Troubas Kater am Mani Matter Festival

Troubas Kater Mani Matter Festival

Jedes Jahr am 4. August, dem Geburtstag des einstigen Berner Liedermachers Mani Matter, findet zu dessen Ehren im Innenhof des Burgerspittel, beim Generationenhaus, das Mani Matter Festival statt. Ich hatte von dem Festival zwar auch schon gelesen, aber war noch nie da gewesen. An der diesjährigen 12. Ausgabe des Festivals traten unter anderem Troubas Kater auf. Eine Band, die klar von Mani Matter geprägt wurde. Und so schaffe ich es nun auch mal an das Festival.

Ich rümpfte ja aber erst die Nase, als ich den Innenhof betrat und feststellte, dass das Publikum vor der Bühne sass. Sitzplatzkonzert? Ach nee, aber doch nicht bei Troubas Kater…!? 🙁 Nun gut, immerhin konnte man rings um die Sitzplätze stehen und hatte trotzdem eine gute Sicht auf die Bühne. Also ich sorgte dafür, dass ich eine gute Sicht hatte. Gerade an diesem Abend wäre eine schlechte Sicht super schade gewesen.

Grundsätzlich war es ein ganz normales Troubas Kater Konzert, wie ich es so kannte. Rhythmisch, melodiös, energisch, denoch locker. Und natürlich immer  wieder richtig cool und witzig mit den wortgewandten Texten. Was ich aber nicht erwartet hatte, war, dass wie bei der Mani Matter Coverband zuvor auch das Troubas Kater Konzert in Gebärdensprache übersetzt würde.

Richtig, zwei Frauen teilten sich diese Aufgabe und stellten sich abwechselnd zu der Band auf die Bühne. In einer Verbindung von Gestik, Gesichtsmimik, lautlosgesprochenen Wörtern und Körperhaltung wurde Song für Song in die Zeichensprache übersetzt. Das waren nicht nur Wort für Wort, Satz für Satz von Liedern wie „Aber morn“, „Bärnstei“ „Latvia“ oder „Bi nid so“. Auch wenn Soli oder sonstige Instrumentalparts gespielt wurden, zeigten sie das auf und waren total beim Konzert mit dabei und integriert.

Die Setliste war frühzeitig eingereicht worden, damit die beiden Frauen sich auf das Konzert vorbereiten konnten. Das war so spannend und interessant den beiden zuzusehen und versuchen zu verstehen, welches Zeichen, welche Gestik, wofür stand. Ich mein, könnt ihr euch etwa vorstellen, wie man da „Funkuglitzer Schärbe“ übersetzten würde? Ich hab mir versucht „Troubas Kater“ zu merken. Hat nicht so geklappt . 😉 Andererseits gibt es da ja so einige Zeichen und Gestik, die auch Hörende immer mal wieder benutzen 😉 Da vergass man beim Zuschauen zwischenzeitlich echt fast die Band.

Wer aber schon bei Troubas Kater war, kennt auch den Song ohne Text, bei dem Frontmann QC sich aus dem Publikum Worte zusammensucht und ganz spontan textet. Das waren Worte wie Hamburger, Dackelclub oder sogar Dünnpfiff, bei dem QC doch nochmals nachfragte, ob er das denn nun richtig verstanden hatte. Und so spontan wie QC dazu textete, so spontan übersetzten die beiden Frauen das Ganze. Dabei fand er es dann auch sehr amüsant, irgendwelche Worte zusammenzusetzten und zu erfinden, um zu sehen, ob die denn übersetzbar sind und wie sie das machten.

Dabei wünschte sich jemand aus dem Publikum auch noch ein Gebärdensprache-Lied. Also fing QC an zu texten und gestikulieren. Allerdings nicht wirklich in der Gebärdensprache, die beherrschte er dann doch nicht. 😉 Am Ende setzte der Frontmann dann aber doch noch seine ganz wenigen Gebärdensprachenkenntnisse während „Aus Egau“ ein.

Das Publikum war ziemlich ruhig während des Auftrittes. Das Licht war zwar oft bunt, aber auch eher zurückhaltend und nicht so grell. Und hoch oben funktelten ebenfalls einige Sterne aus dem Himmel runter. Die Stimmung, in dem mit warmen Licht beleuchteten Innenhof, war super schön und angenehm. Es war ein richtig toller, unterhaltsamer und sogar lehrreicher Abend.

Infos zum Main Matter-Festival findet ihr hier: www.musicline.ch
Infos zu Troubas Kater auf deren Webseite: www.troubaskater.ch

mehr Videos findet ihr auf Youtube: Troubas Kater in concert

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