Thun hat Talent

Thun hat Talent – das wissen wir ja hier alle schon lange. Und seit dem SRF3punktCH-Special sogar die ganze Schweiz. Und dadurch liess sich der Thunfest-Verein schliesslich zu einem neuen, kurzfristigen Event inspirieren, eben genau unter diesem Titel: Thun hat Talent.

Also besseres Wetter hätte man sich gar nicht wünschen können. Stahlblauer Himmel, wunderbarer Sonnenschein, ein herrlicher warmer Herbstsamstag. Der Event fand in der Schadaugärtnerei in Thun statt. Wunderschöner Ort für solch einen Anlass. Tische und Bänke standen, für Essen und Getränke war auch gesorgt. Mit dem Thunfest-Pin kam man gratis rein, alle anderen zahlten gerade mal CHF 10. Also praktisch geschenkt. Ich kam durch den Backstage. Haha. Nein, das war auf keinen Fall Absicht gewesen. Ich hab nur mal wieder den Eingang nicht gefunden. Sorry, ich war echt noch nie dort gewesen. Freundlicherweise schickten mich die Security Leute nicht wieder ums ganze Gelände rum, sondern ich durfte übers Eventareal abkürzen.

Das Unterhaltungsprogramm begann bereits vor dem Mittag mit Superbuffo, einem Komiker aus der Region. Ich war zum Nils Burri Konzert dann auch vor Ort. Zum Glück, denn leider war das Publikum um diese Zeit sehr rar. In der Hoffnung, dass einige nachziehen würden, stellten eine Kollegin und ich uns dann direkt vor die Bühne – naja, funktionierte da leider so gar nicht. Aber immerhin liessen sich einige doch von Nils vor allem bei „Good Day“ [Video hier] noch zum Mitsingen mitreissen – auch wenn sie an der Bar standen oder unter den Sonnenschirmen sassen. Eigentlich wären sie ja nur im Duo gekommen, witzelten sie zwischen drin und Bassist Philipp Bühlmann sei nur wegen den Jazz-Einlagen dabei. Naja, Drummer Dave Jutzi habe dazu allerdings die benötigten Instrumente vergessen und nicht mehr besorgen können und einfach improvisiert – er mimte sie ganz einfach mit seiner Stimme. Das Trio spielte diverse ältere und neure Lieder, darunter sogar eine Premiere – ein neuer Song, den wir als erstes zu hören kriegten. Ein richtig guter Start in den Tag.

Indessen hatten sich auf der einen Seite des Geländes einige Künstler und sich ihre Leinwände aufgehängt. Während die Musiker ihr Programm auf der Bühne spielten, konnte man ihnen beim Malen zusehen. Die Bilder konnten dabei ersteigert werden.  Nach Nils Burri folgte das Konzert von The Souls. War euch nicht auch von Anfang an klar gewesen, dass das The Souls sein mussten, die da als Surprise Act angekündigt waren? Ich freute mich natürlich in meinem Verdacht bestätigt zu werden und sie sobald nach ihrer Plattentaufe im ausverkauften Bierhübeli wieder live zu sehen. Und das Zuhause. Sie brachten den grössten Teil des Publikums. Bekannte und Verwandte waren gekommen und solche mit ihren Kids, die sonst weniger an die Konzerte der Thuner Band kommen konnten. Aber sogar Eventveranstalter, die die Band noch nie live gesehen hatten. Das Programm musste wegen ihnen noch extra umgestellt werden, da sie kurzfristig eine Zusage fürs Reeperbahn Festival erhalten hatten. Gleich nach der Show machten sie sich dann auf nach Hamburg.

Ihr Konzert begannen sie mir „Silver Rain“ und spielten darauf bis auf einen kleinen Wechsel dieselbe Setlist wie die Woche davor in Bern. Darunter ihre aktuelle Single „Fighting in the moonlight“ [Video hier], mein Favourite „Live“ [Video hier] oder das wunderschöne „Stars“ [Video hier], das Jay von Rease am Keyboard begleitet singt. Für die Zugabe stellten sich die sechs mitten ins Publikum und spielten nur von einer akkustikgitarre begleitet „Nowhere Man“, wie ich das schon öfters an ihren Konzerten gesehen hatte und mir im Bierhübeli ein wenig als Abschluss gefehlt hatte. Damit hatten sie noch immer jeden begeistert. So harmonisch, so wunderschön. Zurück auf der Bühne stimmten sie dann demokratisch noch für „Heart in my hand“ als allerletzte Zugabe ab, bevor sie sich verabschiedeten und sich kurz darauf auf den Weg in den Norden machten. Leider ging mit ihnen auch etwa die Hälfte des Publikums. Schade für die anderen.

Aber ja, ich geb zu, die restlichen Bands, Musiker und Darbietungen kriegte ich auch nur jeweils so halb mit. Einerseits, weil so viele Bekannte da waren, teils weil es mich einfach nicht so interessierte oder ich die Musik nicht ganz so gerne mochte. Der junge Thuner Musiker Liam trat auf jeden Fall nach The Souls auf. Er stand alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne, spielte unter anderem Covers von Ed Sheeran und Coldplay [Video hier]. Dann gabs mit ‚Thun ist Nirgends‘ etwas Slam Poetry, was noch nie so mein Ding war. Aber auch wenn ich nur mit halbem Ohr mithörte, musste ich immer mal wieder Schmunzeln. Mit der Reggae-Ska-Band Baspa Ricardo sowie der Rockband Rooftop Sailors gabs zum Abschluss nochmals Musik.

Gegen 22 Uhr war der Event dann auch schon fertig und die Helfer bereits fleissig am Abbauen. Weiss nicht, Nachtruheproblem? Man wurde sehr bald gebeten zu gehen. Aber es war einfach schön. Tolles Wetter, gute Musik, super Leute – was will man mehr? Und ich hoff jetzt mal, dass es noch mehr „Thun hat Talent“-Events geben wird. Immerhin gibt’s in der Region noch Haufenweise andere gute Bands. Verpasst das dann nicht!

Informationen zu den Bands findet ihr auf ihren Webseiten:
Nils Burri – www.nilsburri.ch
The Souls – www.thesouls.ch
Thun ist nirgends – www.thunistnirgends.ch
Baspa Ricardo – www.basparicardo.ch
Rooftop Sailors – www.rooftopsailors.com

www.thunhattalent.ch

Youtube:
Nils Burri in concert
The Souls in concert
Liam in concert

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