Tous en choeur avec Bastian Baker

Beim Betreten des Saals hatte ich das Gefühl die Spannung und Vorfreude richtiggehend im ganzen Raum zu fühlen. Vielleicht war das aber auch nur meine eigene Gefühlslage. Und ja, die Müdigkeit hatte wohl auch so einigen Einfluss an dem Tag. Nach dem Songbird Festival in Davos gabs grad mal 4 Stunden Schlaf und eine 5-stündige Reise bis nach Montreux. Nervosität und Aufregung, Vorfreude und Unsicherheit vermischten sich noch mit weiss ich was alles. „Tous en choeur avec Bastian Baker“ – Mit dem ersten Schritt durch die Tür dieses Saals war ich bereits ziemlich überwältigt. Das Auditorium Stravinski hat eine Kapazität von bis zu 4000 Plätzen und dann die grosse Bühne, der Balkon, das helle Holz und die vielen Lichter, der ganze glänzende Saal…beeindruckend! Das Auditorium war erfüllt von Gerede und Gelächter. Und als ich schliesslich mit Hilfe der Platzanweiserin vor meinem Sitz stand, fiel ich fast aus allen Wolken: Der Platz war nicht etwa einfach wie gedacht seitlich weit vorn, sondern sogar in der vordersten Reihe.

Bastian Baker  spielte seine Lieder an diesem Wochenende nicht nur mit seiner 4-köpfigen Band (Backgroundsängerin Priscilla fehlte) sondern einem 200-köpfigen Chor im Auditorium Stravinski in Montreux. Drei Konzerte spielten sie und ich war beim letzten, am Sonntagnachmittag, dabei. Kurzfristig hatte ich mir noch ein Ticket geholt. Irgendwie hatte ich so das Gefühl, dass ich das doch nicht verpassen sollte. Zum 5. Mal fand dieser Event statt, an dem der Chor mit einem Musiker zusammenarbeitete. Ich kenne allerdings die anderen Musiker nicht. Ca. um 17.15 Uhr ging das Licht aus, die Band und der Chor machten sich bereit und stellten sich auf. Das Intro begann. Auf dem Bildschirm sah man Bastian in die Kamera grinsen. Er betrat unter tosendem Beifall und Jubel vom Foyer her den Saal, durchquerte ihn mit seiner Gitarre und betrat schliesslich die Bühne, um mit „Lucky“ das Konzert zu beginnen. Ich war vom ersten Moment an hin und weg. Mein Herz pochte ganz wild vor Aufregung. Ich hatte Bastian Baker seit dem Energy Air nicht mehr live gesehen und freute mich schon allein darauf einfach wieder ein Konzert zu sehen. Dann war es erst noch so ein spezielles.

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Voller Energie und Leidenschaft dirigierte Jacky Locks seinen Chor, während Bastian und seine Band die Bühne rockten. Ich war so beeindruckt von der tollen Stimmung im Publikum – trotz der Sitzplätze. Jedes Mal Gänsehaut pur, wenn der Chor sanft einsetzte und immer kräftiger wurde. Ich konnte mich kaum auf meinem Stuhl stillhalten, wäre am liebsten einfach aufgesprungen. Bei „Leaving Tommorrow“ [Video hier] krieselte es schon und spätestens bei „One Last Kiss“, als Bastian allein begleitet von Simon an den Keyboards und untermalen vom Chor da vorn die wunderschöne Ballade sang, kam die Tränenflut und hörte grundsätzlich bis ans Ende des Konzerts nicht mehr auf. Vor allem etwa auch bei Songs wie „Kids Off The Streets“, das mich sowieso immer sehr berührt. So viele Emotionen, die da zusammenkamen. Mal rockte Bastian mit ganzer Band und voller Energie zu „79 Clinton Street“ und das Publikum sprang dazu sogar auf. Dann wiederum zupfte er gefühlvoll zu „I won’t cry“ die Saiten seiner Gitarre – allein nur vom Chor begleitet. Oder er liess den Chor etwa sein „I’d sing for you“ gleich ganz alleine singen. Begrüssungen, Erzählungen und die ganzen Bemerkungen zwischen den Liedern verstand ich zwar nicht wirklich (Ok, eigentlich gar nicht. War alles in Französisch.), aber das schien sowieso irgendwie eher unwichtig. Die Musik, die Band, der Chor, die ganze Stimmung im Publikum – unbeschreiblich. Und dann sang Bastian auch noch in Französisch einen Song namens „Ensemble“. Und mit „Le raz des vaches“ [Video hier], das von einem Alphorn begleitet wurde, sowie die Nationalhymne, die darauf folgte, wurde es auch noch richtig traditionell und patriotisch.

Zum letzten Lied stürmten plötzlich einige Fans nach vorn an den Bühnenrand, ein grosser Teil des Publikums folgte. Ich liess mir das natürlich auch nicht zwei Mal sagen. Und das Konzert nahm mit „Dirty Thirty“ sein Ende. Naja, fast. Es folgten nämlich noch etliche Zugaben über die Setlist hinaus und schien kaum mehr enden zu wollen.

Setlist Tous En Choeur avec Bastian Baker
Setlist

Ich hab im Leben so viele Konzerte und Shows gesehen, aber das war echt eines der schönsten und unglaublichsten. So ein (riesen) Chor hat einfach etwas magisches an sich. Ich verbrachte dann erst Mal noch mind. 1 Stunde auf dem Weihnachtsmarkt: Nicht nur, weil ich eh da war und den Markt mag, sondern weil ich mich erst Mal wieder sortieren musste… Und als wär das alles nicht schon genial genug gewesen: Das ganze Konzert dieses Tages gibt’s auf DVD. Eine bessere Erinnerung daran konnte ich gar nicht kriegen. Und ich krieg jedes Mal wieder Gänsehaut, wenn ich den DVD-Player einschalte. DVD gibt’s auf der Webseite von Tous en Choeur   [Readi in English]

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