The Kelly Family – Das Comeback in Dortmund

The Kelly Family ist zurück! Das Konzert, das Comeback der singenden Grossfamilie wurde als DAS Comeback des Jahres angekündigt und es war definitiv nicht übertrieben.

Es ist absolut DAS Comeback des Jahres. Vier Tage ein riesen Fest.

Die Comeback-Ankündigung

Am 4. November 2016 gingen plötzlich Meldungen zu einem Kelly Family Comeback rum. Ich war gerade an einem Konzert und kriegte auf einmal Nachrichten von allen möglichen Leuten, die wissen, dass ich die Band lieb. Ich war natürlich erst mal etwas durcheinander. Aber tatsächlich gab es da neu eine Facebookseite, auf der mir dies mit der Ankündigung eines grossen Konzerts in der Dortmunder Westfalenhalle bestätigt wurde. Dort, wo die Familienband vor über 20 Jahren ihren Durchbruch schaffte, wollten sie nach all den Jahren wieder zusammen auftreten.

Seit Oktober 1995 grosser Kelly Family-Fan habe ich seit der letzten Tour, also rund 10 Jahre, wie viele andere sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet. Die Band hatte sich nie offiziell getrennt. Nachdem Vater Dan Kelly 2002 verstarb, zogen sie sich immer mehr zurück. Die einzelnen Bandmitglieder gingen eigene Wege, gründeten eigene Familien und widmeten sich einzelnen Projekten.

Meinungsverschiedenheiten in einer Band können manchmal ja schon schwierig sein. Was glaubt ihr, wie das in einer so grossen Familienband ist, in der sich die Familienmitglieder vor allem auch privat plötzlich nicht mehr einig sind und verstehen… Wer die Kellys aber all die Jahre weiterverfolgt hat, ihr Tun und Geschehen beobachtete, bekam auch mit, dass vermehrt einige Geschwister wieder zusammen Konzerte spielten. Dabei entstanden sogar kleine Tourneen, bei denen ich leider nicht dabei sein konnte. Aber immer öfters erwähnten einzelne Familienmitglieder, dass ein Zusammenkommen nicht komplett ausgeschlossen werden könne und gerade die letzten zwei Jahre war die Hoffnung auf ein Comeback gewachsen.

Und bääm! Da war die Ankündigung des Konzertes. Total überraschen tat es zumindest mich nicht. Ich hatte es allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwartet. Nachdem das erste Konzert innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war, kamen noch zwei weitere hinzu. Nach dem Motto‚ „wenn schon, denn schon“ kauften wir Tickets für alle drei Shows. Da war noch nicht bekannt, dass es 2018 eine Tour geben wird. Wir wollten mitnehmen, was wir konnten.

Manche verkauften nach Ankündigung der Tour ihre Karten wieder, weil sie in der Nähe auf ein Konzert wollten. Es gingen schliesslich vor Ort teils Tickets für €10 weg. Für uns war das aber nie ein Thema. Wir mussten beim Comeback einfach dabei sein.

Die Band

Anders als gehofft sind nicht alle Geschwister dabei: Jimmy, Patricia, Angelo, Kathy, John, Paul und Joey stehen nun wieder gemeinsam auf der Bühne.

Gerade bei Paddy, der noch etwa ein Jahr davor im TV erzählt hatte, wie sehr er sich das Comeback wünschte, ist das Fernbleiben schon überraschend. Ebenfalls nicht dabei ist das jüngste weibliche Familienmitglied, Powerfrau Maite. Aber beide sind erfolgreich in ihren Soloprojekten, haben teils Familie und konzentrieren sich nun eben darauf.

Dass Barby mit ihrer psychischen Erkrankung live nicht mehr mitwirkt, sollte allen klar gewesen sein. Dafür ist aber eben Bruder Paul, der vor allem in den 70/80er mit der Familienband unterwegs war und später immer mal wieder bei Projekten mitwirkte, dabei.

Natürlich machten wir uns Gedanken, sogar etwas Sorgen, ob das denn so funktionieren konnte. Es war klar, dass es nicht mehr wie früher werden würde und so versuchte ich mir das in den Kopf zu „hämmern“. Nicht, dass ich am Ende enttäuscht wurde.

