Milow in Solothurn

Wenn sich Montage wie Freitage anfühlen, Männer und Frauen jeden Alters gleichermassen über ihre Gesichter strahlen und zum Takt mithüpfen, dann beehrt möglicherweise Milow gerade das Kofmehl in Solothurn. Zwei Tage zuvor hatte der belgische Musiker mit seiner Band in Schaffhausen seine „Modern Heart“- Europatour gestartet und stoppte für sein 19. Schweizer Konzert zum ersten Mal in Solothurn. Es war höchste Zeit, Milow endlich live zu sehen.

Kelvin Jones eröffnete den Abend

Eröffnen tat der Abend Kelvin Jones. Es sei jetzt die dritte Show der Tour und er rede sehr gerne, erklärte der sympathische Brite lachend seine etwas heisere Stimme. Der Musiker hat einen tollen Humor, da machte es nicht nur Spass seinen Songs zuzuhören sondern auch seinen Geschichten. Vor rund drei Jahren hatte Kelvin Jones seinen Song „Call You Home“ online gestellt. Nachdem ihn ein Freund geteilt hatte, ging der Song plötzlich viral und wurde sogar bei „Good Morning America“ gespielt. Damit hat sich natürlich in seinem Leben dann einiges verändert.

Mit wunderschönen eigenen Songs, aber auch einem Cover von „The Weeknd“, stimmte er das Solothurner Publikum wunderbar für den Abend mit Milow ein. Natürlich durfte dann „Call You Home“ nicht fehlen, mit dem er diesen kurzen Auftritt abschloss. Er plane übrigens gerade eine eigene Headliner-Tour durch Europa, die dann auch einen Auftritt in Bern beinhalten soll. Sobald die Daten bekannt sind, werd ich’s euch natürlich wissen lassen.


Milow begeisterte sofort

Milow, der Superstar mit den vielen Ohrwürmern und Hits. Das war immer so meine Vorstellung, wenn einer seiner Songs im Radio lief. Ich erwartete einen eher grossen Andrang und eine Absperrung vor der Bühne. Milow spielte zwar im vollen Kofmehl, allerdings füllte sich das Lokal langsam und gemütlich mit einem Zuschauer nachdem anderen. Die Stimmung während des Konzerts war dann genau so angenehm relaxt und stressfrei. Absperrung gab es keine. Wir mussten nach Kelvin’s Auftritt auch nicht mehr allzu lange auf Milow warten. Mit dem Live-Stream, den er kurz vor dem Konzert noch auf Instagram durchführte, verkürzten wir uns die Wartezeit. Habt ihr den auch gesehen?

Mit „Just Smile“ begannen er und die Band das Konzert. Sofort zauberten sie den ersten Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht. Die Stimmung stieg mit „Summer Days“ und erreichte mit „No No No“ bereits einen ersten Höhepunkt. Noch bevor die erste halbe Stunde der Show um war, hatte mich die Begeisterung für den Musiker und seine Band total gepackt. Ihre fröhliche Art und gute Laune waren einfach ansteckend. Man hatte den Eindruck, dass sie selber genau so viel Spass hatten.

Der melodische Gesang, die tollen Strophen und die schönen Gitarrenlinien wirken unbeschwert und ausgeglichen. Trotz, dass einige Songs recht synthesizerlastig und elektronisch klingen, schien es nicht zu viel. Milow verzauberte mit wunderschönen Balladen und liess die Leute zu tollen Uptempo-Songs tanzen. Ausserdem bewiesen er und die Band ebenfalls sehr viel Humor und sind ganz und gar publikumsnah.

Bei „Little in the middle“ sauste Milow rüber auf den seitlichen kleinen Balkon und streckte sich über das Geländer, um die Hände seiner Fans abzuklatschen. Als er zurück auf der Bühne doch zu sehr ausser Atem war, redete er einfach einen Moment lang ununterbrochen weiter. Dabei erzählte er allerlei Geschichten und Erlebnisse, bis sich sein Puls wieder etwas normalisiert hatte. Ebenfalls erzählte er von der kleinen Bootsfahrt, die sie an dem Nachmittag in Solothurn gemacht hatten. Bei schönstem Wetter liessen sie sich übers Wasser treiben und machten dabei Musik.

