Paddy Kelly im ZKO Haus Zürich

Zeit: 19.30 Uhr | Türöffnung: 18.30 Uhr

Kelly-Konzerte sind immer Fantreffen, fast ein wenig wie Klassentreffen. Egal ob bei Angelo, Paddy oder einem Event mit Joey, man trifft immer wieder Leute, die man schon seit Jahren kennt. Viele, die man schon von früheren Konzerten kennt, vom sehen oder treffen. Somit hab auch ich mich mit langjährigen Bekannten getroffen und andere am Konzert angetroffen.

Paddy Kelly entrance Wir waren etwas zu früh beim ZKO Haus in Zürich, aber weniger als ne halbe Stunde später durften wir schon mal ins Foyer. Gleich erst Mal die Live-CD und Pleks kaufen. Wir hatten nummerierte Sitzplätze und es schien im Gegensatz zum letzten Paddy Kelly-Konzert im Frühling doch alles viel ruhiger. Beim letzten Mal seinen die ersten schon früh Morgens vor dem Konzertlokal gestanden, es habe Streitereien gegeben. Dabei hätte man meinen müssen, nach so vielen Jahren und nach allem was war, seien die Leute erwachsener und vernünftiger geworden.

Einen Moment mussten wir noch warten, bevor wir uns hinsetzen gehen durften. Super, wir waren in der 1. Reihe auf der Erhöung, etwa in der Mitte des Lokals. Perfekte Sicht. Die Bühne war in rotes Licht getaucht, die Instrumente standen bereit. Die Vorfreude war definitiv da, allerdings war ich mir auch etwas unsicher. Das letzte Konzert war zwar schön, aber qualitativ nicht ganz auf der Höhe. Man hatte Paddy’s Anspannung und Unsicherheit gut spühren können.

Ein paar Minuten nach 19.30 Uhr kündete Sven das Konzert an, wies auf das Fotografie- und Aufnahmeverbot hin. Und schon betrat Paddy die Bühne und startete die Show mit dem The Police-Cover „Every Breathe you take“. Sofort standen die Leute und klatschten und sangen gleich mit. Begeisterung legte sich über den Saal. Es folgte ein zweites Lied, dessen Titel ich nicht kenne und dann wurde es wieder ruhiger, das Publikum setzte sich und Paddy spielte „Rain of Roses“ von seinem Solo-Album „In Exile“.

Beim Kelly Family-Lied „Fell in Love with an alien“ jubelte das Publikum und alle sprangen gleich wieder auf. So ziemlich jede einzelne Person in dem Raum sang jedes einzelne Wort mit. Das Kelly-Feeling kam zurück. Absolut überwältigend. Nach so vielen Jahren. Und wer denkt, es seien jetzt nur die mittlerweilen gealterten Teenagegirls von damals im Publikum gewesen, irrt sich. Es war wie gewohnt ein sehr gemischtes Publikum in jedem Alter. So, wie man das vom Kelly-Publikum gewohnt war.

Es ging weiter mit „One more song“ am Piano. Selbstverständlich kannten alle den Text. „Go Tell Over The Mountain“ gefolgt von „Don’t worry, be happy“ waren auch auf der Setlist, und dann setzte sich Paddy und begann mit einer Geschichte, die er während einer längeren Zugfahrt erlebt habe. Es war so lustig. Wir seinen ja alle per du, meinte er, man kenne sich ja schon ewig. Und da begann erst Mal eine Diskussion und Blödelei mit einigen im Publikum von wegen Geheimhaltung von früheren Erlebnissen etc.

Zurück zur Geschichte: Eine ältere Frau, eine Oma, habe ihn also aufgrund der Klattschheftchen, die sie bei sich auf der Zugfahrt mit hatte, erkannt. Gelächter hallte im Saal. Er machte Faxen und zog Grimassen, spielte vor, wie das damals ablief. Dabei bekam man das Gefühl, dass Paddy definitiv wieder zurück war. Er schien entspannter und lockerer, schien sich selber nicht ganz so ernst zu nehmen, machte Witze und genoss es offensichtlich auf der Bühne zu sein, Musik zu machen. Darauf spielte er den zur Geschichte passende Song „Movie“.