Ab nach Dortmund: Anreise und Unterkunft

Die Anreise im Zug war recht angenehm. Wir hatten zwar durch eine kleine Verspätung unseren Anschluss in Köln verpasst, die Weiterreise verlief trotz der vielen verspäteten und gecancelten Züge aber gut. Eine Möglichkeit wäre auch ein Flug über Düsseldorf gewesen, von wo aus man nach Dortmund noch ca. 45min Weg gehabt hätte. Da wir aber schlussendlich nicht unbedingt Zeit gespart hätten, entschieden wir uns für den Zug. Einfach reinsetzen und losfahren. Bei der Heimfahrt hatten wir sogar einen Direktzug von Dortmund nach Zürich.

Übernachten taten wir im Hotel Novum Excelsior, das offensichtlich an diesem Wochenende ziemlich zum Fanhotel mutierte. Es waren dort viele Kelly Fans anzutreffen. Da am Samstag noch der BVB gegen Bremen spielte, liessen sich ebenfalls Fussballfans im Hotel nieder.

Es war ja aber auch ein super Hotel. Zu Fuss nur 10min vom Bahnhof entfernt, mit U-Bahn-Station und grosser Einkaufsstrasse direkt nebenan. Das Taxi von der Westfalenhalle zum Hotel kostete auch nur um die 12 Euro.

Die Generalprobe

Am Donnerstagabend wollten wir uns nach unserer Ankunft eigentlich nur mal die Halle ansehen. Wir hatten schon 2 Tage davor gehört, dass die ersten Fans vor der Halle stünden. Ob das wirklich wahr war? Wir gingen also mal gucken.


Vor der Halle standen an dem Abend tatsächlich unglaublich viele Leute. Offensichtlich fand ein Event statt. Bis mir irgendwann einfiel: HALT! Das Club-Konzert, wofür Media Markt Deutschland Tickets verlost hatte, fand doch an diesem Abend statt? Aus der Schweiz konnte man nicht mitmachen. Da wir nun aber schon mal da waren, mussten wir doch irgendwie dabei sein!

Somit taten wir es den rund 15-20 anderen Fans gleich: Wir fragten bei der Ticketvergabe ganz einfach an, ob nicht einige Plätze übriggeblieben seien. Uns wurde das zwar erst verneint, wir sollten aber halt mal abwarten. Wir standen also bestimmt eine Stunde da rum und warten. Dann, Media Markt unsere Helden: Ungefähr 15min vor Konzertbeginn wurden die 15-20 Leute noch rein gelassen.

Das Konzert fand in der Westfalenhalle 1 statt, in der die kommenden Tage auch die offiziellen Konzerte stattfanden. Es war die Generalprobe. Jemand redete von 1000 Leuten – Gewinner, Freunde, Sponsoren – die dabei sein konnten. Darunter eben wir. Wir durften uns die Plätze selber aussuchen und somit setzten wir uns ganz vorne, seitlich an den Laufsteg. Das waren die FOS (front of stage) Sitzplätze. Wir standen dann aber durchs ganze Konzert.

Ich hatte zwar schon einzelne Mitglieder der Kelly Family getroffen, aber was das Konzert der ganzen Familie betrifft: Ich war in meinem Leben noch nie so nah dran gewesen wie an diesem Abend, an diesem Wochenende. Auch wenn noch nicht alles klappte und auch nicht alle Effekte gezeigt wurden, wir waren bereits absolut überwältigt und konnten es kaum glauben.

Die Kelly Family ist zurück!
Unsere allerliebste Lieblingsband ist wieder da!

Es herrschte absolutes Foto und Aufnahmeverbot. Wollte man nur noch schnell eine SMS verschicken, kam die Security-Frau gleich schon angerannt. Das war allerdings nur bei dieser Probeshow so. An den Haupt-Konzerten durfte man Pocketcams mitnehmen und Fotos machen.

