Touch The Mountains 2018

Hoch oben im Himmel glitten die Gleitschirmflieger der Höhenmatte zu. Einfach gemütlich durch Interlakens Strassen bummeln, sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen sowie sich hier und da einen Glühwein oder Punsch schnappen. Der 1. Januar 2018 in Interlaken ist Tradition und stand bereits zum 14. Mal wieder ganz im Zeichen der Schweizer Musik. Es war zwar dieses Mal eher nur so mit 50/50 „mein Programm“ und mit offensichtlich ziemlich weniger Publikum als auch schon. Ich freute ich mich trotzdem und wollte einfach mal bei allen reinhören.

Mitten in der Stadt spielte eine Guggenband, auf der Höhe des Hotels Victoria kam mir gerade eine Treichlergruppe entgegen und die 2018-Eisskulptur war als Fotomotiv hoch begehrt. Nur einen Katzensprung weiter vorn standen auch wie gewohnt die Alphornbläser. Es ist schön am 1. Januar einfach raus zu gehen, die Sonne zu geniessen und gemütlich Musik zu hören. Und zu dem Zeitpunkt dauerte es auch bereits nicht mehr lange, bis das Musikprogramm startete.

Dass das diesjährige Programm nicht ganz so sehr zog, wie in anderen Jahren, merkte man vor allem am Golden Circle an. Kurz vor Öffnung stand noch kaum einer davor, um sich die Erstereiheplätze zu ergattern und schien dieses Jahr weit von ausverkauft zu sein. Umso schöner war es aber, dass sich zum Start der Platz doch gut füllte.

Baba Shrimps ehren Hanery Amman

Für Baba Shrimps habe es die letzten Jahre nur einen Weg gegeben: Nämlich direkt nach oben. Und so seien sie mittlerweilen zur Delikatesse und alles andere als einfach so gefressen worden. So oder ähnlich lautete die Ansage zur ersten Band und liess bestimmt nicht nur mich schmunzeln.

Passend zum Start ins neue Jahr und einer weiteren Etappe auf ihrer „Road To Rome“ eröffnete das Zürcher Trio Baba Shrimps das Openair mit „Wish You Luck“. Darauf folgten knapp eine Stunde lang ihrer grössten und neusten Hits. Das waren etwa „Back To Where The Light is“ mit dem Faithless-Teil, „Don’t Wanna Hide“, das wunderschöne „Calling Out For You“ sowie der Albumtitel-Song „Road To Rome“.

 

Mein erstes Konzert des Jahres und das Herz machte Freudensprünge. ♥

Die Band freute sich, dass an dem wunderschön sonnigen Tag so viele Leute gekommen waren, um ihnen zuzuhören. Bereits nach dem zweiten Song wurde es dabei Frontmann Adi zu warm und er begann sich auszuziehen. Er trage nämlich auch eine lange Unterhose. Ja, es war auch dieses Jahr kaum zu glauben, dass eigentlich mitten im Winter und nicht Anfangs Frühling ist. Da war auch mir die Thermounterwäsche eher zu warm.

Natürlich fehlte die aktuelle Single „Hurry Hurry“, die sie für die Winterolympiade in Pyeogchang geschrieben haben, nicht. Davor spielten sie allerdings erst noch das OneRepublic Cover „Feel Again“. Ganz unterwartet erklang mitten in diesem Lied „Alperose“. Mit dem kleinen, überraschenden Einschub ehrte die Band die am Tag davor verstorbene Mundartlegende Hanery Ammann. Eine kleine Hommage, bei der einen das Herz aufging.

Abschliessen taten sie ihren Auftritt mit der Akustikversion von „Little House“. Wer Baba Shrimps nun verpasst hat oder nicht genug kriegen konnte: Die Zürcher spielen am 27. Januar 2018 bereits wieder in der Region, im Mokka Thun.

Manillio startete relaxed und easy in den ersten Tag des Jahres

Mit Manillio ging es gemütlich weiter. Die Band betrat die Bühne und spielte ein kurzes Intro, bevor Manillio dazukam. Mit „Kryptonit“ fuhr er easy und entspannt fort. Genau deshalb hatte ich mich auf Manillio gefreut. Durch seine Beats und Melodien gemixt mit seiner Melancholie entsteht ein gewisser Flow, der ein tolles Konzert mit sich bringt.

