Snowpenair 2014

An dem Samstag gings also kurz nach 7 Uhr schon wieder aus den Federn. Das Snowpenair rief. Erstaunlicherweise war ich total fit – trotz der gerade mal 3 Stunden Schlaf. Naja, zumindest bis ich dann im überfüllten, viel zu warmen Zug stand. So im Stehen dösen ging dann aber auch eher schlecht. Man sah schon auf dem Perron, wer denn Richtung kleine Scheidegg fahren wird. Der Zug war auch dementsprechend total überfüllt. Im Stehen dann noch etwas vor sich hin dösen ging dann auch eher schlecht. In Lauterbrunnen hiess es dann auch nochmals eine halbe Stunde warten. ‚Da sind gerade 500 Leute aus Interlaken gekommen. Das können wir hier einfach nicht bewältigen‘, meinte die Dame, die ich nach der nächsten Bahn fragte. Aha. Die

Trauffer @ Snowpenair
Trauffer @ Snowpenair

Bahn kroch schliesslich den Berg hoch. Brauchte eine verflixte Stunde, bis die oben war. Zum Glück reichte es gerade noch auf Showbeginn. Die Fahrt war aber auf jeden Fall wie jedes Mal wieder sehr witzig. Man hat immer was zu lachen. Egal ob man die Mitfahrer kennt oder nicht. Das Wetter war nicht so toll. Die letzten Mal als ich am Snowpenair war, hatte es jeweils strahlenblauer Himmel und Sonnenschein den ganzen Tag. Dieses Male wars bewölkt. Ab und zu zeigte sich die Sonne ein wenig, aber im Gegensatz dazu drohte es auch immer wieder zu regnen. Glücklicherweise hielt es aber bis auf ein paar wenige Tropfen.

Die erste Band kannte ich nicht, stellte sich als Lewis Bowie Hammer Band heraus. Sie spielten diverse Klassiker sowie eigene Titel Richtung Soul, Blues und R’n’B. Und so als Beginn waren die ziemlich gut und unterhaltsam. Ich war erst mal erschrocken, als die Backgroundsängerin plötzlich anfing Schweizer Deutsch zu sprechen, das Handörgeli auspackte und z“Vogellisi“ begann zu singen. Da kam auch zum ersten Mal richtig Stimmung auf. Da sang wohl auch der Hinterste und Letzte mit. Später über Wikipedia stellte ich dann fest, dass die Band ihren Ursprung in der Schweiz hat.

Gölä @ Snowpenair
Gölä @ Snowpenair

Natürlich freute ich mich auf Trauffer und Gölä am meisten. Schnell wurde innerhalb von 15min die Bühne umgebaut. Es gab schliesslich eine Überraschung. Bereits nach dem 2., 3. Lied unterbrach Sascha Ruefer Trauffer’s Show und die Band bekam für 10’000 verkaufte „Alpentainer“-Alben Gold verliehen. Die Freude steckte dann definitiv das ganze Publikum an. Die Stimmung war während der ganzen Show genial und bei Lieder wie „Westschwiz“, „Brienzer Burli“ oder „zJung für mich“ wurde fleissig mitgesungen, bei „Müeh mit de Chüeh“ wurde schön geschunkelt und der Zalando-Schrei funktioniert auch im Schnee.

Und endlich mal wieder ein Gölä-Konzert – inkl. Zibbz, Coco und Stee. Als der Herr Pfeuti die Bühne für den Soundcheck betrat, herrschte sofort total viel Aufregung. Einige schrien gleich nach ihm, andere offerierten ein Bier. Und ich hatte das Gefühl, dass es schon das Highlight war. Die Leute lieben eben die Mundartsongs von ihm und sangen auch bei den meisten mit. Ich dachte mir einen Moment, eigentlich sind auch irgendwie alle Gölä-Konzerte gleich. Aber es hatte dann schon recht viele Lieder drin, die ich nicht so kannte. Eher die neueren. Ich freute mich dann vor allem auch über Rahel und Coco’s „Proud Mary“-Version. Die hat schon immer total gerockt. Die ganze Show machte sehr viel Spass, auch mit den ganzen Gitarren-, Keyboard-, Percussion- und Drumsoli. Und mitten in der Show rief Gölä seine hochschwangere Partnerin Heidi an, die zuhause geblieben war. Als dann als Zugabe „Schwan“ folgte und alle mitsangen – das war schon total Gänsehaut pur.

Danach hab ich noch eine Bekannte getroffen, ansonsten war für mich persönlich das Programm vorbei. Deep Purple interessierte mich definitiv nicht wirklich. Fands nicht sehr spannend. Erst mal ein Klo aufsuchen (bei dem man mal ewig anstand) und dringend was essen. Einen leckeren Spiess und Knoblibrot. Es gab auf dem ganzen Gelände plötzlich sehr viel mehr Platz. Hatten wohl ziemlich viele kein Interesse an den Altrockern. Das Publikum in den ersten Reihen hatte sich schwer verändert. Wo sehr viele Junge gestanden hatten, sah man vor allem eher die älteren Generationen ‚abrocken‘ – oder so ähnlich. Und nachdem ich der Band ein paar Minuten zugesehen und zugehört hatte, machte ich mich auf den Heimweg. Definitiv nicht meine Musik.

Deep Purple @ SnowpenairIch hatte ja vor kurzem mal gehört bzw. gelesen, dass die Älteren hauptsächlich aus nostalgischen Gründen an solche Konzerte gehen… während ich denen also so zusah, überlegte ich mir, dass das bei den Rolling Stones wohl nicht viel anders sein und aussehen würde. Ich wunderte mich umso mehr, wieso man für solche Shows mind. CHF 164.00 ausgiebt. Aber gut, was weiss ich schon – vielleicht steckt in den Stones trotz höherem Alter noch etwas mehr Energy als in Deep Purple?

Eigentlich wollt ich mich daheim nach dem Duschen dann aufs Sofa schmeissen und ‚The Voice‘ gucken. Ich war aber um 20.30 schliesslich im Bett. Ja, Samstagabend hin oder her 😉

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