Wir waren so hin und weg, dass wir uns am nächsten Tag nicht mal mehr an den 1. Song erinnern konnten, mit dem sie das Konzert begonnen hatten. Oder überhaupt an die genaue Setlist. Hätte ich mal Stift und Papier dabei gehabt… 😉

Die Fans

Spätestens am Morgen des ersten Konzerttages stellten sich die ersten Fans an. Nicht nur aus ganz Deutschland reisten sie an sondern aus ganz Europa: Schweiz, Österreich, Polen, Frankreich, Portugal, Spanien oder aus der Niederlande. Von überall her kamen sie. Vom kleinen Kind bis zur Oma waren alle da. Viele kamen auch mit Freunden, die sie durch die Band vor Jahren kennengelernt hatten. Die Türöffnung fand jeweils 2 Stunden vor Konzertbeginn statt. Am ersten Abend war sie 30min verspätet.

Überall sah man alte und selbstgemachte T-Shirts, Kelly-Fahnen, gebastelte Poster und Banner. Die Fans organisierten Flashmobs vor der Halle. Mit Gitarren im Gepäck starteten einige Kelly-Songs und animierten alle rund rum mitzusingen. Dass diverse Medien und TV-Sender vor Ort waren, stachelte natürlich noch mehr an. Da kam auch mal ein SAT 1-Reporter mit blonder Perücke daher. Die Fans sahen das nicht ganz so eng oder verdrehten mal die Augen. Das Interview mit den Kellys hatte er damit allerdings vergeben. Thihi.

Die Kellys hatten ihren alten Tourbus, der bis anhin im Technikmuseum Speyer stand, extra für das Comeback-Wochenende vor die Halle stellen lassen. Das war natürlich ein super Fan-Highlight und der Mittel- und Treffpunkt vor und nach den Konzerten.

Die Stimmung war bereits vor dem Einlass fantastisch. Es war sehr ruhig und friedlich, keine Hysterie. Kein Vergleich zu damals. Auch der Einlass ist jeweils ruhig und angenehm verlaufen. Man merkte, alle sind älter geworden. Ja, es lag sicher auch daran, dass es hauptsächlich Sitzplätze gab und nur noch einen kleinen Teil Stehplätze gab, aber nicht nur. Man konnte die Vorfreude und Begeisterung richtig spüren. Besonders am ersten Abend, aber das zog sich durchs ganze Wochenende.

Kurz vor Konzertstart fingen die ersten Fans dann auch in der Halle an Stimmung zu machen und alle setzten ein: Laola-Wellen, Jubel und Gesang, minutenlange Kelly-Rufe. Teils ging das ab Mitte der 20min Pause dann bereits wieder weiter. Und während dem Konzert erst… Man merkte und konnte richtig fühlen: Die Fans haben all die Jahre auf diesen Tag, auf dieses Wochenende, gewartet.

Besonders am Samstagabend wurde dann auch nach dem Konzert mit den Medien vor der Halle weitergesungen und gefeiert.

Die Konzerte

Das Licht ging aus und der Introfilm starte. Die Kellys erzählten darin von der Entstehung ihres Comebacks. Sie erzählten, wie die Geschwister wieder zu einander gefunden haben und warum sie diese Comeback-Konzerte in der Westfalenhalle durchführten [Video hier].

Wie bereits 23 Jahre zuvor starteten sie auch ihre Comeback-Konzerte mit „I Can’t Stop The Love“. Überrascht wurden wir nicht nur von den zusätzlichen Musikern, die mit ihnen auf der Bühne standen, sondern auch von der bunten, blinkenden LED Wand auf der immer wieder gross „ I Can’t Stop The Love“ aufflackerte.


Plötzlich wieder 10 Jahre jünger

Der Verstand sagte zwar „ du bist zu alt für Fangirling“. Aber hey, spätestens beim zweiten Song „Why Why Why“, als plötzlich riesige Feuerfontänen in die Höhe schossen, das Publikum richtig aufdrehte, setzte der doch etwas aus und man fühlte sich plötzlich irgendwie 10-20 Jahre jünger. Das musste einfach so richtig gefeiert werden.

Die Kellys sind zurück! Es fühlte sich wie im Traum an. Wir hatten zwar die Show am Vortag beim Club-Konzert gesehen, aber das war nun mit den rund 10‘000 Zuschauern und noch viel mehr Effekten ein ganz anderes Gefühl, ein ganz anderes Level.

