Platzfäscht in Zürich

„Regnet es noch?“ – uns war das egal, denn wir standen unter dem Dach im Trockenen. Grosse Augen haben wir aber gemacht, als wir etwas entsetzt feststellen, dass es einen ‚VIP-Bereich‘ vor der Bühne gab, für den man Tickets gewinnen musste. Das ging ja mal total an mir vorbei. Aber „Keine Panik, wir kommen da bestimmt irgendwie rein“, sagte ich noch so. Als das Konzert um 19 Uhr mit EKR feat. El Italiano (ich stelle via Wikipedia fest, dass der schon seit den 80er im Business ist. Noch nie von dem gehört.) los gehen sollten, standen wir auch schon ohne weiteres in der vorderen Absperrung. Sie hatten sich doch entschieden, auch die ohne Tickets rein zu lassen. Es war ja auch zu dem Zeitpunkt furchtbar leer da vorne 😉 yeah, das ging mal einfach!

Was für News das waren – Hecht verkündeten nach 7,5 Monaten endlich wieder ein Konzert – am Platzfäscht in Zürich. Klar war die Freude riesig. Und als auch noch Pegasus zum Programm dazu kamen, wars perfekt! Das ganze mit freiem Eintritt. Letzten Freitag gings also ab nach Zürich ans Platzfäscht auf dem Sechseläutenplatz. Meine Kamera blieb allerdings an dem Tag leider daheim :(. Ein grosser Teil der Bühne war überdacht. Der Böög stand, für heute Montag, bereit und der ganze Platz war zum Festivalplatz mutiert. Auftakt machte EKR. Schon nach den ersten Takten graute es mir eher. „WTF?! Wer oder was war das?“. Stimmung gab es im Publikum bis zum Schluss kaum oder keine. Gut, der Sound war ziemlich schlecht. Was der Aargauer Rapper uns genau mitteilen wollte mit seinen Liedern, verstand man nur bruchweise. Es war einfach definitiv zu leise. Aber es schien auch nicht, als hätten unbedingt viele Gefallen an seiner Musik. Es kam nicht so wirklich an.

Ja, was tut man nicht alles, um die Lieblingsbands zu sehen. Obwohl der Sound nicht wirklich lauter wurde, wurde aber die Stimmung trotzdem gleich einiges besser bei Hecht. Aber ihre Mundart-Popsongs wie „Italia“, „Tänzer“, „zÄndi vor Wält“ oder „Tanze Tanze“ verleiteten ja auch sofort zum Mitsingen und Tanzen. Vor allem wir Fans hatten natürlich unseren Spass, die fünf nach so langer Zeit wieder live zu sehen. Leider nur grad für ne halbe Stunde und dann mussten sie die Bühne bereits wieder räumen. Nicht einmal eine Zugabe gabs. Aber ja, besser als nix.

Skor folgte. Und schon wie er sich da mit zotteligem Haar und Bart, Zigarrette und Bier in der Hand, ziemlich schalopp auf den Hocker am Bühnenrand setzte, liessen schon einige Augen rollen. Eher genervt und gelangweilt sahen und hörten wir dem Schauspiel mal mehr, mal weniger zu. Wir befürchteten zwischen durch fast, dass der bald mal vom Stuhl kippen würde. Klar, dass beim Lied „I de Schwiiz“, das einzige, das ich von ihm kannte und ganz ok fand, das Pianospiel vom DJ-Pult kam. Wir waren alles andere als begeistert und irgendwie könnte man sich bei so Auftritten doch wenigstens etwas mehr Mühe geben.

Zum Glück waren Pegasus dann als nächstes dran. Mittlerweilen war offensichtlich die Absprerrung hinter uns verschwunden. Das Herz wurde aufgestellt, die Instrumente aufgebaut. Und so spielten die fünf ihre Show, wie wir sie kannten. Live, mit viel Power und Humor. Der Sound war mittlerweilen ein klein wenig besser geworden. Etwas lauter, man konnte Pegasus einigermassen verstehen. Noah hatte echt den Nerv und fing über Fussball an zu diskutieren – und hob offensichtlich nur zu gerne den FCB und sämtliche andere, in Zürich eher unbeliebten Fussball- und Eishockey-Clubs, hervor. Die Buh-Rufe waren ihm sicher. Irgendwann dachte ich, es kommt gleich was geflogen, wenn er so weitermacht – die Leute beherrschten sich aber alle 😉 Das Konzert war super! Eine gute Mix aus älteren und neuen Songs. Die Stimmung allgemein war gleich so viel besser. Und sie durften wenigstens etwas länger spielen und dazu gabs auch noch zwei Zugaben.


Was danach noch kam – Alex Price und Remady & Manu-L – interessierte mich herzlich wenig. Die DJs von ausserhalb zu hören, reichte vollkommen. Dieses ganze Bumbum und Rumgehopse auf der Bühne, kann ich nicht wirklich leiden. Hat nicht mehr viel mit Musik zu tun. Vom ipod seine Playlist abspielen, kann ja wohl jeder?! 😛 Manu soll besser schön mit Myron touren. Naja, meine Meinung. Bin an dem Tag wieder ganz vielen Bekannten begegnet und noch einigen mehr. Hab aber auch neue Leute kennengelernt – andere Pegasus-Fans. Find ich immer schön. Genau das macht auch ein Konzert/Festival aus – ist ja nicht nur die Musik und die Bands 🙂

Was man da aber auch so alles sieht und erlebt. Leute, die unbedingt und ganz dringend Noah Veraguth treffen und sprechen wollen, aber nicht wissen, dass sie gerade mit dem Keyboarder der Band diskutieren. Vor allem, da das Konzert erst vor wenigen Minuten zu ende ging. Ich finds sehr schade, dass viele Leute immer nur die Leadsänger sehen und die Bandmitglieder, die von den Medien in den Vordergrund gedrängt werden. Ein Noah Veraguth allein macht nun mal nicht Pegasus aus. Natürlich ist das nicht nur bei ihnen so, hab das selbe bei andern Bands auch oft gesehen. Aber das halt als aktuell erlebtes Beispiel. Sind schliesslich alle Bandmitglieder wichtig.

Gegen 2 Uhr morgens war ich dann daheim und fiel wie ein Stein ins Bett. Ich musste dringend von Mitte Woche noch etwas mehr Schlaf nachholen 😉

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