Mit „Stärne“ schickte Manillio gute Wünsche ins 2018 und an die kommenden, neuen Generationen. Zum El Dorado FM Titel „Nada“ liess sich das Publikum dann richtig zum Mithüpfen bewegen und einige Jungs zwischendrin bildeten mittendrin sogar den gewünschten Moshpit.

Sein Hit „Monbijou“ reisst eh immer irgendwie mit. Nur die Zugabe fehlte am Schluss doch irgendwie. Wobei der auf ihn folgende Act am Ende des Sets ja auch irgendwie direkt in die Zugabe stolperte und die Prozedur mit dem von der Bühne und wieder zurückgehen übersprang. 😉

Der Funke sprang nicht richtig über

Der Stilbruch vom Hiphop zum Blues merkte man schliesslich ziemlich gut. Der Golden Circle leerte sich im Verlaufe des Konzerts von Marc Amacher extrem. Irgendwie schien der Funke bei den meisten nicht so richtig überzuspringen.

Der ehemalige The Voice of Germany-Teilhnehmer liess sich davon aber nicht beirren, schickte sich trotzdem richtig rein und zeigte während der Show vollen Körpereinsatz. Dass er mit Leib und Seele Musiker ist, liess sich nicht übersehen. Und die Zuschauer, die blieben, hatten Spass am Konzert des Brienzers.

Neben Covers von AC/DC und Jimmy Hendrix spielte er auch Depech Mode’s „Personal Jesus“. Er erzählte dazu von seinen Castingshowerlebnisse und dem Aufeinandertreffen mit Superstar Robbie Williams. Dabei weiss Amacher offensichtlich auch selber sehr gut, dass er teilweise fast etwas zu viel plaudert und erzählt 😉

Die eigenen Songs von den Covers konnte ich nicht sonderlich gut unterscheiden. Die liegen eher ausserhalb von meinem Repertoire. Aber ich fand, dass ihm vor allem die Mundartsongs auch sehr gut standen.

Seit ca. September ist Marc Amacher nun mit dem aktuellen Trio unterwegs und wenn ich das richtig mitgekriegt habe, wird es wohl 2018 ein Album geben.

Ein Ständchen für Polo und Hanery

Kurz bevor es mit Chuelee weiterging, wurde Hanery Amman zusammen mit dem ebenfalls 2017 verstorben Polo Hofer auch von Seite der Veranstalter nochmals geehrt. Dazu liess der Moderator das Publikum „Alperose“ anstimmen. An und für sich eine schöne Geste und toll, wie das Publikum textsicher mitsang. Ich war von der Art dieser Ehrung allerdings nicht ganz so überzeugt. Kurz die erste Strophe mit Refrain singen und dann wars recht abgehackt schon durch. Irgendwie fühlte sich die Idee von Baba Shrimps spezieller und bedachter an…

Chuelee schaukelten zu Trauffer-Cover

Chuelee liess das Publikum bereits zu Beginn zum Oberländer Volkslied „Vogellisi“ mitsingen und schaukelte mit ihnen zu Trauffer’s „Müeh mit de Chüeh“. Als dann Gabalier’s „Hulapalu“ erklang, es dazu auch noch anfing zu Regnen, war das für mich definitiv der Zeitpunkt zu gehen. Nach dem Motto, habt ihr eure Party, aber für mich ist das nix.

Klar, da wäre danach noch das Feuerwerk gewesen und sollte diese Lampion-Aktion nicht auch noch stattfinden? Aber mit Regen ist das auch nur mässig toll. Da freute ich mich mehr auf die warme Stube. Baba Shrimps und Manillio waren meine Highlights und für den Rest komm ich dann lieber nächstes Jahr wieder. Ich geh halt einfach an solche Events wegen der Musik… 😉

 

Wart ihr auch vor Ort oder was wird euer 1. Konzert im neuen Jahr werden?

Ich wünsch euch allen ein gutes und erfolgreiches 2018! ♥

 

Infos zum Event und den Bands findet ihr hier:
www.touchthemountains.ch
www.babashrimps.ch
marcamacher.net
www.chuelee.ch

 

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