrücklich, entleerenden Stadion sowie der eine oder andere Song im Loop als Ohwurm mitdabei. Also ich hätte Ed noch viel länger zugehört, ihr nicht auch?

Irrweg nach Hause

Draussen aber dann die Frage: Wo ist die nächste Toilette? Und vor allem: Wie komme ich zum Bahnhof? Einfach der Menschenmasse nach, am Besten wohl zu Fuss. Die Schlange an der Tramhaltestelle schien nämlich endlos. Allerdings war ich nicht die Einzige, die sich wohl über die Umleitung wunderte und sich schlussendlich irgendwie auf dem Weg verirrte. Wie war ich denn bitte das letzte Mal (müsste bei den Rolling Stones gewesen sein) wieder zurück gekommen? Ach, egal. So ergab sich noch das eine oder andere nette Gespräch mit anderen Fans.

 

SETLIST ED SHEERAN

  1. Castle On The Hill
  2. Eraser
  3. The A-Team
  4. Don’t / New Man
  5. Dive
  6. Bloodstream
  7. Happier
  8. I’m A Mess
  9. Tenerife Sea
  10. Galway Girl
  11. Feeling Good / I see fire
  12. Thinking out loud
  13. One / Photograph
  14. Perfect
  15. Nancy Mulligan
  16. Sing
  17. Shape Of You
  18. You Need Me, I don’t need you

Alle Fotos findet ihr hier Bildstrecken: Ed Sheeran im Letzigrund Zürich

Infos zu Ed Sheeran und den Support Acts findet ihr hier:
www.edsheeran.com
Jamielawsonmusic.com
www.iamannemarie.com

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