Ryan Keen verzaubert den Komplex Klub

Ryan Keen habe ich zum ersten Mal als Support von Tom Odell im März gesehen. Ja, und da fällt mir auf, darüber hab ich noch gar nicht berichtet und auch sonst hinke ich mit dem März total hinter. Ups. Wie auch immer. Damals im Bierhübeli war ich von Anfang total hin und weg.

Da kam dieser junge, gutaussehende Mann auf die Bühne und zog sich erst Mal die Schuhe aus. Das war dann gestern nicht anders. Das sei, damit er die Pedale am Boden besser bedienen könne. Und die komischen ‚Tanzbewegungen‘ kämen somit auch nicht davon, dass er aufs Klo müsse. Klar, erntete er damit einige Lacher. Mit ein paar Brocken Deutsch begrüsste er das Publikum. Begleitet von Percussionist Leeroy stellte er gestern im Komplex457 Klub in Zürich also sein Album „Room For Light“ vor und bewies was für ein toller Sänger und Songschreiber er ist. Er verzauberte das Publikum unter anderem mit seinen Songs wie „Know About Me“, „Skin And Bones“, „Aiming For The Sun“ oder „When The Day Breaks“. Seine Version von Rhianna’s „Stay“ spielte er dieses Mal auch wieder [Video auf Youtube]. Sie hätten da eigentlich geplant gehabt, dass Lee die 2. Harmonie singen würde – geprobt hätten sie es dann aber nicht. Trotzdem versuchten sie es und ja, bei dem Song könnt ich dahinschmelzen, und wenn er ihn spielt noch viel mehr. Wer braucht bei sowas noch Rihanna? Seine Stimme und die Texte berühren einfach. Dazu kommt die Art, wie er Gitarre spielt. Man nenne das „percussive freestyle“, hab ich im Internet gelesen. Naja, hab davon keine Ahnung 😉 Es macht einfach Spass ihm zuzusehen und zuzuhören, und auch sonst hat er absolut was faszinierendes an sich. Er sei ein positiver Mensch und ja, wie er da auf der Bühne stand, strahlte er vor sich hin. Besonders, wenn bei einzelnen Liedern die Leute vorsichtig mitsangen und bei Aufforderung das Publikum schliesslich zum Chor wurde.

Zu jedem Lied sagte er ein paar Worte und erzählte die Entstehungsgeschichte. Als er schliesslich „Focus“ als sein letztes Stück ankündigte, fand das das Publikum einfach nur Schade und brach in ein grosses, trauriges „Oohhh“ aus. Ryan kriegte sich da nur noch schwer ein. „Ihr seid ja je das traurigste Publikum!“, lachte er und versprach, sie hätten noch eine Zugabe vorbereitet. Dazu sprang er schliesslich ins Publikum runter und spielte allein, sich mit Gitarre begleitend, mittendrin einer der beiden Zugaben. Und mit dem selbstgestalteten Fan-Tshirt, das er erhalten hatte, schloss er dann das Konzert mit Lee zusammen nach einer Stunde ganz ab. Meine gute bzw. bessere Kamera war übrigens tot. Und ja, ich hab mich ein wenig genervt deshalb.

Ich muss auch sagen, der Support Act ging da wieder etwas vergessen. Stella Cruz kann zwar wohl sehr gut singen, aber wirklich bewegt hat mich ihr Auftritt irgendwie nicht und der Funke ist definitiv bei mir nicht gesprungen. Gitarre, Keyboard, Loopstation – an und für sich gut und recht. Aber funktioniere für mich da nun irgendwie nicht.

Mein letzter Zug wartete schliesslich. Nachdem ich mich durchfragend durch die Schlange nach vorn geskippt hatte, holte ich mir schnell, schnell ein Foto mit Ryan und liess mein Album unterschreiben. Mein letzter Zug wartete. Er meinte, er käme im November ungefähr wohl wieder für seine Europatour. Da bin ich jetzt schon ganz aufgeregt und freu mich drauf.

Rian Keen @ Komplex Club Zurich

 

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