Shawn Mendes im Hallenstadion Zurich

“Wisst ihr, was eine tolle Show ausmacht?’ Das seid ihr!” schwärmte Shawn Mendes. Der junge Kanadier ist zurzeit mit “Shawn Mendes: The Tour” einmal um den Globus unterwegs und machte an diesem Sonntagabend auch Halt im längst ausverkauften Hallenstadion. Wie’s war und ob es wirklich das Publikum war, das die Show ausmachte? Ich erzähl es euch.

Aufregung lag in der Luft

War die Türöffnung verspätet oder wieso waren die Warteschlangen vor der Arena rund 1,5 Stunden nach Türöffnung noch so lang? Rein ging es zum Glück aber trotzdem schnell. Taschen wurden eher knapp kontrolliert. Dabei kriegte jeder ein weisses Armband in die Hand gedrückt. An was erinnerte mich das sofort? Logisch, Coldplay!

Ein Durchkommen durch die Eingangshalle war ja nicht ganz einfach. Der Weg neben dem Merchstand vorbei war teilweise komplett blockiert. Durch den Lautsprecher wurden die Konzertbesucher immer wieder auf den anderen Eingang verwiesen und gebeten, die Durchgänge freizuhalten. Es lag Aufregung in der Luft. Man konnte die Vorfreude richtig fühlen.

Beim ersten Blick durch die Ränge des Hallenstadions war ich dann doch überrascht: Das komplette Stadion war bestuhlt. In USA und UK meist üblich und von mir nicht bevorzugt, war das definitiv überlegt. Als ich die kleine Bühne im hinteren Teil entdeckte, über der eine riesige Rose hing, freute ich mich schon auf den entsprechenden Showteil.

Alessia Cara eröffnete den Abend

Als dann pünktlich um 19:30 Uhr die Arenalichter ausgingen und die Scheinwerfer an, ging der erste Aufschrei durch das junge Publikum. Woah, okay Gehörschutz war heute sicher nicht verkehrt 😉 Alle sprangen aus ihren Sitzen auf und Alessia Cara eröffnete mit stampfenden Beats sowie mitreissenden Melodien den Abend für Weltstar Shawn Mendes.

Die junge Kanadierin italienischer Abstammung wurde wie etwa schon Landsmann Justin Bieber oder eben der heutige Hauptact Shawn Mendes durch Coverversionen auf Videoplattformen wie Youtube entdeckt. Die TOP30- Nachwuchskünstlerin des Forbes-Magazin brachte das Zürcher Publikum an diesem Abend nicht nur zum Tanzen, sondern verzauberte es auch mit wunderschönen Balladen wie „Growin Pains“ oder „How Far I‘ll Go“. “Sind Disney-Fans unter euch?” fragte sie. Letzterer war nämlich Teil des 2016 veröffentlichten Disney Soundtracks des Animationsfilms „Moana“ (Notiz an mich: Den Film muss ich mir noch ansehen). Im wunderschönen Lichtermeer, das bis unters Dach ging, sang das Publikum schon während ihrem Auftritt jedes einzelne Wort mit.

Nicht nur ihre Stimme war absolut bemerkenswert, bei „Comfortable“ griff die Grammy-Gewinnerin sogar selbst zur golden glitzernden Gitarre. Dadurch oder auch mit Reggae Beats zu „Trust My Lonely“ bewies sie ihre Vielseitigkeit. Ihr in Europa bisher erfolgreichster Song „Scars To Your Beautiful“ durfte natürlich währenddessen ebenfalls nicht fehlen. Alessia ermutigte damit ihre Fans, sich sowie ihre Mitmenschen zu mögen wie sie sind.

Es war richtig toll ihr zuzuhören und bevor sich Alessia schliesslich nach dem rund 45 minütigen Set wieder verabschiedete, sprangen alle zu “Stay” nochmals zum Tanzen aus ihren Sitzen auf. Gut möglich, dass Alessia schon sehr bald alleine Arenen füllen wird.

Fehlstart

In der kurzen Umbaupause schienen die Fans wie auf Nadeln. Als die Pausenmusik nur für ein paar Sekunden zu lange aussetzte, ging schon der nächste Aufschrei durch die Zuschauer. Ähm, Fehlstart meine Lieben! Die Show begann noch gar nicht. Aber lange mussten wir tatsächlich gar nicht mehr warten. Denn kurz darauf dröhnte „Another one bites the dust“ von Queen laut aus den Boxen und wurde extra noch etwas lauter aufgedreht. Aber bevor sich das Publikum dazu aufheizen konnte, ging der Song bereits in den Showstart von Shawn Mendes über. Noch ohrenbetäubenderes Gekreische schallte durch die Arena, das noch lauter wurde, sobald der junge gut aussehende Musiker auf die Bühne gejoggt kam. Er schnappte sich seine Gitarre und legte mit der Band zu „Lost in Japan“ los.

Ein Welthit nach dem anderen

Mit „There‘s Nothing Holding Me Back“ spielten sie bereits den ersten Welthit und nichts hielt die Zuschauer noch zurück. Lautstark erklang von dem vor allem weiblichen Publikum Wort für Wort jeder einzelner Textzeile. Die am Eingang verteilten Armbänder blinkten wild im Takt. Coldplay liess grüssen (zur Erinnerung: Coldplay im Letzigrund Stadion)! Es folgte mit „Nervous“ ein nächster Hit und die Lichter wechselten zu pink. Also, wer sich dafür nicht begeistern konnte…

Jedes von Shawns raren Worten wurde mit Schreien und I LOVE YOU-Rufen untermalen. Das schien gleichermassen ziemlich verrückt, wie auch beeindruckend und ansteckend. Zusammen mit der ganzen Euphorie, ging eine unglaubliche Energie durchs Hallenstadion, sobald er mit “Stiches” fortfuhr. Ich fand das mehr mitreissend als störend und wünschte die Zuschauer manch einer anderen Show in dieser Arena wäre nur ein klein Bisschen mehr wie hier.

