Openair auf dem Bundesplatz 2014

An Gratiskonzerten sollte man ja generell nicht rummotzen, vor allem nicht, wenn sie auch noch für einen guten Zweck sind. So wie das Openair auf dem Bundesplatz, dass alljährlich in Bern (neuerdings wohl auch in Zürich) – ja eben auf dem Bundesplatz – stattfindet. Aber nun ja, wenn man sich halt auf Bands und Musiker freut, die angekündigt wurden, und die wieder abgesagt werden…? Und wenn man auf dem Bundesplatz steht und dem Konzert zuschaut und denkt, die vorher angekündigten Bands wären doch bestimmt besser gewesen…?!

Unter dem Motto „Eine Schweiz mit Herz“ soll für Kinder gesammelt und über die Projekte informiert werden. Wie, wo, was, konnte man aber kaum aus der Webseite entnehmen. Die war nicht grad sehr informativ.

Ganz, ganz am Anfang waren offensichtlich Mash im Gespräch. Ihr wisst schon, die „Ewigi Liebi“-Band, die dieses Jahr ihr neues Album rausgebracht hat. Da wären doch sicher einige gekommen? Ich sag nicht, dass es keine Leute hatte, aber ihr wisst was ich meine? Ich freute mich schon, die mal zu sehen. Jetzt nicht wegen „Ewigi Liebi“ (ich mag das Lied einfach nicht), aber generell halt 😉 Viele kennen aber „Ewigi Liebi“ ja. Dann war noch Shem Thomas, der 2. Platzierte aus der zweiten „The Voice of Switzerland“-Staffel, angekündigt. Der kam dann auch nicht. Dafür war Maxim Essindi dabei, ebenfalls aus The Voice of Switzerland.

Auf dem Bundesplatz standen vor allem Infostände zu den Benefizorganisationen und Food/Getränkestände. Radio BE1 war auch da. So am frühen Abend war die Zuschauermenge recht spärlich. Hatte ich nicht anders erwartet allerdings. Aber Fraktionszwang? Ein paar Politiker, die sich selber als Hobbymusiker bezeichnen – und so klang es auch. Ich konnte damit absolut nichts anfangen. Mundish, eine Berner Mundart Pop/Rockband klang da ja schon besser. War aber von denen auch nicht so wirklich überzeugt. Das ging beides nicht wirklich.

Viel besser gefiel mir also danach Maxim Essindi. Ich wusste, ich muss ihn bei „The Voice of Switzerland“ gesehen haben, konnte mich aber nicht direkt erinnern. Der Zürcher Soulmusiker mit Ursprung in Kamerun hätte aber einfach noch ein wenig mehr Zeit für seinen Auftritt kriegen sollen, dann wäre das Publikum auch richtig warm geworden. Der Song „Can we build a bridge“ [Video hier] war so unglaublich schön und je länger sie spielten, desto mehr zog es das Publikum mit. Speziell fand ich in dem Fall ja, dass seine Band, die er dabei hatte, offensichtlich sehr kurzfristig dafür zusammengestellt wurde. Auf jeden Fall erzählte meine Kollegin noch, dass er in Zürich ne andere Band gehabt habe und Luca („Baba Shrimps„), der am Keyboard sass, meinte auch, er sei kurz am Vormittag im Proberaum gewesen dafür. Ziemlich beeindruckend, würd ich jetzt so sagen, nicht? Aber wenn man sein Instrument beherrscht und etwas flexibel ist, kann man das wahrscheinlich?! 😉 [Fotos in Galerie]

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Es folgte der Eurovision Songcontest-Teilnehmer 2010: Michael von der Heide. Ich hatte ihn vor ein paar Jahren mal in Thun am Festival am Schluss gesehen. Nur so n halbes Konzert. SEHR speziell. Und da auf dem Bundesplatz war’s nicht anders. Allein nur von einem Gitarristen begleitet trat er während ca. 45min auf. So volkstümlichere Musikrichtung, Channsonnier… Sehr theatralisch, sehr eigen. Entweder mag man das oder wohl nicht. Ich tendiere eher zu dem nicht. Und als er schliesslich den ESC-Teilnahmesong „Il pleut de l’or“ sang, musste ich sagen – ok, ich erinnere mich kein Bisschen mehr an dieses Lied. Wisst ihr noch, wie es klang, ohne auf Youtube hören zu gehen? 😉 [Fotos in Galerie]

Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich noch kein Konzert von Marc Sway mit den Songs vom neuen Album „Black & White“ gesehen. Ich war in letzter Zeit auch nicht mehr ganz so motiviert Konzerte von ihm zu sehen. Aber die Show an dem Abend gefiel mir sehr gut. Die Setlist war sehr energisch und mit einigen meiner Lieblingslieder von ihm gespickt – „Severina“ und „Losing“. Der Platz war zwar nicht ganz so voll wie etwa letztes Jahr am Openair auf dem Bundesplatz, aber das Publikum war ziemlich gewachsen bis zu dem Zeitpunkt. Gut so, er war ja schliesslich auch so der Headliner des Abends. Mit den latinamerikanischen Rhythmen und der Energie von Marc’s Schwester Mia, wurde das ein super Konzert. Bin schon so ein Fan von Mia 🙂 Und da hätten sie gerne noch länger spielen dürfen. Die Stimmung war gut. [Fotos in Galerie]

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Als allerletztes dann noch Kadebostany, die dem Berner Publikum ihr „Republik“ vorstellten. Es ist die Band des Genfer DJs Kadebostan und geht so unter das Genre Electro-Pop/Rock. Kadebostany ist halt so ihr ‚Land‘, in das sie das Publikum einladen, mit ihm zu feiern. Besonders herausstechen tat da vor allem auch ihre Lichtshow. War nicht so meins. Zu viel Electro. Da helfen ihnen auch ihre Swiss Music Award-Nominationen von diesem Jahr nichts 😉 Mich erinnerten sie etwas an Klischée, nur halt andere Musikstyle. Gut, hab Klischée aber noch nie live gesehen. [Fotos in Galerie]

War ein sehr abwechslungsreicher Mittwochabend, auch wenn ich das Line-Up von anderen Jahren lieber mochte. Was war euer Favourit?

[Videos auf Youtube]

 

 

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