Die Kelly Family spielte einen tollen Mix aus all ihren Hits. Naja, logischerweise war das einen Bruchteil davon, denn sonst hätte das Konzert ja an die 8 Stunden gedauert, wie Angelo etwa am Sonntagnachmittag vor der Halle mal meinte.

Mit Lieder wie etwa Patricias „First Time“ wurde es ruhiger, Gänsehaut-Momente überkamen einen. Aber solche Gänsehaut-Momente zogen sich durch den ganzen Abend, ob in der Hitze der Feuerfontäne oder im wunderschönen Lichtermeer zu sanften Klängen der Kellys. Hinzu kam, dass die Stimmen der Bandmitglieder über die Jahre auch deutlich reifer geworden sind.


Die Fans kennen auch heute noch jedes einzelne Wort. Alle starteten die einzelnen Bewegung, Klatschrhythmen oder Rufe zu sämtlichen Songs automatisch. Es wurde zwischen den Zeilen gesungen und ein riesiger Chor ertönte.

Die Setlist

Die komplette Setlist, mit über 30 Titel (!!), sah an allen drei Tagen wie folgt aus:

  • Introfilm
  1. I Can’t Stop The Love
  2. Why Why Why
  3. First Time
  4. Imagine
  5. Because It’s Love
  6. Come Back To Me
  7. Red Shoes
  8. No Lies
  9. An Angel
  10. Loch Lomond (Scotish Traditional by Paul)
  11. When I Was In Town
    Accoustic Set:
  12. Hecho La Ronda / Ares Qui
  13. Une Familie c’est une chanson
  14. Swing Low
    -BREAK-
  15. When the boys come into town
  16. Nanana
  17. Keep On Singing
  18. Father’s Nose
  19. Please Don’t Go
  20. Drum solo
  21. Fell in love with an alien
  22. I can’t help myself
  23. The Wolf
  24. Cover The Road
  25. We Got Love
  26. Only our rivers run free
  27. O’Keefe’s (Irish slide)
  28. Wearing of the green
  29. Who’ll come with me
    ENCORE-
  30. Good Neighbour
  31. Take My Hand
  32. Brothers & Sisters
Das Kelly-Feeling

Während „Imagine“ fielen riesige Luftballon-Würmer von der Decke und sprangen durchs Publikum. Bei Angelos „Because It’s Love“ erschien ein Herz auf der LED-Wand. Bei „No Lies“ erschien ebenfalls eine passende Grafik. Mal wurden Live-Nahaufnahmen gezeigt, mal die Videoclips zu den Songs oder sonstige Bilder. Mal fielen die Konfetti in Blumenform von der Decke, dann gab es zu „Wearing Of The Green“ einen passenden grünen Konfettiregen.


Vieles war sehr neu und ungewohnt. Kelly Family mit Pyro, Ballone, der riesen LED-Wand und den ganzen Konfetti? Nein, das kannte man so definitiv bisher nicht. Dazu gab es auch eine passende Lichtshow. Schnell hatte ich den Gedanken: Uhh, brauchen die das denn? Aber spätestens bei der zweiten Show hatte ich mich schon daran gewöhnt und freute mich besonders über den mega Konfettiregen. Deshalb war ich aber trotzdem an Konzert zwei und drei nicht weniger überwältigt.

Also die ganzen Sorgen vorab waren umsonst. Ja, vieles war neu, aber doch war alles absolut beim Alten. Das Gefühl, dieses Kelly-Gefühl, war sofort wieder da. Es fühlte sich an, als wären sie gar nie weg gewesen. Dass Paddy und Maite fehlten, fiel gar nicht so sehr auf. Als langjähriger Fan wünscht man sich die zwei zwar zurück, aber die Band ist überhaupt nicht darauf angeweisen, dass die beiden dabei sind. Die sieben Geschwister spielten auch ohne die beiden ein geniales Konzert. Die Gesangsparts wurden ganz einfach neu verteilt, womit tolle neue Liederversionen entstanden.

„An Angel“, das natürlich nicht fehlen durfte, war ein perfektes Beispiel dafür. Darin hatten alle ihre Parts. Es war so wunderschön wie die Fans mitsangen und dabei ein Lichtermeer entstand. Es fühlte sich grossartig an Songs wie „Fell in love with an alien“, „Cover the road“ oder „I can’t help myself“ mitzusingen.

