Tom Odell im Mascotte Zürich

Es war knapp 18 Uhr. Ich sass bereits im Bus nach Hause, als eine Nachricht kam, ob ich spontan Lust hätte zu Tom Odell ans Konzert im Mascotte zu gehen. Es sei noch ein Ticket übrig. Klar hatte ich Lust! Ich sprang sofort wieder ausm Bus, rannte rüber zum Bahnhof und erwischte gerade noch den Zug nach Zürich! Das reichte noch um kurz vor 20 Uhr vor Ort zu sein. Oh, die Freude war riesig!

Drei Jahre nach seinem Debutalbum „Long Way Down“ kündete Tom Odell endlich seinen Nachfolger mit dem Titel „Wrong Crowd“ (VÖ: 10.06.2016) an. Mit der „No Bad Days“-Tour gab es dazu eine kleine Prerelease-Clubtour, die ihn auch ins Mascotte in Zürich führte. Die Tour wurde sehr kurzfristig angekündigt, ich hatte das nebenbei knapp mitgekriegt. Das Mascotte – klein und fein  – juhui! Aber das Konzert war damit innert 2 Tagen einfach viel zu schnell schon ausverkauft und ich hatte kein Ticket mehr erwischt. Ich hatte mich schon damit abgefunden, nicht hinzufahren… wie schnell sich das ändern kann.

Gut sind so viele Musiker so zuverlässig unpünktlich – vor allem internationale – und das Konzert begann damit auch nicht wie angekündigt um 20 Uhr, sondern rund eine halbe Stunde später. (Wobei, vielleicht liegt es am Mascotte – ist nicht das erste Mal, dass Konzerte nicht zur angekündeten Zeit begonnen haben.) Ich stand schlussendlich an der rechten Seite der Bühne, ganz vorn. Überraschenderweise geht das immer recht einfach und so oft gibt es ganz vorn noch eine Lücke, in die man sich stellen kann. Damit hatte ich freie Sicht. Tasche und Jacke konnte ich so auch gut platzieren, ohne dass es jemanden störte. Es war bereits vor Showbeginn super warm in dem kleinen Lokal. Ich ermahnte mich selbst noch bloss nicht den abgelegten Schal zu verlieren.

Rund 500 Zuschauer finden Platz im Mascotte und es war eine richtig schöne Atmosphäre.  Tom begeisterte mit seiner 4-köpfigen Band und Backgroundsängerin das Publikum mit seinen neuen, aber auch eine Handvoll der alten Songs. Von Jubel und Gekreische begeleitet betrat die Band die Bühne, Tom setzte sich ans Piano. Sie begannen mit dem neuen „Still Getting Used To Being On My Own“. Man kennt es ja, bei neuen, noch unbekannten Songs sind die Zuschauer immer eher zurückhaltend. Sein Konzert wurde aber trotzdem durchgehend von Jubel und Rufen begleitet. Bei seinen Hits wie „I know“, „Can’t Pretend“ oder vor allem natürlich „Another Love“ waren dann alle besonders enthusiastisch. Und die Band, vor allem Tom, steckten ihre ganze Energie und Leidentschaft in ihre Songs.

Mit den ersten neuen Titel  „Wrong Crowd“ und „Magnetised“ befürchtete ich etwas, dass mir das neue Album nicht so gefallen könnte. Die beiden Titel sind sehr elektronisch. Aber live war das einfach wieder was anderes und ich empfand sie nicht als so schlimm, auch wenn ich schlussendlich die Songs, während denen er allein auf der Bühne am Piano sass, am liebsten mochte. Allen voran hab ich mich völlig in „Constellations“ verliebt,

“… It’s the same old constellation, the stars up in the sky. Yeah, I’ve got a feeling, they’re gonna look different tonight…” –

den er mit ganz sanfter Melodie und Stimme sang. Der Titel verursachte absolut Gänsehaut. Natürlich hatte er davon noch viele mehr im Angebot – sanft, emotional, leidenschaftlich – den letzten Song, „Somehow“ z.B., um einen weiteren zu nennen. Aber natürlich gibts auch die etwas schnelleren, energischeren und rockigeren Songs wie „Daddy“. Meistens sass er ja an seinem Piano, spielte bei vielen Titel längere Intros, löste sich aber ab und zu von und stellte sich an den Bühnenrand, kletterte auch schon mal aufs Piano hoch. Das Konzert hätte gar nie enden sollen…. Tat es natürlich, aber auf keinen Fall ohne Zugaben. So wurde die Band für „Grow Old With Me“ und „Hold Me“ auf die Bühne zurück geklatscht und gepfiffen.

Ein total vielfältiges, berührendes Konzert. Es hat super viel Spass gemacht, die neuen Lieder kennenzulernen und man konnte damit  sein neues Werk „Wrong Crowd“ noch viel weniger erwarten. Das Mascotte leerte sich schliesslich sehr langsam. Das ist immer irgendwie blöd in dem Club, die Garderobe steht einfach super ungünstig. Mit den Gedanken irgendwo zwischen Konzert und meinem letzten Zug drückte ich mich dann an den Leuten mit Tausend „Sorrys“ und „Excüses“ vorbei. Der Zug wartete nicht.  Aber wohl genau deshalb war dann mein Lieblingsschal nicht mehr mitgekommen… wie, wo und wann mir der genau abhanden gekommen war, war mir nicht wirklich klar. Typisch! Zum Glück lag der aber tatsächlich noch im Mascotte und glücklicherweise wurde er auch ganz schnell gefunden. Eine Woche später hatte ich den auch schon wieder zurück.

Ja, ich hatte mal wieder in vielerlei Hinsicht Glück an dem Tag. Und hab die richtigen Leute gekannt – DANKE! Tom Odell spielt übrigens am Samstag, 27. August 2016 an der Winterthurer Musikfestwoche. Infos findet ihr HIER.

Infos zu Tom Odell findet ihr auf seiner offiziellen Webseite: www.tomodell.com

Setlist:

  1. Still getting used to being on my own
  2. I know
  3. Wrong Crowd
  4. Concrete
  5. Constellations
  6. Daddy
  7. Can’t pretend
  8. Here I am / Sparrow
  9. Jealousy
  10. Another love
  11. Magnetised
  12. Somehow
    Encore
  13. Grow old with me
  14. Hold me
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