Stars Of Sounds 2017 Aarberg – Tag 1

Am Wochenende fand erneut das Stars Of Sounds in Aarberg statt und ich durfte an beiden Tagen mit dabei sein. Mitten in der schönen Aarberger Altstadt wurde der Sommer mit tollen Bands und Musik zelebriert. Am Freitag gabs neben wortgewandten Raps und viel Gekreische ebenso eine gehörige Portion Rock’n’Roll.

Ich fand stahlblauer Himmel, viel Sonnenschein sowie eine gelassene und relaxte Stimmung in Aarberg vor. Auf dem ganzen Gelände standen verschiedene Getränke- und Essensstände, Bars sowie Zelte zum Hinsetzten und Unterstellen. Hoch oben über dem Gelände thronte die VIP-Tribüne.

Einige The Baseballs Fans wirkten nervös. Passend im 60er-Stil gekleidet warteten sie ungeduldig auf Türöffnung, denn schliesslich wollten sie ganz vorne stehen. Darunter waren auch einige Bekannte und Kolleginnen. „Kannst du uns nicht einen Platz besetzen?“


Das Vorhaben war nicht einfach. Der Platz vor der Bühne war noch abgesperrt und wurde erst kurz vor Türöffnung freigegeben. Dann verspätete sich die Türöffnung auch noch um etwa 15min. Es machte zack! Man konnte kaum blinzeln und schon waren die ersten 2-3 Reihen belegt. Die ganzen Leute auf dem Gelände hatten schnell reagiert. Am Ende schafften es aber auch meine Kolleginnen noch bis ganz nach vorn – und ein ganzes Stück weiter…

Über den Himalaya nach Aarberg

Nemo eröffnete den Abend. Auch wenn Songs wie „Himalaya“ und „Ke Bock“ unglaubliche Ohrwürmer sind, war ich etwas skeptisch. Der 18jährige Rapper wird momentan so unglaublich gehypt… Ausserdem fragte ich mich: Hat er überhaupt schon so viele Songs? Aber musste ja wohl 😉

Nemo heisst übrigens wirklich Nemo. Er wurde geboren, bevor alle ab 2003 begannen in den Kinos nach dem Fisch zu suchen.  😉 Nemo ist noch sehr jung, mit seinem Lockenkopf und dieser kecken Art irgendwie herzig – und vor allem auch wortgewandt. Er erinnerte mich tatsächlich sehr an Leduc vom Berner Duo Lo & Leduc. Er wusste auf jeden Fall genauso sein Publikum zu unterhalten und animieren. Anders als dass er in seinem Hit sang, schien er an dem frühen Abend definitiv Bock zu haben.

Mit seiner dreiköpfigen Band – DJ, Keyboarderin Maja und Gitarrist Simon (u.a. Gitarrist bei Halunke) – präsentierte er seine Songs. Sein Stil: Hip Hop gemischt mit Pop, Rock, Reggae und sogar etwas Jazz. Früher habe er oft mit seinem Vater Jazz Platten gehört, daher käme der Jazz-Einfluss.

Sein Sound ist locker und fröhlich, gut passend zum Sommer. Der Titel „Du“ handle vom im Zug vergessenen Portemonnaie. „Himalaya“ passe ja, weil der von Berge handle und wir da in AarBERG waren. Er coverte Ed Sheeran’s „Shape Of You“ in Mundart und „Am andere Ändi“ war schliesslich sein letzter Song.

Immer diese Hypes, aber er ist gut. Ich bin gespannt, wie er sich die nächsten Jahre entwickeln wird.

Der Kater im Spiegel

Möglicherweise guckt Nemo ja noch ein wenig was bei Dabu Fantastic ab. Die überzeugen an ihren Konzerten meist auch diejenigen, die sonst nicht so auf die Art Musik stehen. Wurde mir auch an dem Abend wieder bestätigt. Nach einer kurzen Umbaupause ging es mit ihnen weiter.

Die Dabu Fantastic Band schwang sich auf die Bühne und fing an zu spielen. Sie starteten mit „Grosse MC“. Wir hörten alle auch Dabu und Arts singen, warteten, dass sie zur Band hinzukamen. Aber ähm, wo waren sie? Während die Seifenblasen über den Köpfen der Zuschauer tanzten, tanzten die beiden nämlich von hinten mitten durch’s Publikum und kletterten über die Absperrung auf die Bühne.

Während vor allem Dabu fast ununterbrochen voller Energie über die Bühne heizte (woher nimmt er diese Energie nur?), gestand er, dass sie Nemo was geklaut hatten. Auch sie hatten bei einem ihrer Songs Ed Sheeran’s „Shape Of You“ eingebaut. Hach, ich weiss nicht, was alle nur mit diesem Song haben? Ich war von Anfang an ja nie sehr Fan davon. Ed hin oder her.

Die Zürcher tanzten mit Gitarrist Sam zu „Freddie“, bevor Dabu wieder ab durchs Publikum ging. Er müsse checken wie die Konzertbesucher sich so dazu bewegten. „Min Ort“ brachte darauf etwas Ruhe rein, aber natürlich nicht für lange.

Weil die Zuschauer so abgingen, musste sich Arts auch erstmals setzen. So war das „Bodypercussion“ spielen sicher aber auch einfacher: Er klopfte sich dabei während des Liedes rhythmisch auf die Schenkel. Daneben hatte er sogar einige Boygroup-Moves à la Take That und Backstreet Boys drauf ;-).

