The Souls in Köniz

Die kleinen Diskokugeln tanzen und glitzerten über unseren Köpfen. Ich kann manchmal wirklich meine Augen kaum von diesen Dingern lassen. Je nach Song ziehen sie dich noch zusätzlich in diesen Bann, in dem du eh schon gefangen bist. Bereits nach dem ersten Song, „Silver Rain“ total geflasht, brachte „Fighting in the moonlight“ gute Laune und „Live“ ist sowieso unser Favourite. Also, den von meiner Kollegin und mir. Ich bin sicher, The Souls haben einige mehr beeindruckt, als nur uns „Die-hard-Fans“. Und so ging das weiter, bis ein richtig toller Abend endete. Auch wenn dieser Eindruck durch einige Diskussionen danach doch einen Moment lang ins Wanken geriet…

Ja, nachdem The Souls letztes Wochenende in Langnau die neue Tour-Etappe gestartet hatten (da war ich ja allerdings bei den Rival Kings in Zürich), spielten sie an dem Freitagabend in Köniz. Ich freute mich sehr auf dieses Konzert. Nicht nur um die Band wieder zu sehen und zu hören, sondern auch viele Bekannte anzutreffen, die sich ebenfalls angekündigt hatten. Und die Kozerte, die ich bisher in Köniz gesehen hatte, waren immer sehr schön gewesen. Ausserdem sind The Souls 2013 schon mal im Rossstall in Köniz aufgetreten, damals noch unter ihrem alten Namen Undiscovered Soul. „…wir sind aber noch immer dieselben“, lachte Jay, als er nach der Ansage des Veranstalters korrigierte, man habe zwischenzeitlich den Namen gewechselt und heisse nicht mehr Undiscovered Soul. Hmm, ich würd meinen, fast dieselben: Schliesslich hat sich die Band seither weiterentwickelt, ist besser und erfahrener geworden.

Es ist immer ein tolles Gefühl eine Band erneut auf einer Bühne zu sehen, auf der man sie schon mal gesehen hatte. Vor allem wenn so einige Jahre dazwischen liegen. Im schnelllebigen Musikbusiness ist es nicht selbstverständlich, wenn eine Band dann überhaupt noch existiert. Es sind in diesen Jahren so viele Erlebnisse und Erinnerungen zusammen gekommen. Jaja, ein Bisschen Nostalgie gehört dazu. Als Fan einer Band ist man dann in solchen Momenten auch super glücklich und stolz.

Die Souls haben im neuen Jahr die Setlist umgestellt. Anders als meine Kollegin meinte, ist mit „Where You Belong“ zwar nur ein Song zusätzlich in die Setlist wieder aufgenommen worden, wir freuten uns über den aber umso mehr. Den Song ab ihrer EP „Green“ hatten sie nämlich länger nicht mehr gespielt. Sie starteten das Konzert, wie bereits erwähnt, wieder mit „Silver Rain“. Ich find ihn so passend als Konzertbeginn. Man ist nach dem ersten Lied dann schon total hin und weg.

Die Band machte den Eindruck, als hätten sie viel Spass daran auf dieser Bühne zu stehen, trotz dass manche vom Kranksein noch nicht so fit waren. Die Bühne ist grösser als die letzten, da konnten sie sich austoben. Ausserdem machte René Kunz für sie an dem Abend das Licht. Auch wenn ich’s jetzt nicht sonderlich schlimm finde, wenn es mal keine ausgiebige Lichtshow gibt, macht eine tolle Lichtshow eben dann schon einen Heidenspass.  Da stand etwa Jay plötzlich bei „Stay“ alleine im Spotlicht und die anderen waren kurzerhand ausgeblendet. Sie verschwanden in der Dunkelheit, nur um gleich darauf im richtigen Moment in den kunterbunten Lichter wieder aufzutauchen. „Stars“ ist im passenden Licht noch viel schöner und berührender. Und während „Run Baby Run“ blinkte es taktgenau im Hintergrund. Ich war allerdings froh, gab es keine Nebelmaschine. Damit wär ich mit meinem Husten an dem Abend nämlich definitiv nicht klar gekommen. Puh, es war schon anstrengend genug, ihn so zu unterdrücken. Nein, Zuhausebleiben war keine Option. So krank war ich dann auch nicht.

Das Publikum war an diesem Abend sehr ruhig, hörte sehr genau zu. Es sei ja nicht mal nötig um um Stille zu bitten, stellte Jay fest, als sie Balladen wie „Cry“ und „Whole“ spielten, oder wenn sie sich mitten in die Zuschauer stellten und nur von der Akustikgitarre begleitet „Tandem“ und „Nowhere Man“ sangen. In Diskussionen danach hatte das jemand bemängelt, dass das Publikum zu wenig mitmachte. Aber ihr wisst, wie ich mich manchmal über schlechtes Publikum aufregen kann. Das Publikum in Köniz war absolut in Ordnung.

Das Konzert schien einfach wieder viel zu schnell vorbei, aber das Gefühl von Zufriedenheit und Glückseligkeit war gross. Gewisse Diskussionen danach brachten dieses Gefühl dann allerdings schon erst mal ins Wanken. Ein paar fanden den Sound nicht gut genug, Setlist sollte man umstellen, Publikum sei zu ruhig gewesen und habe zu wenig mitgemacht…und was sonst noch alles kritisiert wurde. Bin ich wirklich so unobjektiv? Vielleicht muss ich aber auch erwähnen, dass diese Kritiken auch von Musikern kam? Die Hören und sehen höchstwahrscheinlich eh nicht dasselbe wie ich.

Schlussendlich stimmte das Konzert für mich so. Ich bin glücklich und zufrieden nachhause gegangen. Das ist doch das Wichtigste?! Und bevor ich alles überanalysiere und frustriert ein Konzert verlasse, bin ich doch lieber ein unobjektiver Fan, der jeden noch so kleinsten Moment mit Sinn und Unsinn geniesst. Fans sind halt einfach nicht immer objektiv, das aber dafür mit vollster Leidenschaft 😉

Infos zu The Souls findet ihr auf ihrer Webseite www.thesouls.ch. Kommt auch mal an eines ihrer Konzerte: Eventtip.

Mehr Videos findet ihr in meiner Youtube-Playlist

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