Lo & Leduc Generalprobe in Hasliberg

Was haben wir letzten Sommer gelernt? Genau, wenn Lo & Leduc komisch klingende, unbekannte Bands bewerben, dann können wir uns auf ganz spezielle und tolle Momente mit dem Berner Duo freuen. Diese Konzerte sind nicht zu verpassen. Und es war kein Aprilscherz! Nur anders als bei Tzatziki Pashas stand das Duo dieses Mal nicht nur mit drei Mitmusikern auf der Bühne. Für das Überraschungskonzert im Hotel Wetterhorn quetschten sie die komplette 9-köpfige Band auf die kleine Bühne.

Zugegeben, auch wir waren erst etwas verunsichert, aber unter dem Namen Baba Ganoush haben wir mehr so ein Auberigenmus gefunden als eine Band (ja, wir haben gegooglet ;-)) Wir wurden dann auch nicht enttäuscht: Es ging für die ganze Lo & Leduc-Band direkt vom Bandraum auf die kleine Wetterhorn Bühne. Ich hoffe, auch der Konzertbesucherin, der wir 10min vor Showstart verrieten, wer da gleich auf der Bühne stehen werde, hatte es gefallen. Sie schien im ersten Moment nicht so begeistert. Die meisten kamen ja auf gut Glück, wir hingegen waren schon ganz zappelig aus lauter Vorfreude.

Fast auf den Tag genau, drei Jahren nach der Veröffentlichung ihres Erfolgswerkes „Zucker fürs Volk“, haben Lo & Leduc ihr neues Album „Ingwer und ewig“ veröffentlicht. Neben der Plattentaufe im Bierhübeli, war auch die restliche Tour ratzfatz ausverkauft. Es gab mehrere Zusatzkonzerte und nur für das zweite Zürcher Konzert im Kaufleuten werden an der Abendkasse noch Tickets erhältlich sein. Lo & Leduc werden auf der Tour in Lokalen mit durchschnittlich 800 Zuschauern spielen. Somit genossen wir die kleine Show umso mehr.

Eine ausverkaufte Liveprobe vor rund 200 Zuschauer. Es war heiss in dem kleinen Veranstaltungsraum und es sollte noch viel wärmer werden, sobald Lo & Leduc auf der kleinen Bühne rum sprangen und herum wirbelten. Immer wieder mussten wir ganz vorn in der ersten Reihe unsere Köpfe einziehen oder einen Schritt zurück machen. Sie schienen alle sehr aufgekratzt und voller Vorfreude wieder auftreten zu können, aber man merkte auch die Nervosität. Sie präsentierten immerhin zum ersten Mal die neuen Lieder einem Livepublikum.

Natürlich standen die neuen Lieder im Vordergrund bei denen die Band aufs bisherige Erfolgsrezept zu setzten scheint. Vom Stil her hat sich nicht so viel zum letzten Album geändert. Von Beginn weg nutzten sie diverse Gelegenheiten die Zuschauer mittanzen zu lassen und in die Show mit einzubeziehen. Schon früh wurde auch die erste Single des neuen Albums, „Mis Huus dis Huus“, gespielt. Neben all den neuen Titel fehlten in der Setlist aber auch die Vorgänger sowie mehrere Songs ab den alten „Update“-Alben nicht. Diese alten Alben gibt’s nicht zu kaufen, allerdings seien sie nach wie vor zum Gratisdownload auf ihrer Webseite zu finden [schaut mal hier].

Die älteren Titel spielten sie teils komplett, teils Medley-artig in Kurzversionen. Manche wie gewohnt, andere in neueren Versionen. Und sie neckten das Publikum, in dem sie ganz kurz, wirklich super kurz, ihren Hit „Jung verdammt“ anspielten und dabei meinten, damit hätten sie den wenigstens durch. Na na, sie spielten ihn später dann doch noch komplett. Neben den wortgewandten Texten der beiden und dem spontanen Freestyle von Lo, begeisterte die Band mit tollen Soli. Dieses Mal gewann ausnahmsweise Leduc beim „Schere Stein Papier“-Battle während „Räuber u Poli“. Er war ausser sich vor Freude, dass er das grosse Hotelbett benutzen durfte und Lo auf dem Sofa schlafen musste.

Es war ein tolles Konzert. Näher hätte man kaum sein können. Es war persönlich und witzig und es wurde viel gelacht. Die Stimmung war so super. Dabei kam Leduc allerdings rasch ausser Atem und stellte fest, es fehle ihm an Kondition. Ob jemand eine gute App kenne, mit der er bis zur Plattentaufe fit werden könne? Lo ärgerte sich hingegen mehr darüber, dass die Übergänge zu den Songs teils noch nicht so sassen oder ihm keine passenden Ansangen in Sinn kamen. Er würde sich auf die Plattentaufe hin auf jeden Fall noch was überlegen. Auch funktionierte die Lichtshow noch nicht so richtig. Aber hey, hätten sie nicht ständig erwähnt, was gerade alles schief ging, wären die Patzer kaum aufgefallen. Aber gerade das machte das Ganze auch so super unterhaltsam.

Nach satten zwei Stunden kam das Konzert dann doch ans Ende. Wenn’s nach uns gegangen wäre, hätte die Plattentaufe gleich am nächsten Abend stattfinden können. Wir hatten definitiv noch nicht genug von Lo & Leduc und freuten uns schon, auf die grosse Show im Bierhübeli. Von Lo kriegte ich dann noch eine Aufgabe: Ich sollte auf die Unterschiede der Shows achten und ihm mitteilen, was ich schlussendlich besser fand.

Na dann, es werde Donnerstag!

Infos und Tourdaten zu Lo & Leduc findet ihr unter www.lo-leduc.ch

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