Long way down | Tom Odell in Zürich

Act: Tom Odell
Datum: 27.11.2013
Event: Long Way Down-Tour
Ort: Volkshaus Zürich
Zeit: 20 Uhr
Türöffnung: 19 Uhr
Support Act: Jaimi Faulkner


Ich hatte ja eigentlich absolut keine Lust irgendwohin zu gehen. Ja, sowas kommt tatsächlich vor. Mir wars eher nach einem gemütlichen Abend vor dem TV. Aber ich hatte das Ticket schon lange gekauft und ich hoffte, die Stimmung würde sich ändern, sobald ich erst Mal dort war. Also gings ab ins Volkshaus Zürich zu Tom Odell.

Jaimi Faulkner Ich traff um 19.45 Uhr rum eine Kollegin an der Tramhaltestelle und zusammen gings zum Volkshaus. Anstehen mussten wir zum Glück nicht mehr lange, wir waren schnell in der Wärme. Der Toilettengang vermied ich erstmal noch. Jacke abgeben und dann gucken, ob wir noch einigermassen einen guten Platz kriegen konnten. Überraschenderweise waren nicht sehr viele Leute da und wir kamen auf der Seite noch weit nach vorn. Der Australier Jaimi Faulkner war Support Act. Mit den ganzen Sänger/Songschreiber ist es ja schon fast manchmal etwas schwierig – entweder mag man sie oder nicht. Weil irgendwo sind doch viele sehr gleich oder ähnlich. Jaimi war definitiv sehr sympathisch, seine Lieder rissen einen gut mit, er hat eine sehr schöne weiche Stimme und sein Können an der Gitarre, zeigte er auf jeden Fall auch. Seine instrumentalen Teile der Show waren mir dann aber irgendwann zu lang, ansonsten fand ich ihn recht gut. Ja, nachdem wir noch schön Platz hatten bis dahin, wurde es kurz vor Tom’s Show plötzlich doch sehr eng. Die Teenies um uns rum konnten sich nicht still halten und es war ein riesen Hin und Her. Ich war dann irgendwann recht genervt. Doch wie sich später rausstellte, war das noch das am wenigsten Nervige. Im sehr durchmischten Publikum waren schliesslich nicht die Teenie-Girls am Lautesten. Um 21 Uhr rum gab es ein Intro, ein eher verwirrendes Intro, und schliesslich betraten Tom und seine drei Bandmitglieder die Bühne. Viele würden sich vielleicht etwas irritieren lassen und hatten möglicherweise Vorurteile – vom Aussehen her und und den blonden Haaren würden ihn möglicherweise einige eher in eine Boyband stecken wollen. Aber, wer nur einmal eine Show von ihm gesehen hatte, weiss, dass er da so gar nicht reinpassen würde. Die Show begann mit „Grow old with me“. Tom Odell’s Shows sind bewegend, voller Energy und doch genau so gefühlvoll. „Can’t pretend“, „Sense“, „I know“, „Another Love“ und „Hold me“ waren unter anderen Teil der Setlist. Im Gegensatz zu Tom Odell @ Volkshaus Zürich der letzten Show am Zürich Openair, war diese mit viel weniger Gekreische unterlegt. Doch wie bereits erwähnt, das wäre auch nicht das Nervigste gewesen. Es waren zwei ältere Frauen, geschätzt Mitte vierzig/Anfang fünfzig, die am Lautesten, Ausgeflipptesten und Auffälligsten waren. Sie standen zum Glück irgendwann nicht mehr direkt hinter uns. Offensichtlich war das kleine Plüschtierchen, das Tom irgendwann zwischen zwei Songs bei sich aufs Klavier setzte, von einer der Damen mitgebracht worden – das kriegte dann auch sehr schnell das ganze Volkshaus mit. Die hüpften wie pupertierende Mädchen rum, hingen sich an die Girlies ringsrum, schrien immer wieder nach Tom und wie sehr sie ihn liebten. Das machte ihn wohl etwas nervös. Er platzierte das Tierchen mehrmals um, bis es schliesslich wieder auf dem Boden landete. Ich musste schon etwas grinsen. So genial er sich anhörte, so süss war er auch. Er stimmte „Oh Darling“ von den Beatles an. Wenn einer sowas Covern konnte, dann Tom Odell. Mit der genialen Stimme, den wunderschönen Texten, dem unglaublichen Klavierspiel und seiner Art werden seine Konzerte unvergesslich und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Nachdem ich am Anfang des Abends so gar keine Lust hatte und viel lieber daheim aufm Sofa gesessen wäre, hatte meine Stimmung schnell gedreht, sobald er die ersten Töne in die Tasten haute. Da blieben irgendwann auch nur noch Gedanken wie „er ist einfach genial“! Er zieht einen sofort in den Bann. Mit der Zugabe machten wir uns dann auch bereits wieder auf zur Garderobe, weil ich meinen früheren Zug unbedingt erwischen wollte. Kurz ein paar Minuten noch zuhören und dann endete das Konzert für mich halt etwas verfrüht.

Es hatte sich definitiv gelohnt und ich glaube, Tom wird irgendwann ganz, ganz gross werden. Ich würde ihn definitiv auf die Liste „Acts, die man einmal live gesehen haben muss“ setzen. Ich freu mich jetzt schon auf die nächste Show.

Videos Tom Odell: Youtube
Videos Jaimi Faulkner: Youtube

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