Sommernachtfestival Schüpfheim

Sommernachtsfest. Also, eine richtige Sommernacht wars definitiv nicht. Eigentlich hatte ich verstanden, dass diese Konzerte drinnen in einem Zelt stattfinden würde und man nicht nass werde. Stimmte nicht. Die Hauptbühne stand unter freiem Himmel und matschig war es auch. Regnete immer wieder und die Temperaturen sanken auf Winterniveau. Hätt ich das gewusst, hätt ich mich auch für andere Schuhe entschieden. Meine Füsse sind fast abgefrorren. Ballerinas waren eine dumme Idee, ich weiss! Pilomotor und vor allem Hecht spielten dort Mitten im Nirgendwo, in Schüpfheim. Im Hinterland von Luzern. Und ich wollte diesen Sommer doch wenigstens ein Konzert von Hecht sehen. Die waren schliesslich rar genug. Alle 3-4 Konzerte, die sie spielten, waren mehr als blöd gelegen. Ich war schon kurz davor meine Pläne wieder hinzuschmeissen…

Mit der Aussicht bei meiner Bekannten übernachten zu können, kriegte ich die Chance Hecht doch noch zu sehen. Für ein Mobility-Auto war ich schon zu spät dran. Anders, als dann geplant, wurde ich glatt nachhause gefahren. Hiermit nochmals ein RIESEN Dankeschön!

Es spielten dann als erstes Pilomotor, eine Rockband aus Luzern. Luzern hat ziemlich viele Rockbands, ist euch das mal aufgefallen? Aber kürzlich meinte wer eh zu mir, in Luzern gäbe es eine ziemlich grosse Banddichte. Erklärt vieles. Auf jeden Fall kannte ich Pilomotor vom Radio. Oder eigentlich weiss ich gar nicht mehr so genau, wie ich zu denen gekommen bin. Aber hat ja gleich super gepasst, dass ich sie nun auch mal live sehen konnte. So klein das Festival war, so wenige Leute standen dann da auch vor der Bühne. Die meisten hatten sich unters Barzelt gestellt oder sind im Festzelt verschwunden. Da schien sich kaum einer wirklich für die Konzerte und die Musik zu interessieren. Hauptsache saufen?! Den Eindruck hatte ich auf jeden Fall. „On and on and on“ ist nur einer der Ohrwürmer, die Pilomotor gespielt haben. Man hört auch öfters „Somehow great“ oder „Eileen“ in den Radios. Naja, die, die da waren, hörten zu und das Konzert hat mir gefallen.

Pilomotor @ Schüpfheim 2014

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Ja, und Hecht kennt ihr ja wohl? Ich hab sie schon öfters erwähnt. War ja schon mehrmals an Konzerten der Mundart-Indie-Band und warte sehnsüchtig auf ihr neues, zweites Album. Für Hecht versammelten sich dann zu Konzertbeginn einige mehr Zuschauer. Mittlerweilen hatten die Veranstalter Stroh vor der Bühne verteilt, um den Matsch zu überdecken. Wir waren auf dem Land, merkt man’s? ^^ Meine Kollegin und ich standen schliesslich vorn an der Absperrung – das müsse schliesslich so sein, meinte sie. Bin also nicht die Einzige, die das so sieht 😀 Zwei junge Mädels meinten dann ganz aufgeregt zu uns, ob wir auch so grosse Hecht-Fans seien (weil wir da vorne standen) – „ähm… ja“, musste wohl so sein. Wir beiden waren dann trotzdem irgendwie die Einzigen, die wirklich mitsangen und mit unseren Beobachtungen fragten wir uns doch ein wenig, ob diese beiden die Songs denn überhaupt kannten. Aber wenigstens sind sie zum Konzert gekommen. 😉

Hecht @ Schüpfheim 2014

Leider gabs kein neuer Song, wie wir gehofft haben. Ok, „Huus uf Sand“ ist ja eigentlich neu. Aber ich hab den schon im Herbst 2012 zum 1. Mal gehört und seither ein paar Mal noch. Also ich kann den nicht mehr wirklich als neu bezeichnen :P. Wo Hecht sind, da kommt schnell Stimmung auf. Das war auch in Schüpfheim nicht anders. Wie immer startete das Konzert mit dem Song „Bis Band uf Bühni chunnt“, bei dem Stefan beginnt und die anderen einzeln hinzukommen. Sie spielten „Karrussell„, bei dem sie endlich eine passende Spielweise für Live-Auftritte gefunden hätten und den jetzt erst so das 2./3. Mal spielten. Die Leute schienen Spass zu haben und den Aufruf, auf die Bühne zu kommen und mitzusingen, nahmen manche dann sogar schon zu ernst. Wie betrunken muss die Frau gewesen sein? Alle buhten sie von der Bühne runter, doch die wollte einfach nicht mehr gehen. Dabei war nicht mal sie eingeladen worden, auf die Bühne zu kommen. Und keine Security weit und breit. Nicht, dass sie wirklich eine Bedrohung war. Sie nervte halt irgendwann und die hätten sie gerne von der Bühne holen können. Einen Moment lang wars ja lustig, dann aber eben nur noch nervig. Hecht spielten aber wie immer mit viel Witz und Charm und boten tolle Unterhaltung. Zur Setlist gehörten neben vielen anderen auch „Autopilot“ und „Tänzer“ (bei dem sie übrigens auch schon synchroner waren. Seht im Video ;)). Bei „See springe“ gabs doch noch ein Bisschen Sommerfeeling und zum Schluss durften dann auch nochmals alle, die wollten, auf die Bühne zum „Tanze Tanze„. Und nein, ich war NICHT auf der Bühne 😛

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Es war grandios Hecht wieder live zu sehen. Ich hoff, es dauert nicht mehr zu lange bis zum neuen Album und zur Tour. Dann müsst ihr alle wirklich mal zu nem Konzert kommen. Die fünf sind super! 🙂

 

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