Nemo Stress und Lo & Leduc in der Festhalle Bern

Die Organisatoren vom Royal Arena Festival haben zum Jahresende mit Nemo, Stress sowie Lo & Leduc gleich drei Chartstürmer auf eine Bühne gebracht. In der Berner Festhalle liessen die drei es zum Tourabschluss nochmals richtig krachen.

Das letzte Mal in der Festhalle an einem Konzert war ich übrigens im Mai 2015, damals bei Olly Murs. Huch, lange ists her. Wenige Minuten vor Einlass wurde nun an diesem frühen Abend gerade noch die Menschenschlange zurecht gerückt. Die ganzen Kids und Teens waren super hibbelig und man fühlte regelrecht ihre Anspannung. Obwohl es offensichtlich gleich zu Beginn die ersten Unklarheiten gab, schien die Security super entspannt.

Die Halle füllte sich kurz nach Türöffnung erst eher langsam. Bis alle Jacken an der Garderobe abgegeben und das Abendessen geholt war, verging einen Moment. Die Halle wurde dann aber tatsächlich viel voller als ich erwartet hätte. Immerhin ist die Halle mit einer möglichen Kapazität von rund 6500 Leuten ECHT gross. Komplett voll war sie nicht, aber eben sehr gut besucht. Durch die vielen Bars schien ständig Bewegung im Publikum und manchmal ein ziemliches Gedränge.

An diesem Abend hatten vor allem die ganzen Youngsters die ersten Reihen für sich in Beschlag genommen. Zumindest zu Beginn waren Haufenweise Nemo-Fans ganz vorn mit dabei.

Nemo’s letzte Show

Mit rund 20 min Verspätung eröffnete Nemo unter lautem Jubel und Gekreische den Abend.
Es sollte Nemo‘s letztes Konzert für längere und unbestimmte Zeit sein. Er möchte sich erstmals auf andere Sachen wie etwa seine Ausbildung, Reisen etc. konzentrieren. Naja, nach einem solchen extrem aktiven Jahr voller Konzerte und Auftritte wird er bestimmt so oder so mal eine Pause benötigen.

Nemo startete seine Show mit „Usserirdisch“, einem der Titel der aktuellen EP „Fundbüro“ und stellte im Verlaufe seines Konzertes natürlich auch die anderen Titel davon vor. Während er über die Bühne wirbelte, seine Hits wie „Blockbuster“, „Himalaya“ und natürlich „Ke Bock“ performte, feierten ihn seine Fans lautstark.

Bei „Jazz i mir“ gab’s dann eben keinen Schlager, wie er etwa auf Wunsch gespielt hätte, sondern wie der Songtitel verriet, brachte er damit einige Jazzelemente ins Programm. Und für die Zugabe stellte sich Nemo mit dem Mani Matter Cover „Zündhölzli“ alleine ans Keyboard. Die ganze Halle schien dabei den Text fehlerfrei mitsingen zu können.

Bevor Nemo für Stress die Bühne frei machte, durfte natürlich sein aktueller Ohrwurm „Du“ nicht fehlen, zu dem ihm wohl auch ohne seine Aufforderung ein grosser Chor entgegen gehallt hätte.

Die Frontrows schienen sich auf einen Schlag mehr oder weniger komplett auszuwechseln, sobald Nemo von der Bühne verschwunden war. Wo die alle genau hin sind, ist mir nicht ganz klar. Ich vermute mal zum Merchandiese-Stand…?!

Tanzen mit Stress

Es ging weiter mit Stress. Nachdem Nemo bereits gut vorgelegt hatte, stieg der Stimmungspegel mit ihm aber gleich nochmal einiges an. Er spielte ebenfalls das letzte Konzert, eine seiner seltenen Shows in diesem Jahr.

Neben seinem neusten Projekt „Trust“, war es um Stress 2017 ja eher ruhig gewesen. Er meinte eine Woche zuvor auch, das sei nun definitiv das letzte Konzert mit den aktuellen Songs.

Ob es 2018 somit ein neues Album geben wird?

Anders als am Freitag zuvor beim „Jeder Rappen zählt“ Konzert war Karolyn wieder mit auf der Bühne. Der Unterschied merkte man sofort. Die extra Portion Energie und ganz viel ‘Girlpower’ war wieder mit dabei. Etwa mit „What If“, „Love You When I‘m High“, „Mais ou“ und „Saint Profit“ rockte Stress zusammen mit MAM, Karolyn sowie der Band die Festhalle.

