Paddy Kelly im Yehudi Menuhin Forum Bern

imageZeit: 19.30 Uhr | Türöffnung: 19 Uhr

Nachdem ich eigentlich fand, dass das letzte Angelo Kelly Konzert in der BaZ wohl das aufwühlendste und emotionalste Konzert für mich war, das ich je besucht habe, hat das Paddy Kelly Konzert in Bern wohl noch getoppt. Ich war mit meinen Gedanken nach der Show sowas von ganz wo anders, dass aus meinem Heimweg von Bern ein kleines Abenteuer wurde, nachdem ich in den falschen Zug gestiegen war.

Ich hab mich mit Freunden am Treffpunkt in Bern getroffen und wir hatten spontan vor dem Essen die Idee, wir hätten Paddy eigentlich noch ein kleines Geschenk mitbringen können. Einfach nur eine kleine Geste, ein kleines Dankeschön, etwas Spezielles aus Bern. Und das waren schliesslich Mandelbärchen und dazu noch ein paar Dankensworte und Grüsse auf einer Karte. Das Geschenk stellten wir schliesslich vor dem Konzert im Yehudi Menuhin Forum auf die Bühne und setzten uns an unsere Plätze in der 5. Reihe. Die Show begann dann auch kurz nach 19.30 Uhr. Sven, der seit Beginn mit Paddy auf der Tour ist und den viele Kelly Family-Fans schon aus den Kelly -Zeiten wohl kennen, brachte es nach hinten, bevor er das Konzert ankündete und nochmals einige Regeln erklärte, vor allem nochmals aufs strikte Film- und Fotoverbot hin wies. Gut, man wünscht sich schon wenigstens ein Foto machen zu dürfen als Erinnerung, aber man nimmt das ja so in Kauf. Mit dem Wissen, was Paddy in der Vergangenheit so durchmachte und einfach nur froh zu sein, dass er wieder auftritt und Konzerte gibt, respektiert man diese Regel gerne.

Die Setlist war gleich und ähnlich, wie ich sie vom letzten Konzert kannte. Einige Covers wie „Times they are a-changing“ von Bob Dylan, Kelly Family-Lieder wie „Fell in love with an alien“ und „An Angel“, „Rain of Roses“ oder „Pray Pray Pray“ von seinem Solo-Album „In Exile“, aber auch traditionelle Kirchen- und Volkslieder. Alleine an Gitarre oder Piano, bei ein zwei Lieder mit einem Freund an einer zusätzlichen Gitarre, spielte er schliesslich über zwei Stunden vor dem sehr internationalen Publikum. Bei „Movie“ erzählte er wieder die Geschichte mit der Oma, die ihn während einer Zugreise erkannt hatte. Es gab viel zu lachen. Er machte Bemerkungen zu einzelnen Lieder und erzählte wie es zu ihnen gekommen ist. Gänsehaut pur als er nach rund 20 Jahren wieder „Looking For Love“ sang und der ganze Saal sprang bei „One More Freaking Dollar“ auf die Beine und hatte unglaublich viel Spass dabei mit Paddy zu rocken und mitzusingen. Fast wie in alten Kelly-Zeiten. Und die Texte sitzen nach wie vor. Wie bereits beim letzten Mal ging Paddy schliesslich bei Bruce Springsteen’s „If I should fall behind“ durch das Publikum und klatschte eine Hand nach dem anderen ab, begrüsste auf dem Parterre sämtliche Zuschauer. Ich liess es mir nicht nehmen, die paar freien Sitze neben mir rüber zu rutschen um mein High-Five zu kriegen. Konnte ja nicht ahnen, dass wenn er auf der anderen Seite nochmals vorbei kommt und ich dann sitzen bleib, den anderen den Vorrang lies, er mich dann gleich zu sich winkt und ich nochamls ein High-Five kriege. Es wurde gelacht, lauthals mitgesungen, es flossen Tränen, Erinnerungen kamen zurück. Und während man einzelnen Liedern lauschte, kam eine solche Ruhe über einen, man erwachte am Ende des Stücks fast wie aus einer Trance. Auch, wenn viele seine Texte sehr religiös und spirituel sind, hat man nicht das Gefühl, dass er vors Publikum steht und den Leuten predigt. Viel mehr ermutigt er mit seiner ruhigen Stimme und Art, gibt Kraft. Er bedankte sich schliesslich beim Publikum, dass er und seine Familie teils schon so lange Teil im Leben vieler sein durfte. Bedankte sich, dass er mit der Familie und solo immer noch seine Musik teilen kann.

Das Konzert war unglaublich berührend, schön und hat so viel Spass gemacht. Das Publikum dankte es ihm immer wieder mit lautem Jubeln und Standing ovations. Forderte immer wieder Zugaben, wollten ihn gar nicht mehr gehen lassen. Ich bin sehr glücklich, dass es Paddy offensichtlich wieder gut geht und wieder gerne auf der Bühne steht, seine Musik wieder teilt. Und es ist unglaublich toll, dass ich teils heute noch mit den selben Leuten wie damals, diese Momente erlebe. Da will man gar nicht, dass die Konzert überhaupt je wieder zu Ende gehen. Und schliesslich bin auch ich noch daheim angekommen und freu mich bereits auf seine nächste Show.

Setlist Solo & unplugged Tour:
1. Overjoyed
2. The Times They Are A-Changin‘ (Bob Dylan)
3. Rain Of Roses
4. Fell In Love With An Alien
6. Don’t Worry, Be Happy
7. Movie
8. If I Should Fall Behind (Bruce Springsteen)
9. Looking For Love
10. Ave Maria
–Pause–
11. Star Of The County Down
12. Lord Of The Dance
13. Holy Is His Name
14. Salve Regina
15. Shake Away
16. Pray Pray Pray
17. An Angel
18. One More Freaking Dollar
19. Amazing Grace
20. We Shall Overcome

-Zugabe 1-
21. Hope

-Zugabe 2-
22. Thanking Blessed Mary

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