Das Ganze verpackten sie in eine Videopostkarte. Schaut hier:

Zwischendrin wurde es aber auch etwas ruhiger, wenn Milow mal alleine an der Gitarre sang oder jeweils im Trio die wunderschönen Balladen „Way up high“ und „Don’t Turn Around“ zum Besten gab. Natürlich durfte auch „Ayo Technology“ nicht fehlen, bei dem das Publikum aufdrehte und es spätestens da wohl jeden packte. Bei „Tourist“ liessen sie einige karibische Klänge in den mitreissenden Soul-Pop einfliessen. Gerade erst Anfang April war Milow zum ersten Mal überhaupt in der Karibik aufgetreten. Es sei schwierig gewesen dort zu spielen, scherzte er und gab rasch zu, dass es in Wahrheit richtig genial gewesen sei.

Zu „You Don’t know“ schwärmte Milow dann ausführlich von Shakira und wie er sie vor einigen Jahren am Energy Stars For Free in Zürich getroffen hatte. Sympathisch, wie der Hitlieferant auch plötzlich weiche Knie kriegte. Er lachte, dass er solche Geschichten manchmal einfach zwischendrin los werden müsse, damit er sich danach wieder voll und ganz aufs professionelle Konzertespielen konzentrieren könne. Aber da kamen sie dann mit der aktuellen Single „Howling at the moon“ auch bereits ans Ende der Show. Jedoch meinte Milow, dass es ganz allein am Publikum läge, ob die Show damit wirklich endete. Somit verlangten die Zuschauer natürlich laut jubelnd nach mehr.

So bald wird die Karriere bestimmt nicht enden

Milow kehrte für eine ausführliche Zugabe zurück, die er mit „I was a famous singer“ begann. Den Song habe er schon mal vorsorglich geschrieben, falls es mit der Karriere irgendwann zu Ende gehe. Durch den selbstironischen, witzigen Text liess er uns mit dieser ersten Zugabe fast Tränen lachen. Während ihm im Chorus laut „You used to be, you used to be, you used to be so cool“  entgegenschallte, kicherte es in allen Ecken. Ungefähr in der Mitte des Liedes stieg Gitarrist Tom mit ein und bewies nochmals, was für ein genialer Sänger er ist.

Milow raste danach während eines Publikum Countdowns über den Backstage nach hinten auf die Treppe, wo sie alle gemeinsam, inkl. Kelvin, weiterspielten. Nur von zwei Akustikgitarren begleitet, in Mitten der Zuschauer gab es weitere Zugaben. Zurück auf der Bühne beendeten sie die Show, wie sie sie begonnen hatten: Fröhlich und ausgelassen mit „Summer Days“. Zuletzt verliessen sie tanzend endgültig die Bühne und noch tagelang sollten die Ohrwürmer in den Gehörgängen widerhallen. Ich bin überzeugt, mit den tollen Konzerten und super Zugaben, wird die Karriere des Begliers nicht so bald enden 😉

Nur wenige Minuten nach Konzertende stand Milow dann auch noch für Autogramm- und Fotowünsche am Merchandise-Stand bereit. Trotz, dass er sich beeilen sollte, war er ganz gelassen und nahm sich reichlich Zeit für seine Fans.

Wer die drei Konzerte verpasst hat oder nicht genug kriegen kann: Am Mittwoch, 17. Mai 2017 ist Milow mit Support von Kelvin Jones bereits wieder zurück in der Schweiz. Sie spielen im Casino Herisau. Hingehen lohnt sich! Tickets gibt es bei Ticketcorner.

Weitere Infos findet ihr unter:

www.milow.com
www.kelvinjonesofficial.com

www.kofmehl.net

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