Es ging wild zu und her und Stress sorgte dafür, dass das Publikum ständig in Bewegung blieb. Sie animierten die Zuschauer immer wieder zum Mithüpfen, Mitsingen und Tanzen. Bei „C‘est reel“ liess Stress die Menge mittendurch die Halle, bis ganz hinten, einen “Graben” bilden und bei “RAF” ernannte er einen jungen Mann zum ‚Kreis-Verantwortlichen‘. Stress war sich allerdings nicht so sicher, ob dieser und seine Kollegen dafür nicht doch zu betrunken waren 😉 Es klappte aber richtig gut und mitten im Publikum entstand auf Stress’ Kommando der riesige Kreis. Ich vermeide es ja gerne in diese Moshpits zu geraten 😉

Das „Highlight“ für Haufenweise Mädels war dann, als Stress den Aufruf startete, er brauche für die Choreografie von „Tous les mêmes“ Frauen auf der Bühne. Dabei folgten dem Aufruf fast mehr als vielleicht vorgesehen waren. Synchron ging es dann von einem auf den anderen Fuss. Nichts schwieriges, aber haufenweise Gesichter strahlten dazu.

Mit dem Hit “Elle” sowie “Saturé”, bei dem sie noch einmal richtig Gas gaben, ging auch das Konzert zu Ende.

Heimspiel mit grösster Clubshow

Nach einer weiteren kurzen Umbaupause machten Lo & Leduc den Abschluss des Abends. Mit etwas Vorsprung startete die Band und schon ging es rhythmisch und wortgewandt los.

Es war ein besonderer Abend für Lo & Leduc. Sie endeten in der Festhalle nicht nur ihr erfolgreiches Konzertejahr mit einem Heimspiel, sie konnten dabei ebenso ihren Tourabschluss mit ihrer bisher grössten Clubshow feiern.

Indessen ging es bei der Truppe nicht weniger wild und ausgelassen zu wie bei den vorangegangenen Konzerten von Nemo und Stress. Ein letztes Mal in diesem Jahr tanzte ihr Publikum zu den Songs ab dem aktuellen Album “Ingwer und ewig” sowie zu ihren Hits wie “All die Büecher”, “Henker” und “Walter”. Sie hatten ebenfalls noch einige ganz alte Songs ausgegraben.

Alle bewegten sich zu “Jung verdammt” bis runter in die Hocke und spielten eine letzte Runde “Räuber u Poli”. Alt und Jung schwenkten im Takt der Musik hin und her als Sängerin Julia, das Scheinwerferlicht auf sie gerichtet, den Refrain zur wunderschönen Ballade “Pluto” sang. Und natürlich jubelten alle aufgeregt, wenn Lo in seinem Freestyle die Reime jeweils zu den vom Publikum vorgegebenen Worten lenkte. Von ohrenbetäubendem Gekreische gefolgt, stürmte dann als kleine Überraschung sogar Nemo bei “Rezession” nochmals auf die Bühne.

Mein Lo & Leduc Highlight kam allerdings dann mit “Vampir” in der Zugabe. Den spielten sie neu in einer Art Ska-Rocksteady-Version. Fantastisch! Das darauffolgende “Risotto” rührten sie dann noch extra lange und eigentlich hätte es noch ewig so in der Endlosschleife weitergehen können.

Aftershow-Party und Weihnachtseinkauf

Die Nacht war aber noch lange nicht vorbei. Während Lo & Leduc kurz nach Konzertschluss noch am Merchandise-Stand anzutreffen waren, lief bereits die Aftershowparty. Nicht so meins und der Grossteil des Publikums blieb auch nicht. Zur Überbrückung bis zum 1. Moonliner war es aber praktisch genug.

Wer noch nicht alle seine Weihnachtsgeschenke zusammen hatte, konnte sich diese noch am Merch-Stand holen. Man kriegte sogar spezielles Lo & Leduc oder Nemo-Geschenkpapier zum Einpacken dazu 😉

Es war definitiv ein schöner Abschluss 🙂 Wie es bei den drei Bands nun im nächsten Jahr weitergehen wird, ist zurzeit nicht ganz klar. Das heisst, Nemo macht ja Pause. Ihr erfahrt sämtliche News aber am ehesten auf den offiziellen Band-Webseiten oder bei Facebook.

www.nemomusic.ch
www.stressmusic.com
www.lo-leduc.ch
www.royalarena.ch

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