Pablopolar Colorize-Tourfinale in Bern

Wisst ihr, Tourabschluss-Shows von Pablopolar sind wohl die schlimmsten. Das war beim Sleepwalker-Tourfinale schon so gewesen. Also versteht mich jetzt nicht falsch, es war ein richtig toller Abend mit super Konzert. Das mein ich damit nicht. Aber wenn die Band dir nicht sagt ‚wir sehen uns bei der nächsten Plattentaufe wieder‘  sondern eher so ‘ja, mal gucken ob überhaupt’…

Nach der Sleepwalker-Tour (Sleepwalker ist übrigens mein Lieblings-Pablopolar-Album) war auch nicht so klar, obs ein weiteres Album geben wird. Am 11. September 2015 wurde zum Glück dann aber ihr 3. Album “Colorize” veröffentlicht. Und mit etwas veränderter Bandbesetzung gings auf Tour. Nun am Ende der “Colorize” Tour klingt alles wieder so total ungewiss, nur noch so viel endgültiger als beim letzten Mal. Und “Du hast ja so viele Lieblingsbands” oder “Es gibt so viele tolle Bands, die du dir ansehen gehen kannst”, funktioniert einfach nicht so.  Man kann so viele Bands mögen, aber bei bestimmten Bands tut’s eben besonders weh, wenn die gehen. Man vermisst die dann halt viel mehr als die anderen…!

Aber hey, die Colorize-Tour war ne tolle Tour. Pablopolar haben dabei 35 kleine und grosse Konzerte gespielt. Ich habs nicht ganz auf die Hälfte geschafft, aber dabei viele schöne Konzerte gesehen und Momente erlebt. Das Aarbergfest im letzten Sommer hab ich etwa (trotz allem) in bester Erinnerung: Wenn man so zum 1. Mal die neuen Songs hört, dann ist das super speziell und schön. Ein absolutes Highlight war das kleine Release-Showcase über den Dächern von Bern. Die Plattentaufe war grandios, ebenso das Konzert am Gurtenfestival. Und dann spielten sie natürlich diverse Clubs und Festivals, manche davon ganz schön abgelegen. Aber es hat sich immer gelohnt hinzufahren. Und vor einem Jahr waren sie ja sogar als Support von U-Fly auf Polen-Tour. Da war ich aber leider nicht mit dabei.

Der (Tour-) Abschluss fand im ISC Club in Bern statt. Es fühlte sich etwas komisch an so hinzugehen, eben mit der Aussicht auf ein letztes Konzert. Der kleine Club war an dem Abend ganz schön voll und das Publikum – mit vielen Bekannten – absolut bester Laune. Es versprach ein gutes Konzert zu werden, und war es ja dann auch absolut. Auf der ganzen Bühne standen nochmals die kleinen Lämpchen, alles war nochmals in Neonfarben gehüllt. Die bunten T-Shirts fehlten natürlich auch nicht.

Frost & Fog eröffneten den Abschlussabend im ISC. Frost & Fog sind Karen Frauchiger und Adrian Graf, ein Folk-Pop Duo aus Thun. Seit rund einem Jahr spielen sie mit kompletter Band. Erst spielten die beiden einige Songs im Duo, dann kamen die drei weiteren Bandmitglieder hinzu. Karen am Gesang, Adrian an der Akkustikgitarre und Gesang, die Band an E-Gitarre, Schlagzeug und Bass. Absolut bezaubernd. Ihre Musik ist super schön und harmonisch mit tollen Gitarrensoli dazwischen. Vor allem gerade bei den ersten Duo-Songs hätte nur noch der Märchenwald im Hintergrund gefehlt.

Pablopolar starteten dann ihr Konzert erstmal mit etwas Stress. Hörte man kurz vor Konzert ein Knacksen und kurzen Knall, der ganz schön aufs Trommelfell schlug, dachte man sich erst gar nicht viel bei. Roger betrat mit Trompete bald darauf die Bühne, begann in gedämpften Licht das Intro. Schnell wurde aber klar, dass irgendwas nicht stimmte. Möglicherweise hatte der Knall von davor etwas mit zu tun? Auf jeden Fall hatte sich der Amp entschieden so direkt zum Konzertstart auszusteigen. Da fand es halt eben ohne statt.

Nach dem wohl längsten Intro ever, starteten Pablopolar ihre Show mit “Home”. Es folgten „Colorize“ und mein All-Time-Favourite „A Thousand Years“. Tolle Popsongs, wunderbare Stimmen. Mal mitreissende Uptempo Titel, dann wieder berührende Balladen. „Family History“ [Video hier] ist so der gute-Laune-mitsing-Song, bei dem das Publikum immer gerne mitmacht. Es war ein herrliches Konzert, aber auch ebenso emotional. Da blieben nicht alle Augen trocken. Die Lieder gingen einen noch näher wie sonst: Bei “Everything in between” fing es an und zog sich durch “Guiding Light” [Video hier], “Monterey Bay” und “Faulinaux” (Ich weiss übrigens immer noch nicht, was Faulinaux heissen soll! Pff… ). Die Stimmung war beflügelnd. Alle waren voll dabei als es darum ging, Roger zum Trompeten-Solo zu motivieren und ihn anzufeuern. Es wurde mitgesungen (ähm, oder gröhlt) und ausgelassen getanzt. Vor allem ab “Ambulance” wurde es sehr schnell viel bunter und wilder: Ein schneller „Strip“ der Band und die bunten T-Shirts kamen zum Vorschein. Und „Promise“ [Video hier], „Playground Comittment Rules“ sowie „Peter Pan“ heizten bis ans Ende der Show noch mehr an. Frontmann Manu brachte das Publikum dabei dann sogar bis in die Knie.

Als Zugabe gab es das Cover von Kwabs – „Walk“ – sowie „Arlene“. Die Crew wurde vorab von der Band noch speziell erwähnt, auf die Bühne geholt und mit personalisierten Pablopolar-T-shirts ausgestattet und geehrt. Das letzte Konzert endete schliesslich mit Mani Matter’s „Farbfoto“. Und die Party ging danach noch weiter. Es lief mal schlechtere und mal bessere Musik in dem kleinen Club. Durch einige Bekannte hielt ich’s da sogar einiges länger aus, als erwartet. Mit dem 1. Moonliner gings dann für mich nachhause und damit die Tour auch endgültig zu ende.

Naja, die Hoffnung stirbt zu letzt, nicht wahr…?

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DANKE Pablopolar für diesen Abend, die Musik, all die Konzerte und vielen tollen Momente der letzten Jahre! DANKE durfte ich ein kleiner Teil davon sein.

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Infos zu den Bands findet ihr auf deren Webseiten:
www.frostandfog.com
www.pablopolar.com

Videos findet ihr in den Youtube-Playlists:
Frost & Fog
Pablopolar

 

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