St. Peter at sunset in Kestenholz

Ach du meine Güte. Das war fast Landunter in Kestenholz. Dass es regnen würde, darauf war ich vorbereitet. Aber solch einen Sturm hatte ich ewig nie mehr erlebt – wenn überhaupt? Zum Glück gab es am St. Peter at sunset Festival ein riesiges Zelt, in dem wir uns in Sicherheit bringen konnten.

Vom 05. bis 09. Juli 2017 findet in Kestenholz das St. Peter at Sunset Musikfestival statt. Neben einem Schlagerabend mit DJ Ötzi, Vanessa Mai und anderen, traten Weltstars wie Zucchero und Chris de Burgh an den verschieden Tagen auf. Ausserdem spielten viele Schweizerbands. An diesem Samstag traten The Souls, Bastian Baker und Bligg auf. Das ganze liegt von uns ausgesehen schon ein Bisschen in der Pampa. Aber trotz, dass uns das Navi etwas rumirren liess, fanden wir das Festivalgelände schliesslich doch.

Stürmischer 1. Besuch am St. Peter at Sunset

So ein Megasturm erwartete wohl keiner. So hatte ich mir meinen 1. Besuch an dem Festival sicher nicht vorgestellt. Ich hatte zwar eine Regenjacke dabei, das Festival war aber zum Glück mit Regenpelerinen ausgestattet. Wobei, so richtig nass wurden auch die nicht. Denn das einzige, was blieb, war sich im grossen Essenszelt zu verschanzen. Dahin hatten uns die Security auch sehr bald schon „verbannt“, als sie merkten, dass der Sturm offensichtlich heftiger daherkommen werde als geglaubt. Das kleine Partyzelt am Eingang oder die diversen Unterstände auf dem Gelände, waren definitiv nicht sicher genug.

Es war lange nicht wirklich klar, ob die Konzerte überhaupt stattfinden konnten. Zum Glück beruhigte sich das Wetter kurz vor Programmstart dann wieder. Im Gegensatz zu anderen Landesteilen hatten wir in Kestenholz ja offensichtlich viel Glück gehabt und es gab scheinbar keine grösseren Schäden. Allerdings teils wohl auch nur knapp.

Das Festivalgelände gefiel mir

Ich hatte mir das St. Peter at sunset in Kestenholz etwas wie das Live At Sunset in Zürich vorgestellt. Halt etwa vom Aufbau der Zuschauerplätze her. Das Gelände in zwei Teile aufgeteilt: Einerseits gab es einen Foodbereich, anderseits den Bühnenbereich. Im einen Teil des riesigen Festzelts waren Festbänke aufgestellt, auf der andreren Seite etwas eleganter und gediegener der VIP Bereich gedeckt. Draussen gab es ebenfalls diverse kleine Essens- und Getränkestände, Festbänke unter riesigen Sonnenschirmen, Sponsoren Lounges sowie das Merchandise-Zelt. Es gab eine kleine Kapelle innerhalb des Festgeländes. Das wirkte richtig idyllisch.

Beim Bühnenbereich gab es zusätzlich 1-2 kleine Getränkestände. Vor der Bühne war bis hinten die Tribünen hoch alles bestuhlt. Anders als am Zürcher Openair standen rings um die Sitzplätze aber Absperrungen mit einem Fotograben. Links und rechts hinter den Absperrungen befanden sich die Stehplätze. Das ganze Bühnengelände war kleiner als ich mir das gemäss dem Geländeplan auf der Ticketseite vorgestellt hatte. Die Stehplätze waren auch weniger schlimm als angenommen. Man sah gut zur Bühne. Vom Aufbau her war mir das ganze Festival viel sympathischer als erwartet, von der Stimmung her schliesslich auch.

Die Konzerte konnten stattfinden

Mit rund 45min Verspätung eröffneten The Souls den Abend. Viele Sitzplätze waren noch leer, das anwesende Publikum schon sehr zurückhaltend. Aber trotz des vorangegangenen Sturmes schien die Stimmung entspannt. Zum Glück hatte die Technik den Sturm überstanden. Bis auf ein Mikro, das ausgewechselt werden musste, schien alles zu funktionieren.

Die Souls spielten das gewohnte Set, halt aufgrund des zeitlichen Programmes, etwas verkürzt. Bei „Live“ kriegten sie das Publikum schon mal dazu ihre Stimmbänder einzusingen. „Close My Eyes“ hatten offensichtlich einige schon gehört. Zum Abschluss mit „Run Baby Run“ liessen sie sich die Besucher noch zum Aufstehen und Mitklatschen bewegen. Auch wenn das während des Konzertes nicht unbedingt immer so wirkte, man am Applaus nur etwa erahnen konnte, ob es gefiel, hatten die Leute den Auftritt offensichtlich vor allem im Stillen genossen.

„Endlich hab ich sie auch mal live gesehen!“ und „Die sind grossartig“, waren einige Komplimente, die ich zur Band hörte. Oder sogar „Die erinnern mich irgendwie etwas an U2!“. Am Merch-Stand kriegten sie guten Besuch.