Setlist Teil 1:

  1. Lost in Japan
  2. There’s Nothing Holding Me Back
  3. Nervous
  4. Stiches
  5. I Know What You Did Last Summer
  6. Mutual
  7. Bad Reputation
  8. Never Be Alone

Der 20-jährige Kanadier wurde ja bereits mit 15 Jahren von Island Records unter Vertrag genommen und hat in seinen jungen Jahren neben drei Studioalben ebenso zwei Livealben veröffentlicht. Mit seiner Debutsingle “Life Of The Party” auf Platz 24 der Billboard Charts war Shawn Mendes der Jüngste, der je eine so hohe Platzierung erreichte. Nach Justin Bieber war er der zweite Kanadier, der es mit 16 Jahren mit dem Debutalbum auf Platz 1 der US- und kanadischen Charts schaffte. Sein 2018 veröffentlichtes aktuelles Album “Shawn Mendes” erreichte ebenfalls in diversen Ländern die Nr. 1 der Charts, so auch bei uns in der Schweiz. Und das alles erreichte er mehrheitlich ohne Hilfe von TV und Radio, sondern hauptsächlich durch seine Internet Fangemeinde.

Mendes ganz nah

Seine Pop-Songs mit einem Hauch von Folk und einem Touch R’n’B sind mal mitreissend, mal lassen sie dich schwelgen. Erst griff Shawn energisch in die Saiten seiner Elektrogitarre und lieferte sich kleine Showeinlagen mit dem Gitarristen. Dann zupfte er die Akustikgitarre oder setzte sich für ruhigere Momente ans Piano. So etwa während “Never Be alone”. Gesprächig war Shawn nicht sonderlich. Er schien lieber das Publikum in lautem Chor mitsingen zu lassen.

Am Ende des Songs verliess Shawn die Bühne. Er war noch nicht mal weg, als unten auf dem Parkett Hektik ausbrach. In Windeseile stürmten die Mädels an die kleine Bühne im hinteren Hallenteil. Manche sprangen von ganz vorn über die Stühle, um so nah dran zu sein wie nur möglich. Wer nicht wusste, dass Shawn gleich hinten auf der b-Stage weiter machen würde, konnte es nun erahnen.

Es tauchte währenddessen ein Piano aus der Versenkung auf und Shawn eilte herbei. Die überdimensionale Rose, die über der B-Stage prangte, erleuchtete nun in strahlendem weiss. Seine Debutsingle „Life of the party“ war der erste Titel des Zwischensets. Das Lichtermeer erzeugte einen schönen Sternenhimmel. Die Mädels, dessen Hände er zwischendrin mal für einen Moment hielt, schwebten aber wohl noch viel mehr im 7. Himmel.

Setlist Teil 2 (B Stage):

  1. Life Of The Party
  2. Like To Be You
  3. Ruin

Zurück auf der Hauptbühne ging es rhythmisch mit „Treat You Better“ weiter. An dem ganzen Gekreische war Shawn ja nicht ganz unschuldig. Er stachelte das Publikum an seine Texte richtig laut raus zu schreien. Mit „Particular Taste“, „Where were you in the morning“ oder „Fallin all in you“ wurde es dennoch etwas ruhiger in diesem letzten Showteil. Er gab währenddessen mit “Youth” das Gefühle von Freiheit und Glücklichsein weiter, und erinnerte daran, dass alle, egal wie jung oder alt, die Macht haben, etwas in der Welt zu verändern.

Setlist Teil 3:

  1. Treat you better
  2. Particular taste
  3. Where were you in the morning?
  4. Fallin All In You
  5. Youth
  6. Why
  7. Mercy

Die Musik im Blut

Die letzten Highlights folgten mit der lautstark eingeforderten Zugabe: Shawn Mendes hatte nicht nur eine Coldplay ähnliche Lichtershow mitgebracht, er coverte ebenso den Coldplay-Hit „Fix You“. Das war wohl eher was für die ältere Generation, denn die Textsicherheit schien nicht mehr ganz vorhanden  😉 Umso mehr sangen sich alle zusammen mit Shawn zu „In My Blood“ nochmals die Seele aus dem Leib. Ja Shawn bewies während fast 2 Stunden, dass er die Musik im Blut hat.  Die Fans dankten es ihm dabei mit einer Fanaktion, für die sie während dieses letzten Songs kleine Plakate hoch hielten. Begleitet von Konfettiregen und Nebelfontänen nahm die Show somit ein ziemlich spektakuläres Ende. Die Zugabe-Rufe hallten da nochmals länger nach…

Setliste Zugabe:

  1. Fix You (Coldplay Cover)
  2. In My Blood

Toller Konzertabend mit Shawn Mendes

Die tolle, wild blinkende Lichtshow durch die “Coldplay-Blinklichter” und die etwas verrückte, dennoch ansteckende Euphorie der rund 10’000 textsicheren Teens machte das Ganze zu einem beeindruckenden Konzertabend. Ich bin mir aber sicher, dass Shawn Mendes auch allein durch seine tolle Stimme, den wunderschönen Balladen und mitreissenden Popsongs wunderbar unterhalten hätte. Beim nächsten Mal bin ich sehr gerne wieder dabei.

Infos zu Alessia Cara und Shawn Mendes findet ihr hier:

www.alessiacara.com
www.shawnmendesofficial.com

promoter: www.abc-production.ch

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