Während des ganzen Konzertes wurde einiges aus der Geschichte der Kelly Family kommentiert und sie erinnerten etwa mit einem wunderschönen Accoustic-Set aus alten Songs wie „Hecho la ronda/ Ares Qui“, „Une familie c’est une chanson“ sowie „Swing Low“ an die Anfänge der Familienband. Die Show war super abwechslungsreich.

Und dabei stach Jimmy aus dem Ganzen auch besonders heraus. Er wurde von den Fans total gefeiert. Er hat eine wahnsinns Stimme, tolle Bühnenpräsenz und riss das Publikum total mit sich mit.

Highlights und Emotionen

Meine Top 3 Highlights der Konzerte waren etwa

  • Angelos Drums Solo, wofür er sogar in die Höhe gezogen wurde und am Ende ein Feuerwerk los ging.

  • Wenn die Halle zu Joeys „The Wolf“ regelrecht bebte.

  • Das Duett von Patricia und Jimmy zu „Please Don’t Go“

Vor allem am ersten Abend war das Duett so unglaublich emotional, kraftvoll und intensiv. An dem Abend waren nicht nur die Fans total überwältigt ihre Band wieder zurück zu haben und live auf der Bühne zu sehen. Auch die Kellys selber waren durch die Reaktionen der Fans und der ganzen Stimmung teils sprachlos und zu Tränen gerührt. Da lag Patricia weinend in Jimmys Armen, als sie während des Songs vorne am Laufsteg tanzten.

Tanzen taten aber auch Joey, Patricia und Jimmy zusammen während eines instrumentalen irischen Stückes, das „Wearing of the green“ voraus ging. Es war super witzig. Sie brachten so viel Energie in die Show.

Danke Kellys

Während der Konzerte wurden von den Fans immer wieder Dankens-Schilder hochgehalten. Ich hatte gelesen, dass ein Fan dafür sogar rund 5000 solcher Dankensschilder mitgebracht und verteilt hatte.

Ausserdem erhielt die Band am ersten Abend für ihr neues Album „We Got Love“ von der Plattenfirma Gold überreicht. [Schaut HIER]

Es war alles so unglaublich schön und absolut grandios!

Viele Technikfehler

Naja gut, um ehrlich zu sein: Es war nicht ganz alles  super grandios. Es gab nämlich schon sehr viele technische Fehler während der vier Konzerte. Dass am Media Markt-Konzert, also an der Generalprobe, noch nicht alles ganz funktionierte, war nachvollziehbar. Deshalb führten sie diese Show ja auch durch. Aber vor allem während der ersten beiden offiziellen Konzertabende gab es doch sehr viele Pannen.

Der Sound war öfters nicht ganz so gut und man hörte bei manchen lauteren Songs die Stimmen eher schlecht. Mikrofone und Gitarren funktionierten nicht immer richtig. Die Einspielung des Vaters bei „Who’ll Come With Me“ konnte man am ersten Abend nicht hören.

Erst am letzten Konzertabend schien mehr oder weniger alles reibungslos zu klappen. Der Sound war da am besten. Das einzige grössere Malheur an dem Abend war, dass Jimmy „We Got Love“ unterbrechen und neu beginnen musste, weil sie einander offensichtlich nicht hörten und alles total aus dem Takt war. Das schien dann aber auch nicht weiter schlimm.

Fehler passieren, aber verglichen mit den vielen Künstler und Konzerten, die ich bisher gesehen hatte, empfand ich es schon als ziemlich viel. Vor allem fiel es mir eben auch auf.

Hoffen wir, das läuft bei der Tour dann besser. Aber klar, am Ende sah man sehr grosszügig drüber hinweg und die meisten waren da nicht sonderlich kritisch. Das Glückgefühl über die Rückkehr der Band war einfach grösser. Ich frag mich aber, wie das so mit der DVD funktionieren wird. Dafür haben sie nämlich alle Konzerte gefilmt.