Gemäss Aussagen von The Souls („es scheint noch keiner da“ und „es wurde noch kein Soundcheck gemacht“) sowie seinem eigenen Post in der Instagram-Story, schien Bastian Baker super spät dran zu sein. Das schlechte Wetter verbesserte die Stausituation bestimmt nicht. Aber beeilen musste er sich zu dem Zeitpunkt auch nicht unbedingt. Es stürmte in Kestenholz nämlich noch wie verrückt, als er postete.

Als das Konzert dann begann und tatsächlich nur Bastian und Simon (Keyboarder) da waren, war ich einen Moment schon sehr enttäuscht. Ich hatte mich so auf die Band gefreut. Ausserdem wollte ich doch noch jemanden von der Bastian Baker Band überzeugen, weil derjenige Bastian bisher nur solo kannte. Klar, es kann x-Gründe haben, warum sie nur als Duo auftraten. Das war trotzdem so ein „Ja, aber wieso nur…?“-Moment.

Natürlich freuten wir uns die beiden zu hören und zu sehen. Mit seinem Witz und Charme wusste Bastian das Publikum mitzureissen. Er brachte einen Zuschauer sogar dazu mit ihm ganz allein während „Leaving Tomrrow“ mitzusingen, ähm mitzugröhlen. Ein Highlight des Auftritts war für uns sicher „Tomorrow May Not Be Better“. Die Duo-Version ist einfach unglaublich schön und verursacht jedes Mal Gänsehaut. Sie spielten auch meinen Favoriten „Tattoo on my brain“. Den hatte ich damals beim 1. Mal als Duo-Version gehört. Ausserdem waren etwa „79 Clinton Street“ und natürlich sein erster Hit „Lucky“ im Set mit dabei. Abschliessen taten sie ihren Auftritt mit „I’d sing for you“.

Manche waren etwas verwundert, wieso denn die aktuelle Single „Five Fingers“ fehlte. Das Set war halt leider schon sehr kurz ausgefallen und die Setlist nicht so der Hit. Das Programm sah wohl aber nicht wirklich einen viel längeren Auftritt vor. Ein Fan meinte aber dann „Wenn er nicht so viel geredet hätte, hätten noch mehr Songs reingepasst“. Naja, manche reden zu wenig, andere zu viel. Es ist sicher schwierig einen Mittelweg zu finden. Es war ja nicht schlecht, aber wir stimmten überein, dass wir schon bessere Bastian Baker Konzerte gesehen hatten. Meine Enttäuschung hielt halt einfach trotzdem auch bis ans Ende an.

Das letzte Konzert des Abends spielte Bligg mit seiner Band. Es war sein einziges Konzert in diesem Jahr. Er macht momentan Pause. Fürs St. Peter at sunset unterbrach er diese aber. Stolz verkündete er dabei, dass sein kleiner Sohn Lio ihn an diesem Abend zum allerersten Mal live auf der Bühne sah. Auch sonst erwähnte er den Kleinen immer wieder gerne.


Weil es das einzige Konzert des Jahres war, spielte er ein „Best Of Set“, das neben Songs wie „Manhatten“ „MundArt“, „Musig i de Schwiz“, „La sie redä“ oder „Nur en Söldner“, natürlich auch „Rosalie“ beinhielt. Sofort hatte er die Zuschauer auf den Beinen. Ich hatte das ja gehofft, aber nicht unbedingt daran geglaubt. Schweizer und Sitzplätze – ihr kennt das.

Während der Show ging ziemlich die Post ab. Nur ab und zu war es etwas ruhiger, als sie sich etwa auf Hocker setzten und für Bliggs Sohn „Drachetöter“ sangen. Dazu schwenkten die Zuschauer Feuerzeuge und Handys. Das Publikum wurde zum Lichtermeer.

Es war ein typisches Bligg Konzert, wie ich es öfters schon gesehen hatte. Während den 90min wurden halt vor allem die bekanntesten Bligg Songs (ok, er hat wirklich viele) gespielt und somit nicht unbedingt was super Besonderes. Es war aber eine gute, solide Show mit der er den Grossteil der Festivalbesucher begeistern konnte.

Mein Highlight am St. Peter at sunset

Am Ende des Tages waren The Souls aber weitaus meine Favoriten: musikalisch, gesanglich, das ganze Konzert an sich. Da waren und sind sie einfach top. Ich hatte zwar erwartet, dass ich sie mit Bastian Baker gleichsetzen und mich nicht entscheiden können würde.

Der Tag allgemein war aber super, auch trotz des Megasturms. Das St. Peter at sunset ist ein schönes Openairfestival mit tollem, nicht zu grossem Festivalgelände. Es schien gut organisiert mit netter und hilfsbereiter Crew. Allem im allen war die Stimmung wirklich schön.

Das Festival findet nur alle 2 Jahre statt, also das nächste Mal wohl 2019 wieder. Infos zum Festival findet ihr auf www.sunsetevents.ch

Infos zu den Bands gibt’s hier:

www.thesouls.ch
www.bastianbaker.com
www.bligg.ch

Videos findet ihr in meiner Youtube-Playlist: St. Peter at sunset Kestenholz

 

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