Mit den Pop-Songs von Dabu Fantastic macht der Sommer gleich doppelt so viel Spass. Und da es am Stars Of Sounds so viel zu feiern gab, sicher auch was getrunken wurde, hatte Dabu einen Tipp: Bei all den „Drinks“ sollte man gegen den Kater am Sonntagmorgen genügend Hagebuttetee daheim haben. Sei das nicht der Fall, gucke man einfach in den Spiegel und denkt: „Lieber uhuere hässlich, als uhuere dumm“.

Mit „Angelina“ ging es dem Showende zu. Man sehe sich an der Bar…

Zwischen den Generationen

Sobald Bastian mit seinem aus Nashville mitgebrachten Hut die Bühne betrat, begann das Kreischkonzert. Er weiss ja aber auch zu gut wie er mit verschmitztem Lächeln, dem französischen Akzent sowie gekonnten sexy Hüftschwung, die vor allem weiblichen Fans in Verzückung bringt. Seine Mitmusiker unterstützen ihn jeweils tatkräftig dabei. So auch an dem Abend in Aarberg.

Ihre Schweizer Konzerte sind momentan rar. So hatte ich den Welterbummler und seine Band seit letztem Sommer nicht mehr live gesehen. Aber eigentlich ist alles noch beim Alten: Mitreissende eingängige Folk-Popsongs wie „We Are The Ones“ oder das neue „Five Fingers“. Es sind noch immer die selben Albernheiten, bei denen man manchmal die Augen verdreht, kopfschüttelnd vor sich hin kichert und sich dran amüsiert.

Dazwischen spielten sie wunderschöne Balladen wie „Leaving tomorrow“. Letzteren sang Bastian mit Keyboarder Simon und Background-Sängerin Priscilla nur zu dritt von einer Akustikgitarre begleitet. Auch „Planned It All“ gab es reduziert nur zu zweit, begleitet am Keyboard. Hinzu kamen aber ebenso wilde Rocktitel wie „Dirty Thirty“. Gerade weil ihre Musik nicht so elektronisch klingt, wie es das heutzutage bei vielen tut, mag ich die Songs von Bastian Baker total gerne. Daran hat sich über die Jahre nichts geändert.

Natürlich durfte sein erster veröffentlichter Song, sein Hit „Lucky“ nicht fehlen. Mit „Tattoo on my brain“ spielten sie einen meiner Lieblingssongs ebenfalls. Dabei überzeugten sie auch viele Herren unter den Konzertbesuchern und wurden schnell zu den Favoriten vieler.


Favorit waren sie auch bei den Fahrgästen im Bus, mit denen ich auf der Heimweg ins Gespräch kam. Die beiden Frauen meinten allerdings, dass er am Schluss echt sein T-Shirt hätte anbehalten können  und seinen nackten Oberkörper nicht hätte präsentieren müssen. Aber das läge wohl einfach an ihrer Generation. Ja also nach dem Gekreische zu urteilen, sahen das tatsächlich viele (junge) Zuschauerinnen offensichtlich anders 😉

Motorräder und Geburtstagskinder

Noch am Nachmittag hatte Digger ein Foto vom Motorradverleih gepostet. Dass The Baseball am Abend mit diesem Motorrad plötzlich auf der Bühne stehen würden, hatte ich so nicht erwartet. Es solle nun aber eine Aarberger-Tradition werden. Beim letzten Stars Of Sounds Auftritt vor 4 Jahren hätten sie auch schon so die Bühne betreten.

Hier sein Post auf Instagram:

Mit ihren Rock’n’Roll Covers begeisterten Digger, Basti und Sam zusammen mit ihrer Band erneut das Aarberger Publikum. Mit Geschichten, Witzen sowie Unterhaltungen mit dem Publikum zogen sie nicht nur die Show ziemlich in die Länge, sondern sorgten für tolle Stimmung.

Unterstütz wurden sie von ihrer Band und deren wilden Soli. Für die Geburtstagskinder im Publikum zwangen sie den hübschen Saxophonisten Nico sogar in die Knie, um ein jazziges Geburtstagsständchen zu spielen. Natürlich wollte Sam, der einige Tage davor Geburtstag feierte, darauf ebenfalls ein Happy Birthday-Gesungen bekommen.


Dazu holten sie einige Frauen aus dem Publikum auf die Bühne. Die anwesende Festival-Security hätte behilflich sein sollen. Die Sicherheitsmänner verstanden offensichtlich aber das Anliegen und die Hints der Rock’n’Roller nicht: „Hallo? Keine Securitys hier?“ Ob sie nicht vier Frauen gleichzeitig hochwerfen könnten? Da nahmen die drei das gleich selber in die Hand und holten an die 10 Zuschauerinnen auf die Bühne. Darunter auch meine Kolleginnen. Voilà! Zusammen wurde dann ordentlich gerockt.

Nach ihrer darauf folgenden Boygroup-Einlage – „The Baseballs are back, alright!“ musste ich dann leider los, bevor das Konzert überhaupt zu Ende war. Vielleicht hätte es gereicht, aber der Moonliner (Nachtbus) wartete schliesslich nicht auf mich. Ich wollte noch irgendwie nach Hause kommen. Aber sagt mal einem Busfahrer in Aarberg, dass ihr nach Thun wollt… bis ich da mein Ticket hatte. haha.

Ich kam schliesslich aber Zuhause an und freute mich auf den 2. Festivaltag mit Troubas Kater, Söhne Mannheims und Alvaro Soler.

 

Infos zum Festival findet ihr auf www.starsofsounds.ch

Infos zu den Bands gibts hier:
nemomusic.ch
www.dabufantastic.ch
www.bastianbaker.com
www.thebaseballs.com

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