Mando Diao im Mascotte Zürich

Ich freute mich. Plötzlich hatte ich ne Nachricht von Postfinance, dass ich Tickets kriegen würde.  Endlich wieder ein 20min The Showcase, bei dem ich dabei sein konnte. Wo ich genau mitgemacht hatte, weiss ich gar nicht. Kann ich mich überhaupt nicht erinnern. Mando Diao hatte ich 2011 in Locarno gehört. Ja, nur gehört. Weil ich sass da vor der Piazza und hatte keine Tickets. Es klang gut, die Leute schienen dort am Konzert total auszuflippen – Jubel, Geschrei. Vor allem die bekannten Songs, die im Radio laufen wie „Dance with somebody“, „Gloria“, „Forgive Forget“ oder jetzt das neue „Black Saturday“ mochte ich von Anfang an. Dementsprechend waren dann meine Erwartungen an das Showcase letzten Montag recht hoch. Und irgendwie wurden die dann aber nicht so ganz erfüllt.

Ich hatte bei Postfinance VIP-Tickets gewonnen. Eigentlich wäre noch ein Apéro dabei gewesen, aber das musste ich dann doch sein lassen, weil ich wegen Arbeit nicht schon um 18 Uhr in Zürich sein konnte. Kurzfristig noch eine Begleitung zu finden, stellte ich mir schwierig vor. Ich hatte dann aber doch eher zu wenig Tickets. Kurz vor 20 Uhr konnte ich unsere Tickets schliesslich vor dem Mascotte entgegennehmen und wir platzierten uns im VIP-Teil, oben auf dem ‚Balkon‘ etwas seitwärts, um einigermassen eine gute Sicht zu haben. Es war ein cooler Blickwinkel.

Das Showcase begann pünktlich. Mando Diao wurden angekündigt und die Band machte es sehr spannend, bis sie endlich die Bühne betraten. Eher zu spannend. Als die beiden Sänger Björn und Gustaf die Bühne betraten, musste ich erst mal genauer hingucken. Dunkle Overals, wasserstoffblonde Haare, Haarbänder, Sneakers mit Flügelchen und Stulpen. Was für ein Outfit war das denn? Das Showcase begann eher ruhig. Manchmal wirkten sie fast etwas spirituell. Die Texte schienen sie soweit auch nicht so ganz im Griff zu haben, wenn man das so an der Anzahl an Seiten, die auf dem Boden klebten, beurteilte. Aber eigentlich war die Stimmung von Anfang an im Publikum sehr gut. Jedes Mal, wenn offensichtlich ein älteres, bekannteres Lied gespielt wurde, flippte das Publikum unten vor der Bühne fast aus. Bei den Lieder wie „Forgive forget“, „Gloria“, dem neuen „Black Saturday“ gabs kaum mehr ein Halten. Und bei „Dance with somebody“, was wohl wirklich der Hinterste und Letzte kannte, sowieso. Das vollgestopfte Mascotte kochte. Und den beiden Leadsängern schien es grossen Spass zu machen. Sie sprangen auch immer wieder mal ins Publikum runter um mitzutanzen, vor allem Gustaf. Der verpasste dem Publikum schliesslich eine Champagner-Dusche. Es hätte uns nicht überrascht, wenn sich die ‚Hardcore Fans‘ ganz vorne gar nicht mehr eingekriegt hätten. Es war also wild. Naja, unten vor der Bühne auf jeden Fall. Oben im VIP-Bereich lief nicht sehr viel und es wurde eher geschwatzt. Naja, ich weiss jetzt, dass VIP wirklich absolut nichts besseres ist und nicht wirklich Spass macht 😉 Aber die Perspektive war so für ein Mal interessant.  Ich war jetzt vom Konzert nicht so begeistert. Eigentlich dachte ich, ich würde da eher eine Rockband auf der Bühne zu sehen bekommen. Mir kamen Mando Diao aber wie ein Mix aus 90er-Boyband und 80er Rock/Pop-Band vor. Und man fragte sich ja, was der komische Rucksack auf Gustaf’s Rücken sollte, als er plötzlich oben ohne da stand. Auffallen taten einen auch die beiden „Handlanger“, Stage hands. Dass Musiker, vor allem wenn sie bekannter werden, da Leute haben, die ihnen helfen, ist klar. Aber die beiden Frontsänger schienen nicht mal wirklich ein Mikro anzufassen und zu richten. Da kam immer einer angerannt. Und am Schluss, kaum von der Bühne, fing der eine an alles zu desinfizieren und abzuwischen – sogar die Songtexte und Setlists auf dem Boden. Sowas hatte ich ja noch nie gesehen. Das war recht irritierend.

Das Showcase an sich war ok. Sie spielten auf jeden Fall über 1 Stunde. Die meisten Lieder klangen mir zu gleich, oft zu langweilig. Es war irgendwie interessanter die Band und das Publikum von oben herab zu beobachten. Für ein Mando Diao Konzert bezahlen? Würde ich also nicht. Ich bleib dann lieber vor dem Radio sitzen 😉

Setlist:
1) If I don’t have you
2) God knows
3) Luc Robitaille
4) Wet dreams
5) Long before rock
6) Romeo
7) Down the past
8) Money
9) Morning Light
10) Forgive Forget
11) Gloria
Encore
12) Dance with somebody
13) Black Saturday

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