Beim Bruce Springsteen-Cover „If I should fall behind“ sprang Paddy plötzlich von der Bühne runter und ging während des ganzen Liedes durchs Publikum und klatschte Hände ab, bis ganz oben am Treppenende und wieder zurück. Das war dann so ein kleiner „Fangirling“-Moment. „Ich wasche mir heute nicht mehr die Hand“, lacht er, als er wieder auf der Bühne sass und sich für das nächste Lied vorbereitete. „Ihr seid alle Stars“. Er sang „Brother Brother“ und darauf ein lateinisches Lied, das er im Kloster gelernt hatte.

Es folgte eine ca. 15 minütige Pause. Fans trafen sich in der Zeit unter einander, begrüssten und tauschten sich aus. Man konnte sich noch kurz Getränke und Snäcks im Foyer holen.

Nach der Pause kam Paddy mit seiner Gitarre die Treppe runter gerannt. Gelbe Hose, graues Shirt, schwarze Weste und dieses Mal mit Hut, einem schwarzen Perret. Er begann mit dem irischen Lied „County Down“. Danach waren die Löffel gefragt. Ach die Löffel, die hatten wir total vergessen. Eine kleine Irische Jam-Session sollte folgen, aber die meisten hatten eben keine Löffel mitgebracht. Aber „Lord of the Dance“ funktionierte auch mit den paar wenigen plus stampfenden Füssen. Er würde es schon Schaffen dem Zürcher Publikum zu vergeben, dass die Löffel vergessen wurden, grinste er.

Die Stimmung war super. Er unterhielt sich zwischen den Liedern mit dem Publikum, auch mit einem kleinen Jungen aus der ersten Reihe. Da dieser aus Bern war, meinte Paddy, dass es durchaus möglich wäre, dass dort auch mal eines seiner Konzerte statt finden werde und versprach ihm gleich Freikarten dafür. Er schenkte ihm ein paar Pleks und bevor er die Bühne später verliess auch einem Mädchen einige weitere.

Mit „Holy is his name“ und seinem neuen Lied „Shake Away“ kam wieder ein ruhigerer Teil. Er fuhr mit „Pray Pray Pray“ fort und mit „An Angel“ folgte die Hühnerhaut. Ganze Strophen und Refrains liess Paddy das Publikum singen. Totale Flashback-Momente. Und wie zu Kelly-Zeiten rockte er schliesslich zu „One More Freaking Dollar“ mit E-Gitarre über die Bühne, stellte sich auf den Pianostuhl, stampfte mit den Füssen über die Pianotasten und nahm einen grossen Schluck aus seiner Tasse, welchen er wie damals als Fontäne wieder ausspuckte.

Mit „Amazing Grace“ und „We Shall Overcome“ ging es dann zu Ende. Das Publikum stand wieder auf den Beinen. Standing Ovation, klatschten und jubelten ihn nochmals auf die Bühne zurück. Mit „Hope“ als Zugabe verabschiedete er sich endgültig.

Einen Moment überlegten wir, ob wir nicht doch evtl. für Autogramme warten wollten. Aber da Paddy beim letzten Mal nicht raus kam wie Sven uns damals sagte, entschieden wir uns direkt nach Hause zu fahren und einfach das Konzert in toller Erinnerung zu behalten. Und so wie ich hinter her gelesen habe, war es definitiv die bessere Entscheidung.

Ich freu mich schon aufs nächste Konzert. Dann vielleicht ja sogar in Bern, und vielleicht mit neuem Album.

Setlist
1. Every Breath you take (The Police)
2. (?)
3. Rain of Roses
4. Fell in love with an alien
5. One more song
6. Go tell it on the mountain / don’t worry, be happy
7. Movie
8. If I should fall behind (Bruce Springsteen)
9. Brother Brother
10. (Lateinisches Lied)
11. County Down
12. Lord Of the Dance
13. Holy is his name
15. Shake Away
16. Pray Pray Pray
17. An Angel
18. One more freaking dollar
19. Amazing Grace
20. We Shall Overcome
21. Hope

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