Max Giesinger in Zürich

Nachdem ich Max Giesinger letzten Sommer auf der Loreley zum 1. Mal live sehen durfte, glaubte ich ja, dass es nun ewig gehen würde, bis ich ihn wieder sehen kann, und das vor allem nicht in der Schweiz. Aber erstens kommt es oft anders und zweitens als man denkt. Kurz darauf wurde von Mainland Music auch schon das Konzert in Zürich angekündigt. Oh, ich war total hibbelig, aufgeregt und voller Vorfreude auf dieses Konzert.

Max Giesinger hat wie viele angefangen Coverversionen und auch eigene Songs auf Youtube hochzuladen. Er erlangte dann Bekanntheit durch die erste The Voice Of Germany Staffel im 2012, wo er mit Hilfe seines Couches Xavier Naidoo den vierten Platz belegte. Musiker sei schon immer viel mehr sein Ding gewesen. Er habe die angehende Banklehre bereits nach 2 Wochen wieder abgebrochen, wie er an dem Abend während des Konzertes erzählte. Er sei wohl der unmotivierteste Lehrling ever gewesen, lachte er. Sein Debutalbum „Laufen lernen“ finanzierte er sich 2014 durch ein Crowd-Funding.

Sein zweites Album „Der Junge, der rennt“ wurde 2016 veröffentlicht. Darab entwickelte sich der Song „80 Millionen“ zu einem Radioerfolg. Diesen schrieb er sogar für die EM 2016 in eine Fussballversion um, womit er einen Hit und auf Platz 2 der deutschen Charts landete. Nachdem Max Giesinger in der Schweiz zu Beginn einige Wohnzimmer-Konzerte gespielt hatte und vor rund 3 Jahren als Support von Johannes Oerding im Moods Zürich aufgetreten ist, kam er nun nach 8 Jahren endlich für sein erstes Tourkonzert nach Zürich. Und darauf hatten offensichtlich viele sehenlichst gewartet.

Martin Haller, der sich kurz Haller nennt, eröffnete den Abend im Papiersaal. Der Achner Musiker spielte zum ersten Mal in Zürich, zum ersten Mal überhaupt in der Schweiz. Mitsingen könne man seine Lieder einfach, es seien ja „Popsongs“, wie er grinsend das Publikum zum Mitmachen aufforderte. Und dennoch sind Titel wie sein Favourite „Lawine“ [Video hier] oder „Junge“ nicht nur einfache Popsongs, sondern haben hinter den Texten auch eine tiefere Bedeutung. Er sang über Begebenheiten, die berühren und sicher so einige im Saal nachvollziehen und mitfühlen konnten. Damit und seiner sympathischen Art überzeugte er mich ziemlich schnell. An den Gesang, die sehr hohe Stimme, musste ich mich allerdings schon irgendwie erst noch etwas gewöhnen. Kam aber immer etwas uf den Song an. Es war ein schöner Start in den Abend.

Natürlich war Max Giesinger mit seiner Band aber untopbar. In abgedunkeltem Licht trat die Band auf die Bühne – Klaus am Keyboard, Steffen an der Gitarre, Paul am Bass und Lars an den Drums. Das Intro ging in den aktuellen Albumtitelsong „Der Junge, der rennt“ über. Wir hörten Max‘ Stimme, sahen ihn aber nicht. Bis wir uns umdrehten und ihn rechts hinten auf einer Erhöhung stehen sehen konnten, von wo er den Song startete und darauf durchs Publikum rauf auf die Bühne kam.

Sein erstes Headliner-Konzert in der Schweiz war mit rund 500 Zuschauern ausverkauft. In Deutschland spielen sie ja bereits grössere Konzerte. Mit den mitreissenden Melodien, der ganzen Power der Band, sowie der Energie und Begeisterung des Publikums, fühlte ich mich direkt zurück auf die Loreley versetzt. Wahnsinn – Stadionfeeling im kleinen Papiersaal. Und kaum stand Max auf der Bühne, sprang er bereits wieder ins Publikum, wanderte umher und begrüsste die Zuschauer gleich persönlich. Kontaktfreudig und total publikumsnah, genauso wie damals auf der Loreley.

Trotz, dass dies nun das erste richtige Konzert war, war sein Publikum super textsicher. Vor allem die Radiosongs wie etwa „Wenn sie tanzt“ [Video hier], zu dem er auch paar Turnübungen machte und allgemein ständig zum Mittanzen und mitmachen animierte, wurden Wort für Wort mitgesungen. Aber eben nicht nur die, sondern auch die meisten anderen.

Zwischendrin wurde es auch etwas ruhiger. Etwa bei „Du kannst das“ [Video hier], „Nicht anders gelernt“ oder später, ungefähr in der Mitte der Show, als er sich mit Gitarrist Steffen mit den Gitarren auf Hocker setzte, um ein kurzes zwei Lieder-Akkustikset zu spielen. Max erzählte, wie er Steffen vor Jahren bei einem Schülerbandcontest kennengelernt hatte. Steffen habe ihn zu Beginn mit seinem schwäbischen Dialekt kaum verstand und Max wunderte sich auf einmal, warum er sich überhaupt so bemühte sauberes Hochdeutsch mit uns Schweizern zu sprechen. Unsere Dialekte seine ja so ähnlich. Zum Beispiel klinge „Hochzyt“ ja fast gleich. Und er hatte sich extra einige Schweizer Wörter beigebracht – „Chuchichäschtli“, „Büsi“ und „Geisli“. Genau Max, damit kommst du im Alltag auch besonders weit. Hehe. Sie spielten darauf zusammen „Alles auf Anfang“, bevor Klaus sich ebenfalls eine Gitarre schnappte und sich für „Die guten Tage strahlen“ zu ihnen gesellte.

Max habe auch extra E-Piano gelernt, damit es etwas Abwechslung in die Show gebe und mal andere Instrumente zu hören seien. Somit setzte er sich an die Tasten und spielte seine Versionen von Coldplay’s „Fix You“, mit dem er damals bei The Voice auch in der ersten Live-Sendung aufgetreten ist. Ausserdem sang er mit Hilfe des Publikumchors Michael Jackson’s „Earth Song“. Er blieb noch für „Nicht so schnell“ sitzen, bevor die Band mit ihrem Hit „80 Millionen“ [Video hier] bereits zum letzten Song kam.

Klar liess man sie so nicht einfach gehen und holte sie für „Vielleicht im nächsten Leben“ und „Für immer“ nochmals zurück auf die Bühne. In einem wunderschönen Lichtermeer beendeten sie ihr erstes Schweizer Tourkonzert. Und besser hätte es kaum sein können.

Angekündigt hatte er es zwar nicht, und er macht das wohl auch nicht immer, aber wie gehofft, gab Max nach einer kurzen Verschnaufpause schliesslich auch noch Autogramme und machte Fotos mit seinen noch wartenten Fans. Danke Max! Auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen 🙂

Infos zu Max Giesinger findet ihr unter www.maxgiesinger.de, zu Haller auf www.hallermusik.de
In meinen Youtube-Playlists könnt ihr euch einige Videos ansehen und reinhören: Max Giesinger in concert | Haller in concert

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