Die Kellys hautnah

Die Kellys kamen aber an dem Wochenende so ehrlich, authentisch und nahbar rüber wie wohl nie zuvor. Während der Shows liefen die meisten Bandmitglieder immer wieder dem Bühnenrand lang und klatschten Hände ab. Sie waren alle emotional und super dankbar. Bei den Konzerten am Samstag und Sonntag sprang Angelo nach der aller letzten Zugabe sogar jeweils ins Publikum. Er umarmte dabei aus lauter Freunde und Dankbarkeit sämtliche Leute, die ihm in die Quere kamen.

Joey hatte vorn weg auf Facebook gepostet, dass er wie früher wieder anfangen wolle nach den Konzerten joggen zu gehen. Wer mitmachen wolle, solle nach Konzertende am Bus warten. Promo steckte da wohl auch drin. Aber naja, dass da dann 1000 Leute standen, schien ihn wohl doch etwas zu überraschen. Es gingen an den zwei Abenden aber dann doch nur kleine Gruppen mit, um mit ihm eine Runde ums Konzertgelände zu joggen [ich übrigens nicht ;-)]. Am ersten Abend eröffnete Olympiasiegerin Britta Heidemann mit ihm den Lauf. Sein 16-jähriger Sohn Luk begleitete ihn ebenfalls.

Am Sonntagnachmittag kamen wir zur Halle, als Angelo gerade eine Fanüberraschung drehte. Sie schenkten ihr nach seinen Angaben „weil es TV ist“ drei Tickets. Ja, war uns schon klar 😉 Darauf stimmte er mit den wartenden Fans vor dem Bus noch kurz „Once In A While“ an.

Am selben Abend kam nach dem Konzert John zum Bus, schrieb über 2 Stunden Autogramme und machte mit den Fans Fotos. Er versprach, er werde nicht gehen, bevor nicht alle ein Foto mit ihm hatten. Er hielt das Versprechen.

Es standen natürlich dann auch Fans an der Hallenausfahrt in der Hoffnung, vielleicht ein Foto oder Autogramm von einem der Kellys zu bekommen oder schon nur einen Blick zu erhaschen. Da standen tatsächlich teils über 100 Leute. Mehr als ein Winken beim Vorbeifahren war damit natürlich nicht drin. Das war aber alles relativ harmlos. Die meisten Fans benahmen sich gut. Naja, bis auf die paar Leute, die scheinbar in ihre Autos sprangen und den Kellys gleich hinterher fuhren. Das war definitiv nicht schön!

Nächstes Jahr auf Tour

Seit der Comeback-Ankündigung hiess es immer wieder aus vielen Medien und von Hatern, die machen das eh nur aus kommerziellen Gründen, des Geldes wegen. Dass sie sich damit ihr Einkommen erst mal sichern können, ist klar. Auch ein Kelly kann nicht nur von Luft und Liebe leben. Ausserdem hat sich allein in den letzten 10 Jahren das Musikbusiness enorm verändert. Da muss man sich was einfallen lassen.

Wäre das Comeback und das wieder Zusammenspielen aber nicht etwa ebenso eine Herzenssache, bezweifle ich, dass das so funktionieren würde. Nicht nachdem, was alles war. Diese ganze Emotionen, dieses Gefühl wären an diesem Wochenende so nicht vorhanden gewesen.

Es war ein wahnsinnig geniales Wochenende. Absolut überwältigend was nicht nur an den Konzerten sondern auch rund rum geschah und sich abspielte. Super friedliche Stimmung. Riesen Euphorie, aber keine Hysterie. Alle freuten sich einfach ihre Band zurück zu haben.

Nächstes Jahr wird es mit einer Europatour weiter gehen! Ich freu mich riesig auf das Konzert in Zürich und hoffe noch an 1-2 weiteren Shows dabei sein zu können. Danach werden wir ja dann sehen, ob und wie es weitergehen wird.

An welcher der rund 30 Europa-Shows trifft man euch denn an?

Infos zu der Kelly Family findet ihr auf www.kellyfamily.de.
Tickets für das Zürich Konzert findet ihr HIER bei Ticketcorner.

mehr Konzertfotos findet ihr hier: Bildsrecke: The Kelly Family in Dortmund
Videos findet ihr auf meinem Youtube-Kanal

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